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wechselausstellungen.de | 19. Februar 2010

ATELIERGESPRÄCH MIT EBERHARD HAVEKOST, HEIDI SPECKER UND TATJANA DOLL IN DER AUSSTELLUNG „EBERHARD HAVEKOST. RETINA“

Dienstag, 23. Februar 2010, 19 Uhr
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Kabinett 2
Regulärer Eintritt, Anmeldung erforderlich: Tel. 069-29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de

Im Rahmen der Ausstellung „Eberhard Havekost. Retina“ veranstaltet die Schirn Kunsthalle Frankfurt am Dienstag, 23. Februar 2010, um 19 Uhr ein Ateliergespräch mit dem Künstler Eberhard Havekost, der Fotografin Heidi Specker und der Künstlerin Tatjana Doll. Die Kuratorin der Ausstellung, Heide Häusler, führt in den Abend ein und wird die Veranstaltung moderieren. In dem Gespräch werden die Möglichkeiten der künstlerischen Verarbeitung von Realität und deren Umsetzung in unterschiedlichen Medien thematisiert: von Film und Fotografie bis zu Malerei und Grafik.

Die Werke Eberhard Havekosts lassen eine deutliche Referenz an die visuelle Medienkultur des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts erkennen. Im Rahmen seiner Arbeit setzt sich der Künstler mit den Möglichkeiten der visuellen Wahrnehmung der gegenständlichen Welt und ihrer Abstraktion auseinander. Für seine malerischen und grafischen Arbeiten verwendet Havekost Bildvorlagen aus Magazinen, Zeitungen und Videos sowie zunehmend auch eigene Fotografien. In einem aufwändigen Samplingprozess werden diese mithilfe digitaler Bildbearbeitungssoftware verfremdet und abstrahiert.

Die fotografischen und am Computer manipulierten Bildwelten von Heidi Specker weisen in ihrer Motivwahl eine deutliche Ähnlichkeit mit der Malerei von Eberhard Havekost auf. Seit Mitte der 1990er-Jahre bedient sich Heidi Specker der digitalen Fotografie und nutzt die Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung fotografischer Vorlagen. Zu ihren wichtigsten Motivgruppen zählen Architekturen der Großstädte und Orte menschlichen Zusammenlebens, die sie in Detailaufnahmen und teilweise aus ungewöhnlichen Perspektiven festhält. Die Wahl des Ausschnitts führt dabei vielfach zu einer Abstraktion des Motivs, wie sie auch in den Werken Eberhard Havekosts zu finden ist.

In den Gemälden Tatjana Dolls finden sich, ähnlich den Bildwelten Havekosts, Motive der Alltagswelt wieder. Objekte wie Flugzeuge, Automobile, Container oder Überweisungsvordrucke werden in extremen Nahsichten und teilweise überdimensioniert auf die Leinwand gebracht. Einzelne Gegenstände werden in den teils seriell angelegten Arbeiten in wechselnden Perspektiven wiederholt bearbeitet und dargestellt. Auf diese Weise entwickelt die Künstlerin grundsätzliche Fragen nach dem Darstellungspotenzial von Malerei und der malerischen Verarbeitung von Realität. Neben ihrem malerischen Œuvre entstanden in den vergangenen Jahren auch filmische Arbeiten.

Kurzbiografien:

Heide Häusler (*1977 in Leverkusen), studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Film- und Fernsehwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (1996–2003) und widmete ihre Abschlussarbeit dem Genre der Street-Photography. Bis 2006 realisierte sie Ausstellungen zur Fotografie im Stadtmuseum Düsseldorf und arbeitete bis 2008 als Redakteurin für das Berliner Magazin Photography now. Als Projektleiterin organisierte sie die Ausstellungen des „Fotofestivals Mannheim Ludwigshafen Heidelberg“ (2009). Seit 2009 arbeitet Heide Häusler als Projektleiterin für die Schirn Kunsthalle Frankfurt und koordinierte die Ausstellung „Darwin. Kunst und die Suche nach den Ursprüngen“ (2009). Heide Häusler lebt und arbeitet in Köln und Frankfurt.

Eberhard Havekost (*1967 in Dresden), studierte nach einer Ausbildung zum Steinmetz an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei (1991–1996). Er erhielt 1999 das Karl-Schmidt- Rottluff-Stipendium und nahm an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil, unter anderem im National Art Museum Beijing (2008), in der Tate Modern, London (2006), und im Museum of Contemporary Art Chicago (2005). Einzelausstellungen waren in internationalen Institutionen wie dem Stedelijk Museum, Amsterdam (2006), dem Kunstmuseum Wolfsburg (2005), den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2005) und dem Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto (2001), zu sehen. Eberhard Havekost lebt und arbeitet in Berlin.

Heidi Specker (*1962 in Damme) studierte Design, Fotografie- und Film-Design an der Fachhochschule Bielefeld (1984–1990). Ab 1995 war sie Meisterschülerin von Joachim Brohm an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und vertrat dort von 2006 bis 2009 die Professur für Fotografie und Medien. Speckers Arbeiten wurde seit 1997 in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Der begleitende Katalog zu ihrer Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover 2005 erhielt den Deutschen Fotobuchpreis. 2010 ist sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom. Heidi Specker lebt und arbeitet in Berlin.

Tatjana Doll (*1970 in Burgsteinfurt) studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf (1991–1998). Ihre Projekte, Malereien und Filme sind seit 1995 in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Unter anderem war sie Stipendiatin der Deutschen Akademie Rom in der Casa Baldi in Olevano Romano (2008). Tatjana Doll lebt und arbeitet in Berlin.

ORT: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt. INFORMATION: www.schirn.de, E-Mail: fuehrungen@schirn.de, Telefon: (+49-69) 29 98 82-112, Fax: (+49-69) 29 98 82-240. EINTRITT: Regulärer Eintritt zur Ausstellung, Abendkasse, kein Vorverkauf. Anmeldung erforderlich: Tel. 069-29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de

Medienmitteilung
Schirn Kunsthalle Frankfurt

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