Ausstellungsprogramm 2009-2010 ALTE UND NEUE PINAKOTHEK, PINAKOTHEK DER MODERNE
Pinakothek der Moderne
02.04.-05.07.2009
ZOE LEONARD – FOTOGRAFIEN
Die Pinakothek der Moderne präsentiert die erste Retrospektive der amerikanischen Künstlerin. Im Zentrum steht das in den letzten zwei Jahrzehnten entstandene fotografische Werk Leonards, ihre subtilen visuellen Erkundungen über das Verhältnis der Geschlechter, das Spannungsfeld zwischen Kultur und Natur wie Geschichte und Gegenwart sowie die Beziehung von Raum und Zeit. Leonard, 1961 in Liberty, New York, geboren, zählt zu den außergewöhnlichsten Künstlerinnen ihrer Generation, 1992 und 2007 war sie u. a. auf der documenta vertreten. Seit über zwanzig Jahren praktiziert sie ein denkendes Wandern, ein erkennendes Schauen. Leonards ungewöhnliche Sichten auf Wasser, in Spiegel, ihre Bilder von weiblichen anatomischen Wachsfiguren, von Modenschauen, von Bäumen und Einzäunungen, ihre Jagdtrophäen aus Städten und Ländern wollen keine Bild-Erfindungen sein, sondern präzises, aufmerksames Finden, Zeigen und Erinnern. Die in Schwarzweiß oder Farbe fotografierten, alltäglich anmutenden Dinge werden in einen neuen Zusammenhang gestellt. Die Künstlerin will ihre verloren gegangene Geschichte wieder sichtbar machen, sie zum Sprechen bringen und zugleich der Vergänglichkeit entreißen.
Diese erste und bisher einzige Retrospektive Leonards in Deutschland umfasst rund 130 Arbeiten und wird auf 500 qm von der Künstlerin speziell für die Pinakothek der Moderne eingerichtet.
Pinakothek der Moderne
03.04.-12.07.2009
DEMOCRATIC DESIGN – IKEA
»Die schöne Form ist für alle da. Und nicht nur fürs Museum!« Dieses Zitat aus dem IKEA-Katalog von 1979 steht programmatisch für die Designpolitik jenes Unternehmens aus Südschweden, das seit 1948 vom Einmannbetrieb zum größten Einrichtungskonzern der Welt wurde und die Vorstellung eines »demokratischen Designs« prägte wie kaum ein anderes. Die Neue Sammlung widmet diesem Thema die erste Museumsausstellung.
Design gehört für IKEA zu den zentralen Faktoren bei der Realisierung der Idee, funktionale, gut gestaltete Möbel für möglichst viele Menschen preislich erreichbar zu machen. Dahinter stehen unter anderem Konzepte wie »Schönheit für alle« (Ellen Key 1899), die ihre Wurzeln in Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts haben, oder das »Schwedische Modell« einer modernen, offenen, familien- und sozialorientierten Gesellschaft.
Die Ausstellung zeigt Themenbereiche wie »Die Anfänge«, IKEAPrinzip »Do-it-yourself«, System Billy, Design-Prozess, Material Change, Nachhaltigkeit und Ökologie, Kinder-Land, PS Kollektion. Eine Ausstellung der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich – in Kooperation mit IKEA.
Staatsgalerie Moderner Kunst im Glaspalast Augsburg
15.05.-Anfang 2010
MALEREI IST IMMER ABSTRAKT.
Gegenwartskunst aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne
Mit rund 50 Arbeiten, u. a. von Hansjörg Dobliar, Simone Lanzenstiel, Thomas Scheibitz und Markus Selg, wird ein Spektrum zeitgenössischer Malerei vorgeführt und gezeigt, dass die vormals klaren Grenzen zwischen Figuration und Gegenstandslosigkeit heute weitgehend aufgehoben sind.
Pinakothek der Moderne
25.06.-27.09.2009
JABORNEGG & PÁLFFY – BAUEN IM BESTAND
Die Wiener Architekten Christian Jabornegg und András Pálffy (Bürogründung 1988) setzen sich seit zwei Jahrzehnten bei ihren Bauten in besonderer Weise mit dem historischen Bestand auseinander. Die Architekten rücken nicht das Objekthafte und den isolierten Designwert der Architektur in den Vordergrund, sondern fragen nach dem Kontext als grundlegender Referenz für jeden baulichen Eingriff. Mit zwanzig Beispielen wie dem Museum Judenplatz (2000) in Wien, dem Verwaltungsgebäude der Schoellerbank Wien (2000) und dem Museum Stift Altenburg (2007) thematisiert die Ausstellung eines der zentralen Themen der Architektur der Gegenwart.
Pinakothek der Moderne
16.07.-27.09.2009
HERMAN OBRIST
Skulptur | Raum | Abstraktion um 1900
Das Lebenswerk des Schweizers Hermann Obrist (1862-1927) stellt einen der wichtigsten Beiträge zur Kunst um 1900 dar. In München begründete der gebürtige Schweizer die deutsche Variante der Jugendstilbewegung, die anspruchsvolles Handwerk der angewandten mit den ästhetischen Ansprüchen der freien, bildenden Kunst zu verschmelzen suchte. Erstmals wird das Gesamtwerk des Zeichners, Bildhauers und Theoretikers, der mit seinen Brunnen und Grabmälern die ersten abstrakten Skulpturen schuf, dem Publikum vorgestellt. In der Verknüpfung von Bild und Wissenschaft wird die Ausstellung auch die Aktualität von Obrists Werk für Kunst, Kunstgewerbe und Wissenschaft unserer Tage vor Augen führen.
Die Ausstellung wird zusammen mit dem Museum Bellerive, Zürich, veranstaltet. Es erscheint ein Katalog.
Schack-Galerie
18.09.2009
100 JAHRE SCHACK-GALERIE JUBILÄUM
Am 18. September 2009 feiert die Schack-Galerie den 100. Jahrestag der Eröffnung des Galeriegebäudes an der Prinzregentenstraße. Bauherr war seinerzeit Kaiser Wilhelm II., der auch die angrenzende Preußische Gesandtschaft errichten ließ. Die Pläne, die auf einen ersten Entwurf von Adolf von Hildebrand zurückgehen, lieferte Max Littmann, der Architekt des Münchner Prinzregententheaters. Mit ihren umfangreichen Werkkomplexen von Moritz von Schwind, Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin ist die Schack-Galerie eine der wichtigsten Sammlungen zur deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Sie wurde durch Adolf Friedrich Graf von Schack begründet, der neben Ludwig I. der bedeutendste Sammler zeitgenössischer Malerei in Deutschland war. Bis zu seinem Tod im Jahr 1894 erwarb er rund 200 Gemälde von deutschen Künstlern und etwa siebzig Kopien nach Gemälden Alter Meister. Mit seinem Tod fiel die Sammlung als Vermächtnis an den deutschen Kaiser, seit 1939 wird sie durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betreut.
Pinakothek der Moderne
25.09.-November 2009
SILVER
Die Neue Sammlung zeigt die Auswahl des internationalen Wettbewerbes um den Schoonhoven Silver Award 2009: freie Arbeiten der Silberschmiedekunst im erhellenden Wechselspiel mit den »nützlichen Dingen«.
Alte Pinakothek
01.10.2009-10.01.2010
ANDREA DEL SARTO
»Die Heilige Familie mit Johannes dem Täufer, Elisabeth und zwei Engeln« in München und Paris (Arbeitstitel)
Das Gemälde Andrea del Sartos gehört zu den Hauptwerken italienischer Malerei in der Alten Pinakothek. Es war nahezu zwanzig Jahre den Augen der Öffentlichkeit entzogen, da sein problematischer Erhaltungszustand eine aufwendige und langwierige Restaurierung erforderte, die im Sommer 2009 abgeschlossen sein wird.
Dieses Ereignis eröffnet die Möglichkeit, dem in die Galerie zurückkehrenden Werk eine gebührende Sonderausstellung zu widmen. Das Konzept der Schau sieht vor, das bisher in der Forschung kontrovers diskutierte Verhältnis des Münchner Bildes zu einer im Louvre befindlichen weiteren Version des Themas, die ebenfalls von Andrea del Sarto geschaffen wurde, mittels einer direkten Konfrontation der Werke zu klären. Ergänzend dazu soll eine Reihe von ausgewählten Zeichnungen den künstlerischen Schaffensprozess Andrea del Sartos aufzeigen.
In einem zweiten Teil der Ausstellung wird die Restaurierung der Münchner Tafel erläutert und die Ergebnisse der maltechnischen Untersuchung beider Gemälde dargelegt. Diese Dokumentation soll aktuelle naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden für den Laien zugänglich machen und zugleich die charakteristische Arbeitsweise Andrea del Sartos beleuchten.
Pinakothek der Moderne
02.10.2009-Januar 2010
THOMAS STEFFL
In Medienarbeiten und Installationen richtet sich die Aufmerksamkeit des 1970 geborenen Künstlers auf Konstruktionen von Natur und Natürlichkeit, deren entscheidende Wurzeln in der Malerei der deutschen Romantik liegen. Das Ausstellungsprojekt kombiniert drei Arbeiten der vergangenen Jahre mit einer neuen, speziell für den Anlass entstehenden.
Pinakothek der Moderne
02.10.2009-August 2010
OLAF NICOLAI
Nach Olaf Metzel und Benjamin Bergmann gestaltet Olaf Nicolai (*1962) als dritter Künstler das Ostfoyer der Pinakothek der Moderne mit einer ortsspezifischen Arbeit. Die Auseinandersetzung mit Bezügen zwischen Kunst und Natur, Konzeptualität und sinnlicher Wahrnehmung führte den Künstler zu unterschiedlichsten Installationen, die historische und soziale Gegebenheiten integrieren.
Pinakothek der Moderne
06.10.-31.10.2009
KARL BOHRMANN – WIEDERHOLUNGEN 1993,94
EINE SCHENKUNG AUS PRIVATBESITZ
Pinakothek der Moderne
22.10.2009-24.01.2010
CHINESISCHE ARCHITEKTURMODELLE AUS DEM NATIONALMUSEUM IN PEKING
Buddhistische Tempel, antike Palastanlagen und regionaltypische Profanbauten wurden im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in China nach realen, rekonstruierten oder auch idealen Bauten der Tang- (ca. 7.-10. Jh) und Ming-Dynastie (ca. 14.- 17.Jh.) als Lehr- und Dokumentationsmodelle von höchster Präzision gefertigt. An diesen Modellen sind alle konstruktiven Details, vor allem die aufwendigen Holzverbindungen, sorgfältig rekonstruiert und dokumentiert und ermöglichen so das Studium der antiken Bauten. Historische Fotografien sowie Bauaufnahmen, Zeichnungen und gemalte Architekturprospekte von Baudenkmälern geben einen Einblick in die Tradition chinesischer Architektur und Konstruktionsweisen. Die einzigartige Sammlung aus dem China National Institute of Cultural Property wird zum ersten Mal außerhalb Chinas gezeigt.
Alte Pinakothek
23.10.2009-07.02.2010
RUBENS IM WETTSTREIT MIT ALTEN MEISTERN. VORBILD, KOPIE, NEUERFINDUNG
Rubens als Maler von Kopien? Was nach heutigem Verständnis eine bloße Reproduktion ohne die Aura des Originals ist, verstand Rubens als besondere künstlerische Herausforderung. Sein Werk umfasst eine große Gruppe dieser Nachschöpfungen, häufig nach berühmten Gemälden von Tizian oder Raphael. In München erstmals in einer exquisiten Auswahl gezeigt, dokumentieren diese Gemälde, dass Rubens’ Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern zugleich ein künstlerischer Wettstreit war. Denn indem er nur geringe Details veränderte, fand Rubens häufig zu neuen Lösungen, die seine Vorlagen manchmal noch übertrafen und ihnen eine überraschende Modernität verliehen.
Dies wird in der Ausstellung an einigen Beispielen demonstriert: Die Gegenüberstellung des Originals und der Neuinterpretation durch Rubens bewirkt einen spannenden Dialog und bietet dem Besucher ein besonderes Seherlebnis. Der Vergleich von Tizians „Sündenfall“ und der Nachschöpfung von Rubens, beide aus dem Prado, belegt dies in prägnanter Weise. Einige Porträts von Karl V. und seinem Sohn Philipp II. nach Vorbildern Tizians veranschaulichen die enge Verbindung von Rubens mit dem spanischen Hof. Sie zeigen, dass sich Rubens als legitimer Nachfolger dieser bedeutenden Künstlerpersönlichkeit sah. Ebenfalls nach Vorlagen von Tizian entstand die Serie mit den großformatigen mythologischen Szenen, die den fulminanten Höhepunkt der Ausstellung bilden.
Meisterwerke aus dem Prado in Madrid, dem Kunsthistorischen Museum in Wien und dem Nationalmuseum Stockholm bereichern auf Zeit die Alte Pinakothek und zeigen im Zusammenklang mit der berühmten Münchner Flamen-Sammlung, wie intensiv die Beschäftigung mit den Werken Tizians den Stil von Rubens prägte.
Pinakothek der Moderne
Oktober 2009-Januar 2010
TEPPICHE AUS MAROKKO – INSPIRATION DER MODERNE
Die Sammlung Jürgen Adam (Arbeitstitel)
Nordafrika, Nomadenteppiche und die Avantgardisten des frühen 20. Jahrhunderts – das ist mehr als die Suche nach dem Exotisch- Orientalischen, sondern eine der Wurzeln für die Kunst der Moderne.
Marokkanische Teppiche faszinierten Henri Matisse und Raoul Dufy ebenso wie Wassili Kandinski. Neben streng geometrischen Teppichen entstanden die tapis foux, tapis sauvages. Bauhaustextilien oder Teppiche aus der Werkstatt von Eileen Gray spiegeln diese Inspiration ebenso wider wie – indirekter – Arbeiten von Marcel Breuer, Johannes Itten, Le Corbusier oder Alvar Aalto. Und auch vor Werken von Mark Rothko, Barnett Newman oder Cy Twombly kann man sich an die kühne Ästhetik der Knüpfarbeiten aus dem ländlichen Maghreb erinnert fühlen.
Magische Wirkung der Farbe Rot, des Tierhaars und der rätselhaften Zeichen werden diesen Teppichen zugeschrieben. Abstraktion, intensive, unbekümmert gesehene Farbigkeit, radikale graphische Wirkungen, kraftvolle Kompositionen aus frei zueinander gesetzten Flächen und Linien kennzeichnen die Teppiche aus Marokko, die der Münchner Architekt und Professor Jürgen Adam im Laufe von Jahrzehnten während seiner Forschungsarbeit zu den Lehmbauten in Marokko zu einer der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen in diesem Bereich zusammengetragen hat. Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – zeigt in Kooperation mit dem Sammler eine Auswahl.
Pinakothek der Moderne
30.10.2009-31.01.2010
DAVID CLAERBOUT – LONG GOODBYE
Pinakothek der Moderne
05.11.2009-Anfang Januar 2010
DANIEL HOPFER (1470 –1536)
Der Augsburger Radierer und Holzschneider Daniel Hopfer d. Ä. gilt als Erfinder der Ätzradierung. Mit seinen weit verbreiteten Ornamenterfindungen und Raumkompositionen machte er die Formensprache der italienischen Renaissance in Deutschland populär. Die Ausstellung bietet mit dem nahezu kompletten graphischen Werk und zeitgenössischen Schmuckätzungen auch einen Einblick in das Zusammenspiel der Künste am Beginn der deutschen Renaissance.
Der Katalog wird als ein neues, um wichtige Entdeckungen bereichertes Werkverzeichnis der Druckgraphik Hopfers fungieren.
Pinakothek der Moderne
13.11.2009-Mitte Februar 2010
EDITION 46: N. N.
In Kooperation mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung
Zum dritten Mal gestaltet ein/e zeitgenössische/r Künstler/in die 46. Ausgabe des Magazins der Süddeutschen Zeitung und zeigt parallel aktuelle Arbeiten in der Pinakothek der Moderne. Die Einladung des Künstlers bzw. der Künstlerin erfolgt auf Vorschlag von Holger Liebs (Kunstkritiker der Süddeutschen Zeitung) und Bernhart Schwenk.
Pinakothek der Moderne
19.11.2009-21.02.2010
DAS PHÄNOMEN BATA.
Der Funktionalismus in Zlín 1910 -1960
Das südmährische Zlín ist eine gebaute Utopie, eine ganze Stadt für eine Schuhfabrik, die der Unternehmer Tomás Bat’a von 1923 bis 1938 wie ein riesiges Labor für gemeinschaftliches Leben und Arbeiten errichten ließ. Nach Plänen von Frantisek Lydie Gahura entstand eine »Fabrik im Grünen« mit weitläufigen Freiflächen und Wohnhauskomplexen. Bat’a vereinte geschicktes Unternehmertum, fordistische Serienproduktion von Bata-Schuhen und soziales Experiment. Die funktionalistische Stadt Zlín wurde von modernen Architekten wie Politikern aller Richtungen als Modell studiert und bewundert.
Die Ausstellung (in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Nationalmuseum Prag) zeigt in Plänen, Fotos, Filmen und Modellen die einzigartige tschechische Musterstadt im Kontext einer sozialen Utopie vom kollektiven Arbeiten und sozialen Wohnen.
Pinakothek der Moderne
Februar/März-Juni 2010
WENDEPUNKT IM BAUEN. INDUSTRIALISIERUNG UND SYSTEMBAU
Alte Pinakothek
Frühjahr 2010
RAHMEN UND IHRE GESCHICHTEN
Aus den Beständen der bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Die bayerischen Staatsgemäldesammlungen besitzen nicht nur einen riesigen Bestand an gerahmten Bildern, sondern auch eine große Rahmensammlung. Für die Ausstellung sollen die Rahmen aus der Zeit von 1600 bis 1850 erforscht und in einer Auswahl dem Publikum präsentiert werden.
Entwürfe von bedeutenden Künstlern wie François Cuvilliés, Paul Egell und Augustin Egell, die nachweislich für die Kurfürsten von Bayern und von Pfalz gearbeitet und Rahmen entworfen haben, werden in der Ausstellung gezeigt und mit den erhaltenen Rahmen konfrontiert.
Der französische Einfluss auf Effner und Cuvilliés wird durch Graphik belegt und anhand von Beispielen erläutert.
Die erste Gruppe der gezeigten Rahmen umfasst die so genannten Galerierahmen, die sich noch zahlreich erhalten haben. Für die Entwicklung in München im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert stehen dann die Entwürfe und Rahmen für die Hofgartengalerie von Carl Albrecht von Lespillez sowie für die Alte Pinakothek von Leo von Klenze im Mittelpunkt. In der zweiten Gruppe werden dann die herausragenden Rahmen, die entweder stilistisch oder historisch eine Sonderstellung einnehmen gezeigt.
Die herausragenden Rahmen der Galerieräume im Obergeschoss der Alten Pinakothek sowie in der flämischen Abteilung im Erdgeschoss der Alten Pinakothek werden mit Hilfe von Beschriftungen dem Besucher erläutert.
Pinakothek der Moderne
29.04.-August 2010
NEO RAUCH - RETROSPEKTIVE
Gleichzeitig im Museum der Bildenden Künste, Leipzig, und in der Pinakothek der Moderne, München
Neo Rauch (*1960 in Leipzig) zählt zu den außergewöhnlichsten und am meisten diskutierten internationalen Künstlern unserer Zeit. Sein unverwechselbares Werk trägt surreale Züge und führt die Geschichte der gegenständlichen Malerei im 20. Jahrhundert, die mit Max Beckmann und Francis Bacon zentrale Orientierungsfiguren gefunden hat, in die Gegenwart fort. Die Retrospektive, die gleichzeitig in Leipzig und München gezeigt wird, stellt Rauchs Gesamtoeuvre umfassend vor.
An Film- oder Propaganda-Malerei erinnern frühere, zumeist großformatige Gemälde, auf denen sich seltsame Vorgänge zu ereignen scheinen. Die Protagonisten hantieren mit schwer identifizierbaren Gerätschaften, konstruieren Räume, vermessen Landschaften. Ungegenständliche Partien, typographische Elemente und Zeichen, aber auch Spuren des Werkprozesses verweisen das Geschehen in die Dimension der Vorstellung oder des Traums. Letztlich im Dunkeln bleibt, welches Ziel die Akteure verfolgen, die manchmal wie Roboter, manchmal wie Spielzeugfiguren oder Marionetten wirken. Das spätere Werk, das sich durch einen neuen Kolorismus und eine stärkere Erzählfreudigkeit auszeichnet, lässt große Gesten und paramilitärisches Pathos, aber auch Stille und Einsamkeit anklingen – Welt und Geschichte erscheinen in den Bildern von Neo Rauch in erschreckender, bisweilen absurder Verzerrung.
Rund 120 Gemälde an beiden Orten erlauben einen umfassenden Blick auf die vielschichtige Werkentwicklung des Künstlers. Ausgestellt sind u. a. auch ältere Werke aus Privatbesitz und Übersee, die noch nie in Ausstellungen zu sehen waren, sowie Arbeiten der vergangenen fünf Jahre. Beide Orte der Ausstellung werden unterschiedlich strukturiert sein und jeweils eigene thematische Fragestellungen verfolgen.
Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit des Künstlers mit dem Museum der Bildenden Künste, Leipzig, und der Pinakothek der Moderne, München.
Stichwörter / Tags: Alte Pinakothek, Ausstellungsprogramm, München, Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne
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