Chris Dercon wechselt nach London
Im Frühjahr 2011 wechselt Chris Dercon, Direktor am Haus der Kunst, nach London und übernimmt dort die Leitung der Tate Modern. Über diesen Zeitpunkt hinaus wird er am Haus der Kunst auch die für Herbst 2011 geplante Ausstellung “Carlo Mollino, Rigorously Eclectic” noch betreuen. Der Nachfolger, den das Ministerium ernennen wird, tritt seine Stelle im Herbst 2011 an.
Dercons erste Ausstellung am Haus der Kunst war eine Überraschung für die internationale Fachwelt: Mit der Ausstellung “Partners” (2003) waren zum ersten Mal Werke der renommierten Ydessa Hendeles Art Foundation zu sehen. Mit weiteren Entdeckungen hat Dercon auch in den Folgejahren Akzente gesetzt: Er setzte sich dafür ein, dass 2004/2005 das Historische Archiv des Hauses erschlossen wurde; heute sind dessen Bestände gesichtet, geordnet und für Forschungszwecke zugänglich. Auf seine Initiative wurden auch die Einbauten, die in der Nachkriegszeit als architektonische Entnazifizierung galten, entfernt, um den freien Blick auf die Ursprünge zu ermöglichen. Gleichzeitig lud er regelmäßig zeitgenössische Künstler ein, sich der Architektur des Gebäudes zu bedienen und sie umzudeuten. So setzte Paul McCarthy dem Gebäude 2005 ein überdimensionales aufblasbares Blumenbouquet auf, und Ai Weiwei installierte im vergangenen Jahr 9.000 Schulrucksäcke an der Fassade.
Unter Leitung von Chris Dercon umfasste das Programm des Hauses auch Architektur, Design, Mode, Fotografie und Film. Auf dem jeweiligen Gebiet ragen die Projekte mit Herzog & de Meuron, Konstantin Grcic, Maison Martin Margiela, Andreas Gursky und Apichatpong Weerasethakul (Goldene Palme in Cannes 2010 für ein Filmprojekt, das 2009 mit einer Installation im Haus der Kunst seinen Anfang nahm) heraus. Weiterhin bekamen auch so konsequent angelegte Sammlungen wie die Konzeptkunst von Herman und Nicole Daled und die Medien- und Performancekunst der Generali Foundation eigene Ausstellungen.
Die Tate Modern drückte Chris Dercon schon 2006 durch Übernahme seiner Ausstellung “Amrita Sher-Gil. Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert” ihre Anerkennung aus. Nun wird Chris Dercon dort nicht nur das Ausstellungsprogramm, sondern auch die Sammlung verantworten. Das Team vom Haus der Kunst gratuliert ihm zu der neuen Herausforderung.
Medienmitteilung
Haus der Kunst
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