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wechselausstellungen.de | 6. Mai 2010

Expertenführung mit Dr. Ingrid Mössinger in der Ausstellung „Uwe Lausen. Ende schön Alles schön“

Dienstag, 11. Mai 2010, 19 Uhr
Schirn Kunsthalle Frankfurt
Eintritt 7 €, ermäßigt 5 €, Abendkasse, kein Vorverkauf
Anmeldung erforderlich: Tel. 069-29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de

Im Rahmen der Ausstellung „Uwe Lausen. Ende schön Alles schön“ veranstaltet die Schirn Kunsthalle Frankfurt ein Rahmenprogramm mit Expertenführungen und einer Talk-Show. Am Dienstag, 20. April 2010 um 19 Uhr findet eine Expertenführung mit Dr. Ingrid Mössinger, Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, statt.

Ausgehend von den frühen Arbeiten Uwe Lausens stellt die Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Mössinger in ihrer Führung Leben und Werk des Künstlers im Kontext seiner Zeit vor. Erstaunlich schnell entwickelte der kaum 21-jährige Autodidakt eine sehr hohe malerische Qualität und schuf in dieser frühen, intensiven Arbeitsphase eine große Werkgruppe von eher kleinformatigen Arbeiten. In den Jahren zwischen 1962 und 1965 nahm die künstlerische Produktion Uwe Lausens eine rasante Entwicklung. Als durchgängiges Prinzip dieser Jahre kristallisierte sich 1965 das Sampling heraus. Dabei verband Lausen verschiedenste Stilrichtungen anderer Künstler wie Francis Bacon, Friedensreich Hundertwasser, Allen Jones oder Gerhard Richter, verfremdete die Vorlagen durch Kombination und stellte sie in seinen eigenen Zusammenhang. So kommentierte er nicht nur die Avantgarde der Zeit, sondern fand zugleich auch zu einer höchst eigenständigen Bildsprache. In der letzten Werkphase, die vornehmlich Arbeiten von 1968 umfasst, verabschiedete sich der Maler zunehmend von der – bislang stets im Mittelpunkt seines Interesses stehenden – menschlichen Figur. Stattdessen dominieren Gegenstände wie Tuben, Rohre, Wasserhähne und Toilettenschüsseln das Bildgeschehen. Es handelt sich um Motive, die durchaus im Kontext der Pop-Art eines Claes Oldenburg, Tom Wesselmann oder Jim Dine betrachtet werden können.

Dr. Ingrid Mössinger studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Ethnologie und Philosophie in Frankfurt am Main. Die Kunsthistorikerin arbeitete u. a. am Museum Wiesbaden und am Frankfurter Kunstverein und war als Direktorin der Art Frankfurt und des Kunstvereins Ludwigsburg tätig. Seit 1996 ist sie Direktorin und seit 2005 Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz. Hierzu gehört auch die mit zahlreichen Arbeiten von Uwe Lausen bestückte Sammlung von Alfred Gunzenhauser, die Dr. Ingrid Mössinger nach Chemnitz holte und seither in einem eigens hierfür eingerichteten Museum präsentiert.

DIE AUSSTELLUNG „UWE LAUSEN. ENDE SCHÖN ALLES SCHÖN“
Uwe Lausens Werk zählt zu den stärksten, jedoch bislang immer noch wenig bekannten Positionen der figurativen Malerei der 1960er-Jahre in Deutschland. Anlässlich seines vierzigsten Todestags im Jahr 2010 widmet die Schirn dem mit 29 Jahren durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Autodidakten eine große Überblicksausstellung. Innerhalb von nur neun Jahren schuf Lausen ein von rasanten Entwicklungssprüngen gekennzeichnetes künstlerisches Werk, in dem er auf überzeugende Weise den ab 1964 aus England und Amerika einbrechenden Einfluss der Pop-Art in eine sehr eigene und zeitgemäße Sprache übersetzte. Dabei ging es ihm nicht um die Schilderung der banalen Konsumwelt, sondern um die schonungslose Darlegung menschlicher und gesellschaftspolitischer Dramen. In verzweifelt aggressiver Form, die sich in seinen Arbeiten in einem kühlen Realismus niedergeschlagen hat, übte Lausen Kritik an den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit und nahm dabei Tendenzen vorweg, die im Deutschen Herbst offen zutage traten. Gleichzeitig entwickelte er eine markante und kontrastreiche Bildsprache, die aus heutiger Sicht höchst aktuell ist und ein jüngeres Publikum ebenso begeistert wie Lausens eigene Generation. Die Ausstellung in der Schirn umfasst neben 50 Gemälden und ebenso vielen Arbeiten auf Papier auch einen der Wohnsituation des Künstlers nachempfundenen Raum. Hier sind Aufnahmen von Uwe Lausen mit dem Musiker Hans Poppel und Texte des Künstlers zu hören sowie Fotografien seiner Ehefrau, der Fotografin Heide Stolz, zu sehen.

TALK-SHOW IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG:
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19 Uhr
Talk-Show mit Margrit Brehm, Martin Büsser, Roberto Ohrt, Tania Martini und Klaus Walter. Moderation: Matthias Ulrich (Schirn)
Im Werk von Uwe Lausen sind Kunst und Politik eng miteinander verknüpft. Seine künstlerische Sprache ist beeinflusst von einem prosperierenden Nachkriegsdeutschland und einer Weiterführung der patriarchalen Herrschaft der 1950er- und 1960er-Jahre. Lausens Befreiungsversuche aus den gesellschaftlichen Konventionen, zu denen seine Arbeit als Künstler, sein Anschluss an verschiedene Gruppierungen und auch längere Phasen intensiven Drogenkonsums zählten, enden im Alter von 29 Jahren mit dem Freitod. Im Fokus der Gesprächsrunde steht das kulturelle und politische Leben der 1960er-Jahre.

ORT: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt.
INFORMATION: www.schirn.de, E-Mail: fuehrungen@schirn.de, Telefon: (+49-69) 29 98 82-112, Fax: (+49-69) 29 98 82-240.
EINTRITT: 7 €, ermäßigt 5 €, Abendkasse, kein Vorverkauf.
ANMELDUNG: erforderlich unter: Tel. 069-29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de

Medienmitteilung
Schirn Kunsthalle Frankfurt

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