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wechselausstellungen.de | 18. März 2010

Expertenführung mit Dr. Pia Dornacher und Selima Niggl in der Ausstellung „Uwe Lausen. Ende schön Alles schön“

Dienstag, 23. März 2010, 19 Uhr
Schirn Kunsthalle Frankfurt
Eintritt 7 €, ermäßigt 5 €, Abendkasse, kein Vorverkauf

Im Rahmen der Ausstellung „Uwe Lausen. Ende schön Alles schön“ veranstaltet die Schirn Kunsthalle Frankfurt ein Veranstaltungsprogramm mit Expertenführungen und einer Talk-Show. Den Auftakt bildet am Dienstag, 23. März 2010, um 19 Uhr eine Expertenführung mit den Kuratorinnen der Ausstellung Dr. Pia Dornacher und Selima Niggl.

Die Retrospektive zum Werk des Künstlers Uwe Lausen umfasst neben 50 meist großformatigen Gemälden und ebenso vielen Arbeiten auf Papier auch Texte und Musik des Künstlers sowie Dokumente aus der Zeit und Fotografien seiner Ehefrau Heide Stolz. In erster Linie verstand sich der Autodidakt Uwe Lausen als bildender Künstler. Darüber hinaus wies er jedoch zahlreiche weitere Begabungen auf und wird rückblickend von vielen als Wunderkind beschrieben. So spielte er hervorragend Geige und begann früh, Texte zu verfassen. Nach einer starken Konzentration auf die Malerei wurde ihm ab 1967/68 das Schreiben wieder wichtiger, wie sein Text Hier und Jetzt (1968) belegt. In der Kuratorenführung beleuchten die Kunsthistorikerinnen Selima Niggl und Pia Dornacher den „Kosmos Lausen“, der den Künstler 40 Jahre nach dem frühen Tod in seinen verschiedenen Facetten fassbar machen soll. Das Zusammenspiel von Malerei, Text und Musik wird dabei insbesondere in Form einer Nachempfindung von Lausens Aschhofener Wohnräumen spürbar, die ein Bild der vielschichtigen und schwer zu fassenden Person Uwe Lausens skizziert. Darüber hinaus soll auch das Wirken und die Wirkung Lausens in seiner durch Pop Art, Aktionskunst und Happening geprägten Zeit vermittelt werden.

Dr. Pia Dornacher, Kuratorin der Ausstellung, ist seit 2004 künstlerische Leiterin des Museums Lothar Fischer in Neumarkt i. d. Opf. Von 1994 an arbeitete sie als freie Kunsthistorikerin und realisierte zahlreiche Ausstellungen u. a. zu Heimrad Prem, Lothar Fischer, Helmut Sturm und Rupprecht Geiger. Seit 1999 unterrichtet sie im Rahmen eines Lehrauftrags am Kunsthistorischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Selima Niggl, Kuratorin der Ausstellung, arbeitet seit 2007 an ihrer Dissertation zu Uwe Lausen und erstellt parallel dazu das Werkverzeichnis der Gemälde des Künstlers. Sie arbeitet als freie Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt auf der Kunst der 1960er-Jahre und publizierte Texte zu den Gruppen Spur und Geflecht sowie zu Künstlern wie Pinot Gallizio.

DIE AUSSTELLUNG „UWE LAUSEN. ENDE SCHÖN ALLES SCHÖN“
Uwe Lausens Werk zählt zu den stärksten, jedoch bislang immer noch wenig bekannten Positionen der figurativen Malerei der 1960er-Jahre in Deutschland. Anlässlich seines vierzigsten Todestags im Jahr 2010 widmet die Schirn dem mit 29 Jahren durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Autodidakten eine große Überblicksausstellung. Innerhalb von nur neun Jahren schuf Lausen ein von rasanten Entwicklungssprüngen gekennzeichnetes künstlerisches Werk, in dem er auf überzeugende Weise den ab 1964 aus England und Amerika einbrechenden Einfluss der Pop-Art in eine sehr eigene und zeitgemäße Sprache übersetzte. Dabei ging es ihm nicht um die Schilderung der banalen Konsumwelt, sondern um die schonungslose Darlegung menschlicher und gesellschaftspolitischer Dramen. In verzweifelt aggressiver Form, die sich in seinen Arbeiten in einem kühlen Realismus niedergeschlagen hat, übte Lausen Kritik an den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit und nahm dabei Tendenzen vorweg, die im Deutschen Herbst offen zutage traten. Gleichzeitig entwickelte er eine markante und kontrastreiche Bildsprache, die aus heutiger Sicht höchst aktuell ist und ein jüngeres Publikum ebenso begeistert wie Lausens eigene Generation. Die Ausstellung in der Schirn umfasst neben 50 Gemälden und ebenso vielen Arbeiten auf Papier auch einen der Wohnsituation des Künstlers nachempfundenen Raum. Hier werden Aufnahmen von Uwe Lausen mit dem Musiker Hans Poppel und Texte des Künstlers zu hören sowie Fotografien seiner Ehefrau, der Fotografin Heide Stolz, zu sehen sein.

WEITERE VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG:

Dienstag, 20. April, 19 Uhr
Expertenführung mit Dr. Ingrid Mössinger (Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz)
Seit 1996 ist Dr. Ingrid Mössinger Direktorin und seit 2005 Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz. Hierzu gehört auch die mit zahlreichen Arbeiten von Uwe Lausen bestückte Sammlung von Alfred Gunzenhauser, die die Kunsthistorikerin nach Chemnitz holte und dafür ein eigenes Museum bauen ließ. Im Rahmen der Führung stellt sie Leben und Werk Uwe Lausens im Kontext seiner Zeit vor.

Dienstag, 18. Mai, 19 Uhr
Talk-Show mit Margrit Brehm, Tania Martini, Roberto Ohrt, Martin Büsser und Klaus Walter
Im Werk von Uwe Lausen sind Kunst und Politik eng miteinander verknüpft. Seine künstlerische Sprache ist beeinflusst von einem prosperierenden Nachkriegsdeutschland und einer Weiterführung der patriarchalen Herrschaft. Lausens Befreiungsversuche aus den gesellschaftlichen Konventionen, zu denen seine Arbeit als Künstler, sein Anschluss an verschiedene Gruppierungen und auch längere Phasen intensiven Drogenkonsums zählten, endet im Alter von 29 Jahren mit seinem Freitod. Im Fokus der Gesprächsrunde steht das kulturelle und politische Leben der 1960er-Jahre.

ORT: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt. INFORMATION: www.schirn.de, E-Mail: fuehrungen@schirn.de, Telefon: (+49-69) 29 98 82-112, Fax: (+49-69) 29 98 82-240. EINTRITT: 7 €, ermäßigt 5 €, Abendkasse, kein Vorverkauf. ANMELDUNG: erforderlich unter: Tel. (+49-69) 29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de

Medienmitteilung
Schirn Kunsthalle Frankfurt



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