Halbzeit: Kunsthalle Bremen feiert Richtfest für den Erweiterungsbau
Die Flügelbauten der Kunsthalle Bremen stehen. Am 18. Juni 2010 beging der Bremen Kunstverein in Bremen als Bauherr mit dem Richtfest die bevorstehende Fertigstellung des Rohbaus. In etwa einem Jahr wird die Kunsthalle wieder eröffnet.
Höhepunkt der Feierlichkeit war der Moment, in dem der Richtkranz hochgezogen wird. Polier Ludwig Greich, Firma Riedelbau, verlas den feierlichen Richtspruch und dankte dabei traditionsgemäß den Architekten und dem Bauherrn. Zum anschließenden Richtfest waren alle am Bau Beteiligten eingeladen.
Mit der Fertigstellung des Rohbaus beginnen nun die Ausbauarbeiten. Dazu gehören unter anderem das Anbringen der Außenfassade, der Fenstereinbau und -ausbau, Putz- und Estricharbeiten und das Einsetzen der Innentüren. Noch bis Frühjahr 2011 ist die Kunsthalle Bremen geschlossen, um die Erweiterung und Modernisierung nach Plänen der Berliner Architekten Hufnagel Pütz Rafaelian umzusetzen. Die Kunsthalle gewinnt ein Drittel an zusätzlicher Fläche und schafft mehr Raum für ihre „kammermusikalische“ Sammlung. Neue Räumlichkeiten sind für das Kupferstichkabinett, die Museumsbibliothek und die Abteilung Bildung und Vermittlung entstanden. Entscheidende Bereiche wie die Anlieferungszone, die Sicherheits- und Klimatechnik, Depots und Restaurierungswerkstätten werden auf den modernsten Stand gebracht.
Wechselspiel zwischen Alt- und Neubau
Ein besonderes Anliegen der Architekten ist, dass sich der Bau harmonisch in die Wallanlagen einfügt. Die Flügelbauten stellen die im ersten Bau von 1849 angelegte Symmetrie des Gebäudes wieder her. Innen setzt sich dieses Konzept beispielsweise durch die rechts und links angeordneten Treppenhäuser fort. Peter Pütz vom Büro Hufnagel Pütz Rafaelian betont das „Wechselspiel zwischen dem Bestand und der modernen Ergänzung. Nachbarschaftlich aber eigenständig verbinden sich Alt- und Neubau zu einem Ganzen.“ Dies spiegelt sich auch in den verwendeten Materialien wider. Die Außenfassade des Altbaus besteht aus Sandstein, die beiden Kuben des Erweiterungsbaus erhalten eine Fassade aus auf Hochglanz geschliffenem Betonwerkstein mit Naturstein-Zuschlägen. Im Innenraum sind die Böden mit hochwertigem Parkett ausgelegt – im Altbau aus dunklem und im Neubau aus hellem Eichenholz.
Finanzierung
Die für die Modernisierung und bauliche Erweiterung der Kunsthalle veranschlagten 30 Millionen Euro teilt sich der Kunstverein zu je einem Drittel mit dem Land Bremen und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das vom Kunstverein zu tragende Drittel wird je zur Hälfte von den Familien Friedrich Lürßen und Peter Lürßen und der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung erbracht.
Ausblick
Anlässlich der Wiedereröffnung im Frühjahr 2011 zeigt die Kunsthalle Bremen ihre Sammlung europäischer Kunst, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart reicht. Eine besondere Gewichtung erfährt dabei die Medienkunst, die Direktor Wulf Herzogenrath seit den 1990er Jahren für die Kunsthalle erwarb. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Französischen Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind dann außerdem die Meisterwerke, die als „Noble Gäste“ zurzeit in mehr als 20 Museen deutschlandweit präsentiert werden.
Medienmitteilung
Kunsthalle Bremen
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