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wechselausstellungen.de | 1. März 2008

Herausragendes Werk Richters neu in Liechtenstein

„Sommertag“ von Gerhard Richter als Dauerleihgabe übergeben.
Seit Dienstag, 26. Februar 2008, zeigt das Kunstmuseum Liechtenstein eine neue Sammlungspräsentation mit wegweisenden Werken des deutschen Malers Gerhard Richter. Die in Vaduz gezeigten Werke sind im Besitz einer Privatsammlung und dem Kunstmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Das Kunstmuseum Liechtenstein freut sich über einen besonderen Zuwachs für seine Sammlung. Das Bild „Sommertag“, ein herausragendes Werk des deutschen Malerstars Gerhard Richter wurde dem Museum kürzlich als Dauerleihgabe aus Privatbesitz anvertraut. Das Gemälde ergänzt damit die bereits in den letzten Jahren in die Sammlung gekommenen Werke dieses Malers und stellt in dieser Gruppe den Glanzpunkt dar.
Der “Sommertag” zeigt einen Bildausschnitt aus einer verschatteten Zone heraus in eine sonnenüberflutete Landschaft hinein. Richter hat das Bild nach einer selbst aufgenommenen Fotografie gemalt, die Teil seines “Bilderatlas” ist, in dem er alle für ihn und sein Werk wichtigen Fotografien aufnimmt. Die erkennbare landschaftliche Situation ist jedoch nur unscharf zu erkennen. Diese Maltechnik ist für Richter typisch seit den frühen 1960er Jahren.

Auch das bereits seit einiger Zeit im Museum befindliche Gemälde “Heidi Kuhn” von 1968 wurde in dieser Technik gemalt. Beide Gemälde belegen Richters souveränen Umgang mit malerischen Darstellungsmitteln. “Heidi Kuhn”, ein berückend fein gemaltes Auftragsbildnis, zeigt das Nähe suggerierende Lächeln und die flüchtige Zuwendung der Dargestellten zum Betrachter, welches zugleich berührt und verunsichert. In der leicht verwischten Darstellung ist die Frau in einer schwebenden Präsenz zwischen Greifbarkeit und Ferne gehalten.

Der “Sommertag” ist ebenfalls stark atmosphärisch geprägt, weist darüber hinaus jedoch auch einige weitere interessante Aspekte auf. Der Blick aus der durch Bäume verschatteten Zone hinaus in die Sonne, in die entlang eines Zaunes rechts im Bild geradewegs ein Weg führt und vor einem Wäldchen links abbiegt, fängt auf atemberaubende Weise die Hitze und das gleissende Licht eines hochsommerlichen Mittags ein. Der in die Bildtiefe führende Weg eröffnet zahlreiche Bedeutungsebenen, die weit über das profane Motiv einer Landschaft am Stadtrand hinaus gehen. Schliesslich baut Richter auch formal das Bild in einer Spannung zwischen Polaritäten auf: dem hochformatigen Rechteck des Gemäldes hat er ein kleines Quadrat des von der Sonne beschienenen Bereiches eingeschrieben, das sorgfältig ausserhalb jeder geometrischen Koordinaten platziert ist. Gemeinsam mit den Gemälden “Trinkende Frau” von 1968 und “Bäume” von 1990 bilden der “Sommertag” und “Heidi Kuhn” eine hervorragende Gruppe mittelgrosser Bilder von Richter, die eine besondere Facette seines malerischen Schaffens deutlich machen.

Künstler
Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren und gehört zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit. Sein Werk hat sich über vier Jahrzehnte kontinuierlich entwickelt und zeichnet sich durch die Vielfalt malerischer Herangehensweisen und Motive aus. Den frühen grauen, nach fotografischen Vorlagen abgemalten Bildern folgen in den späten 1960er Jahren akribische Untersuchungen der Wirkung von Farbe. Sein radikaler Ansatz, die Malerei immer wieder neu zu formulieren, liegt Richters Wunsch zugrunde, „sich ein Bild zu machen von dieser Welt“.

Copyright Text: Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

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