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wechselausstellungen.de | 14. August 2009

Konzert zur Ausstellung “Freiheit, Macht und Pracht - Niederländische Kunst im 17. Jahrhundert” im Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Freitag, 21.8.2009, 18.30 Uhr

Wolfgang Schmidtke & friends: “Souterliedekens- Ornette non Papa”

Es spielen:
Eric Boeren - Trompete
Wolfgang Schmidtke - Tenorsaxophon, Bassklarinette
Christian Ramond - Kontrabass
Peter Weiss - Schlagzeug

Die Renaissance war für die niederländische Musik eine Blütezeit. Die Entwicklung der Kontrapunktik, die ca. zweihundert Jahre später mit Bach ihre Vollendung erfuhr, befand sich in der niederländisch-/ flämisch-/ burgundischen Region gewissermaßen in einem hochkreativen “Laborzustand”.

Warum interessiert das den Jazzmusiker? Jazz ist in zwei Epochen ebenfalls eine deutlich kontrapunktisch, polyphone Musik. Der klassische New Orleans Jazz bekommt seinen Sound durch die kollektiven Improvisationen von Trompete, Posaune und Klarinette. Louis Armstrong machte tatsächlich polyphone Musik. Eine zweite Phase im Jazz, die gemeinhin als dem New Orleans Jazz völlig konträr angesehen wird, ist der Free Jazz. Ornette Colemans Konzept war eben eine logische Konsequenz seiner Urväter aus New Orleans.

Wenn bei der Niederländischen Schule des 16. Jahrhunderts ähnliche Strukturmerkmale herrschen, wie bei diversen Jazzstilen, warum dann nicht Kompositionen aus diesen Epochen in einem “Laborversuch” nebeneinander stellen?

Der Konzertabend besteht aus zwei suitenartigen Sets. Im ersten werden Kompositionen der franko-flämischen Musik mit den Mitteln zeitgenössischer Improvisation interpretiert. Die Wurzeln des gleichberechtigten Spiels gehen zurück bis zur franko-flämischen Musik. Die ganz frühe Mehrstimmigkeit drückt sich in diesen Souterliedekens aus, das heißt Psalterliedchen. Einer der großen Komponisten der Epoche hieß Jakobus Clemens und seine Popularität muss so groß gewesen sein, dass er den Beinamen “non papa” verliehen bekam, um ihn vom gleichzeitig residierenden Papst Clemens Vll. zu unterscheiden.

Das zweite Set bietet Kompositionen des Wiederentdeckers der Jazzpolyphonie Ornette Coleman. Wenn man diesen kleinen Diskurs weiterdenkt, könnte man Ornette im Rückblick von 50 Jahren durchaus als Künstler deuten, der die Ideale der Renaissance verkörpert.
(Wolfgang Schmidtke)

Karten an der Museumskasse 12 Euro / erm. 9 Euro (Das Konzert wurde durch die Sparda Bank West und das Niederländische Generalkonsulat unterstützt)

Von der Heydt-Museum Wuppertal
Turmhof 8
42103 Wuppertal

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