Noble Gäste von Max Beckmann im Museum Ludwig
EINLADUNG ZUM PRESSEGESPRÄCH
Dienstag, 20. Januar 12 Uhr
Ab dem 20. Januar 2009 integriert das Museum Ludwig für etwa zwei Jahre vier Gemälde und eine Skulptur Max Beckmanns aus der Kunsthalle Bremen in die eigene Sammlung. Die Kunsthalle Bremen erhält in diesem Zeitraum einen Anbau und schickt bedeutende Werkgruppen aus ihrem Bestand in 20 deutsche Museen als „Noble Gäste“.
Zum Pressegespräch am Dienstag, 20.1. kommt auch Professor Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen um die Noblen Gäste persönlich zu „übergeben“. Außerdem werden anwesend sein: Prof. Kasper König, Direktor des Museum Ludwig und Dr. Stephan Diederich, Kurator der Sammlung Kunst des 20. Jahrhunderts, der für die Präsentation verantwortlich ist.
Das Museum Ludwig verfügt über eine bedeutende Sammlung von Gemälden Max Beckmanns und kann diese nun durch die Leihgaben aus Bremen ideal ergänzen. Die Werke werden in einem Raum mit Blick auf den Domchor präsentiert.
Der kraftgeladene „Apachentanz“ von 1938 ist nun gemeinsam mit Beckmanns drei Jahre zuvor entstandenem, in Format und Palette ähnlichem „Leiermann“ zu sehen. Virtuell war der „Apachentanz“ bereits 2005 zu Gast im Museum Ludwig, als sich Werke von Max Beckmann und Fernand Léger zu unerwarteten Begegnungen in der gleichnamigen Ausstellung zusammenfanden. Damals durfte das Original aus konservatorischen Gründen nicht reisen.
Mit dem „Mann im Dunkeln“ ist im Museum Ludwig kein Unbekannter zu Gast – ein weiteres Exemplar des Bronzegusses war über viele Jahre als Leihgabe in der Sammlung beheimatet. 1934 ist sie als Beckmanns erste Skulptur entstanden, kurz nachdem er von den Nationalsozialisten seines Lehramtes an der Städelschen Kunstschule enthoben worden war. Das Werk vermittelt ein Gefühl tiefer Unsicherheit, die den Künstler während der folgenden Jahre begleiten sollte. Beckmann schuf damit eine zeitlose Metapher existentieller Gefährdung und zugleich eine Art inneres Selbstbildnis, das komplementär zum ebenfalls 1934 in Berlin gemalten „Selbstbildnis mit schwarzer Kappe“ gesehen werden kann. Dieses Werk steht nun dem vier Jahre zuvor in Paris entstandenen „Selbstbildnis mit Saxophon“ gegenüber.
„Schiphol“ zeigt den zerbombten Amsterdamer Flughafen. Das Bild ist 1945 entstanden, als Beckmann sich in Amsterdam im Exil befand. Aus dieser Zeit besitzt das Museum Ludwig eine Reihe von Figurenbildern, die in Bars und Varietés angesiedelt sind. Trotz des vielfach pessimistischen Untertons spiegeln sie Beckmanns kleine Fluchten aus der Realität der Kriegsgeschehnisse. „Schiphol“ bezieht seine Dramatik vergleichbar Caspar David Friedrichs „Gescheiterter Hoffnung“ aus einer völlig menschenleeren Szenerie. Mit dem „Mönch am Meer“ ist ein weiteres Gemälde Friedrichs wiederholt mit Beckmanns „Meerestrand“ von 1935 assoziiert worden. Wie die zwei Jahre später entstandene „Sinnende Frau am Meer“ durchdringt das Landschaftsbild eine verhalten farbige Tonigkeit. Vor der Weite des Meeres ist beiden ein melancholisch-romantischer Grundzug eigen, hier in der klassischen Gegenüberstellung von kontemplativer weiblicher Figur und rätselhaftem Betrachtungsgegenstand, dort im reinen Naturerlebnis, das den Betrachter sinnend auf sich selbst zurück verweist.
Stichwörter / Tags: Köln, Kunsthalle Bremen, Max Beckmann, Museum Ludwig
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