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wechselausstellungen.de | 8. November 2008

Schirn mit Preis „Kulturmarke des Jahres 2008“ ausgezeichnet

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt wurde am Freitag, den 7. November in Berlin im Rahmen einer Gala für ihr erfolgreiches Marketing mit dem Preis „Kulturmarke des Jahres 2008“ ausgezeichnet. Die Kunsthalle erhielt die Auszeichnung für die Kampagne zur Ausstellung „Impressionistinnen“, die sich den weiblichen Vertreterinnen der impressionistischen Bewegung gewidmet hatte und vom 22. Februar bis 1. Juni 2008 in Frankfurt gezeigt worden war. Der Gewinn ist mit 50.000 Euro in Form eines vom Spiegel-Verlag vergebenen Mediapaketes dotiert. Der Kulturmarken-Award 2008, in dessen Rahmen auch die „Trendmarke des Jahres 2008“ und der „Kulturmanager des Jahres 2008“ prämiert werden, wird von der Agentur Causales und dem KulturSPIEGEL für Kulturinstitutionen und -projekte im deutschsprachigen Raum ausgeschrieben. Mit der Auszeichnung, die bereits zum dritten Mal vergeben wurde, fördert die Agentur Causales innovative Marketingideen und professionelle Markenführung in der Kulturlandschaft.

Bis zum 31. August 2008 wurden insgesamt 96 Projekte in den drei Kategorien Kulturmarke, Trendmarke und Kulturmanager des Jahres eingereicht. Am 18. September hat eine zehnköpfige Expertenjury aus Wirtschaft, Kultur und Medien jeweils zehn Kulturprojekte in den drei Kategorien nominiert, von denen jeweils ein Preisträger auf einer Gala vor 1000 geladenen Gästen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien am 7. November 2008 im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei ausgezeichnet wurde. Der Preis für die „Trendmarke des Jahres 2008“ ging an das Ozeaneum Stralsund, der „Kulturmanager des Jahres 2008“ an Markus Rindt, Leiter der Dresdner Sinfoniker. Der Hauptpreis „Kulturmarke des Jahres 2008“ für die Schirn wurde von Inka Drögemüller, seit 2001 Leiterin des Marketing der Schirn, entgegengenommen.

„Mit unseren Ausstellungen“, so Inka Drögemüller, „wollen wir ein breites Publikum ansprechen. Die Ausstellung ‚Impressionistinnen‘ war mit 185.000 Besuchern die erfolgreichste Ausstellung der Schirn unter Leitung von Max Hollein. Um das zu erreichen, haben wir Ausstellungsinhalte und Marketingkonzept in einer kreativen Weise miteinander verknüpft. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir den Preis für die beste Kulturmarke 2008 erhalten haben, da er für uns auch eine Bestätigung unserer langjährig praktizierten Marketingstrategien und -konzepte darstellt.

“ Die Jury begründete ihre Entscheidung für die „Impressionistinnen-Kampagne“ der Schirn wie folgt:

„Insgesamt haben die innovative Idee, die weibliche Seite des Impressionismus darzustellen, und die konsequente und kreative Umsetzung dieser Idee überzeugt. Die Umsetzung beinhaltete viele wirkungsvolle und stimmige Elemente und Maßnahmen, angefangen beim Corporate Design über die Teaserkampagne mit Slogans wie ‚Renoir, Renoir, Au revoir‘ als Reaktion auf das Ende der ‚Franzosen-Ausstellung‘ in Berlin bis hin zu vielen feinen, sehr gut ausgearbeiteten Details wie dem von Heike Makatsch besprochenen Audioguide, dem Versand eines fiktiven Briefs aus der Feder der Malerin Berthe Morisot im Rahmen des Direktmarketings, der Einladung zu einem Frauentag und anderen guten Ideen. Die Kampagne zeichnete sich außerdem durch eine ausführliche Situationsanalyse aus, durch eine klare Zielsetzung und Zielgruppenbestimmung, vielfältige und kreative sowie sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmte Maßnahmen, ein wirkungsvolles Ineinandergreifen von Strategie und operativen Maßnahmen, ausführliches und professionelles Controlling, effektive Kooperationen, tolles Merchandising, gute Anlehnung des Corporate Design der Ausstellung an das Corporate Design der Dachmarke sowie professionelles Direktmarketing und Eventmarketing.“

Mitglieder der Jury

Mitglieder der Jury waren die leitende Redakteurin des KulturSPIEGEL Marianne Wellershoff, die Leiterin Öffentlichkeitsarbeit der ZEIT Silvie Rundel und die Chefredakteurin von Marketeer & Pioneers Sabine Wegner. Darüber hinaus zählten zu den Juroren: Prof. Dr. Andrea Hausmann von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), Henry C. Brinker, Leiter Marketing der Elbphilharmonie (Hamburg), Roland Bischof, Vorstandsmitglied im Fachverband für Sponsoring und Sonderwerbeformen e. V., und Hans-Willy Brockes, Geschäftsführer der Europäischen Sponsoring-Börse (ESB), sowie der Grafikdesigner Alexander Branczyk (Xplicit Gesellschaft für Kommunikation), der Kulturwissenschaftler Dr. Thomas Düllo und der Geschäftsführer von Kulturmanagement Network Dirk Schütz.

Die Ausstellung „Impressionistinnen“

Jeder kennt die Namen berühmter Impressionisten – Manet, Monet, Degas, Renoir, Pissarro –, doch weniger bekannt ist, dass es in ihrem Kreis auch bedeutende Malerinnen gab. Berthe Morisot, erfolgreiche und geschätzte Kollegin, Freundin und Modell von Manet, wurde von zeitgenössischen Kritikern wegen ihres lockeren Pinselstrichs als die „impressionistischste unter den Impressionisten“ hoch gelobt. Die Amerikanerin Mary Cassatt entwickelte in Paris und durch den engen Kontakt mit Degas ihren unverwechselbaren Stil. Eva Gonzalès hat als Schülerin von Manet ein qualitätvolles, durch ihren frühen Tod jedoch weniger umfangreiches Œuvre hinterlassen. Marie Bracquemond stellte mit den Impressionisten aus, geriet aber in Konkurrenz zu dem Werk ihres Mannes Félix Bracquemond und gab die Malerei schließlich auf. Die Ausstellung mit 150 Werken aus vielen internationalen Museen wie dem Musée d’Orsay Paris, dem Metropolitan Museum New York, der National Gallery of Art Washington und Privatsammlungen präsentierte am Beispiel dieser vier Malerinnen den weiblichen Anteil an der impressionistischen Bewegung.

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt ist eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Seit 1986 wurden etwa 180 Ausstellungen realisiert, darunter große Übersichtsausstellungen zum Wiener Jugendstil, zum Expressionismus, zu Dada und Surrealismus, zu den „Impressionistinnen“, zur Geschichte der Fotografie, zu Themen wie „All-Inclusive – Die Welt des Tourismus“, „Shopping – Kunst und Konsum“, zur visuellen Kunst der Stalinzeit oder der neuen Romantik in der Kunst der Gegenwart. Künstler wie Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Alberto Giacometti, Frida Kahlo, Bill Viola, Arnold Schönberg, Henri Matisse, Julian Schnabel, James Lee Byars, Yves Klein und Carsten Nicolai wurden in großen Einzelausstellungen vorgestellt. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt, seit 2001 mit Max Hollein als Direktor, präsentiert mit prägnanter Stimme brisante Themen sowie aktuelle Aspekte künstlerischer Œuvres aus einer zeitgenössischen Position heraus. Als Ort der Entdeckungen bietet die Schirn dem Besucher beides: ein originäres, sinnliches Ausstellungserlebnis sowie eine involvierte Teilnahme an der kulturellen Diskussion.

Schirn Kunsthalle Frankfurt

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