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Kunstausstellungen und Pressenews aus Kunstmuseen, Kunsthallen und Galerien
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wechselausstellungen.de | 15. Januar 2010

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Ausstellungsprogramm 2010

Bis 28.2.2010
Von Rodin bis Giacometti. Plastik der Moderne

Die Plastik der Moderne mit anderen Augen zu sehen, dieses Ziel hat sich die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe gesetzt, und kann nun die erste Überblicksausstellung zu diesem Thema in Deutschland zeigen. Mit über 100 Werken von rund 60 Künstlern unterzieht Kurator Siegmar Holsten die Plastik zwischen 1900 und 1945 einer Revision. Sein Augenmerk gilt dem leibhaftigen und emotionalen Verhältnis des Menschen zum Raum, wie es sich in den Skulpturen von Umberto Boccioni, Constantin Brancusi und Alberto Giacometti, aber auch von Wilhelm Lehmbruck, Käthe Kollwitz und Max Beckmann widerspiegelt. Dabei wird deutlich, dass die Figur als zentrales Thema der Bildhauerei in der Moderne nicht ausgedient hat. Aber nicht nur dieses Faktum verleiht der mit Abstraktion und Ungegenständlichkeit assoziierten Ära der Plastik eine neue Note: Geschult an der zeitgenössischen Skulptur, die wesentlich vom Anteil des Betrachters mitbestimmt ist, rückt für das Kuratorenteam auch der vielfältige Umgang der modernen Bildhauer mit dem Raum in den Mittelpunkt. Die Ausstellung knüpft an die Schau „Von Houdin bis Rodin“ an, die 2007 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe der französischen Plastik des 19. Jahrhunderts gewidmet war.

16.4. – 22.8.2010
Mirosław Bałka / Karlsruher Passion

Der polnische Bildhauer Mirosław Bałka (geboren 1958) gehört international zu den am meisten beachteten Künstlern Osteuropas, die nach der politisch-gesellschaftlichen Wende von 1989 in Erscheinung traten. In seinen reduzierten Skulpturen und Installationen aus einfachen, alltäglichen Materialien, aber auch in seinen Videos umkreist er grundlegende Themen menschlicher Existenz. Dabei spielt der eigene Körper als Medium primärer Erfahrungen ebenso eine wichtige Rolle wie die persönliche und kollektive Erinnerung. Seit vielen Jahren setzt er sich in diesem Zusammenhang u. a. auch mit der fortdauernden Präsenz des Holocaust auseinander. Vom Gastkurator Julian Heynen angeregt wird Mirosław Bałka für die Kunsthalle eine neue raumübergreifende Arbeit schaffen, die Kontakt zu den Werken altdeutscher Malerei aufnimmt, die mit bewegenden Bildern der christlichen Passion und des menschlichen Schmerzes in der Karlsruher Sammlung auf höchstem Niveau versammelt sind. Der Berührungspunkt ist dabei die Darstellung der Leiblichkeit, ein Thema, das Bałka seit jeher begleitet und in dem sich seine künstlerischen Überlegungen zu Ort und Geschichte kreuzen.

11.9.- 28.11.2010
Viaggio in Italia
Künstler auf Reisen 1770–1880

Die Staatliche Kunsthalle verwahrt einen bis heute nicht gehobenen künstlerischen Schatz: die Bilder der Italienreisenden, die sich in großer Zahl auf den Weg in den Süden begaben. Dabei waren es nicht nur die Deutschen, die im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert von der Reiselust ergriffen wurden. Italien mit Rom als dem inspirativen Zentrum war am Beginn der Moderne der Treffpunkt der internationalen Kunstwelt. Hier ergaben sich überaus produktive Begegnungen und Konstellationen. Das Interesse der Maler, Zeichner, Architekten und Bildhauer galt einerseits den allgegenwärtigen Zeugnissen der klassischen Tradition, die ganz Italien als faszinierendes Museum erscheinen ließen, aber auch der sinnlich-konkreten Erscheinungswelt, den lichtdurchfluteten Landschaften, den Meereshorizonten und dem bunten Volksleben. Die geplante Ausstellung vereint erstmals die südlich inspirierten Werke von Künstlern wie Hubert Robert, Honoré Fragonard, Joseph Anton Koch, Friedrich Overbeck, Julius Schnorr von Carolsfeld, Carl Blechen, Camille Corot, Ernst Fries, Carl Rottmann, Anselm Feuerbach u.v.a. aus der Staatlichen Kunsthalle. Sie wirft aber auch einige Schlaglichter auf die Kunst der Italienverweigerer, die der allgemeinen Sehnsucht nach dem Süden nicht folgen wollten, aber doch auf diese Faszination künstlerisch reagierten.

11.12.2010 - März 2011
Pia Fries
Krapprhizom Luisenkupfer

Die Schweizer Malerin Pia Fries (geboren 1955) blickt auf eine nunmehr über zwei Jahrzehnte währende intensive Arbeit am Bild zurück. Den Bedingungen und Möglichkeiten nicht-figurativer Malerei auf den Grund zu gehen, den Prozess der Gestaltung sichtbar werden zu lassen, dem Betrachter anschaulich vor Augen zu führen, wie unterschiedlichste Bildphänomene in der Spannung von Original und Reproduktion interagieren – dies sind die Antriebskräfte ihrer dynamischen Kunst. Üppige körperhafte Farbmassen werden aufgetragen, geknetet, gespachtelt, abgekratzt und geschichtet. Zusätzlich integriert die Künstlerin flache Siebdruckreproduktionen gefundener Bilder, mit denen sie im Fragment neue Sinn- und Bedeutungsdimensionen für ihre Malerei erschließt. Die in Düsseldorf lebende und in Berlin lehrende Künstlerin ist der Einladung der Kunsthalle gefolgt, einen neuen Bilderzyklus mit Bezug zur Karlsruher Sammlung zu erarbeiten. Aus Bruchstücken der Kunstgeschichte werden sich neue Einheiten formen, die den Betrachter durch ihre Vitalität, ihre sinnliche Präsenz, aber auch durch die Distanz schaffende Mannigfaltigkeit des Disparaten beeindrucken.

Pressemitteilung
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

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