Staatsgalerie Stuttgart Ausstellungen bis 2011
06.03. - 20.06.2010
Sonderausstellung
Brücke Bauhaus Blauer Reiter
Schätze der Sammlung Max Fischer
Seit den 1920er Jahren trug der Stuttgarter Unternehmer Dr. Max Fischer eine auf über 250 Arbeiten angewachsene Sammlung vorwiegend expressionistischer Meisterwerke von herausragender Qualität zusammen. Die Staatsgalerie Stuttgart, der diese Sammlung Ende 2008 als Dauerleihgabe anvertraut wurde, stellt nun eine repräsentative Auswahl der Werke erstmals der Öffentlichkeit vor. Zu bewundern ist ein sensationelles Ensemble von originalen Handzeichnungen und teils überaus seltenen Druckgraphiken von Ernst Ludwig Kirchner, die berühmten Holzschnitte und Lithographien von Edvard Munch sowie kapitale Ölgemälde von Emil Nolde, Oskar Schlemmer, Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, Lyonel Feininger, August Macke und Oskar Kokoschka. Mit einer Vielzahl hochkarätiger Papierarbeiten der genannten und weiterer Künstler sowie einer erlesenen Zusammenstellung von Plastiken u.a. von E.L. Kirchner und Wilhelm Lehmbruck entfalten diese Werke ein faszinierendes Panorama der Klassischen Moderne. Das breite Spektrum der Kollektion ist dabei ebenso erstaunlich wie das außerordentliche Auge für Qualität, für das Besondere, das der engagierte Sammler bewies.
17.07. - 01.11.2010
Sonderausstellung
»…nur Papier, und doch die ganze Welt…«
200 Jahre Graphische Sammlung
Im Jahre 1806 begründete König Friedrich I. mit einem Einzug ins Neue Schloss Stuttgart das »Königliche Cabinett der Kupferstiche und Handzeichnungen«, zunächst untergebracht in zwei Räumen des Schlosses, dem »roten Kupferstichzimmer« und dem »Zimmer der Handzeichnungen« mit mehr als 20.000 Druckgraphiken, 260 gebundenen Werken sowie rund 2.000 Zeichnungen. 1810 wurde mit dem Maler Eberhard Wächter der erste Inspektor des »Königlichen Cabinetts der Kupferstiche und Handzeichnungen« eingestellt, der auch den ersten Katalog der Zeichnungssammlung schrieb. Dieses Datum nimmt die Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart zum Anlass, ihr zweihundertjähriges Jubiläum gebührend zu feiern. Bedeutende Werke aus allen Jahrhunderten und Sammlungsgebieten werden den mittlerweile auf rund 400.000 Blätter angewachsenen Bestand ausführlich vorstellen.
31.07. - 28.11.2010
Graphikkabinett
Le Diable à Paris
Eine Metropole im Wandel
In den Jahren 1845/46 erscheint eine zweibändige Veröffentlichung mit dem Titel Le Diable à Paris: Der Teufel soll das Leben in Paris beschreiben und findet dazu in einer Schublade Material, das von berühmten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts wie George Sand, Honoré de Balzac oder Théophile Gautier stammt. Die Buchillustrationen nach Paul Gavarni zeigen ein humoristisches Sittengemälde, das in ebenfalls ausgestellten Karikaturen von Honoré Daumier seinen Wiederhall findet. Frühe Fotografien von Paris, festgehalten von Charles Marville und Eugène Atget, sind ebenso Zeugnisse denkmalpflegerischen Bewusstseins wie der architektonischen Schönheit des alten Paris.
27.11.2010 - 20.03.2011
Große Landesausstellung
Hans Holbein d. Ä.: Die Graue Passion in ihrer Zeit
Die “Graue Passion” gilt als ein Hauptwerk von Hans Holbein d. Ä. und als eine der ungewöhnlichsten Passionsfolgen der altdeutschen Kunst. Schon der Name des um 1495 entstandenen Zyklus, dem innerhalb der europäischen Malerei eine einzigartige Stellung zukommt, weist auf die farbliche Gestaltung der Bildfolge hin. Die künstlerische Herkunft und Wirkung der “Grauen Passion” wird in der Ausstellung durch eine exemplarische Werkauswahl der Vorgänger und Zeitgenossen Holbeins sichtbar. Der 1465 in Augsburg geborene Künstler zählt neben Martin Schongauer und Albrecht Dürer zu den bedeutendsten deutschen Malern seiner Zeit. Mit seiner Kunst steht Hans Holbein d. Ä. zwischen den Schulen und zwischen den Zeiten, am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.
Eine eingehende Dokumentation gibt den Besuchern Einblicke in die aufwändigen Restaurierungsarbeiten, die im Vorfeld der Ausstellung an den zwölf Bildtafeln vorgenommen wurden. Die “Graue Passion” wurde 2003 in einer spektakulären Aktion mit Mitteln des Landes, der Kulturstiftung der Länder, des Stuttgarter Galerievereins und privater Sponsoren für das Museum erworben.
11.12.2010 - 1.5.2011
Graphikkabinett
Willi Baumeister: Der «Gilgamesch»-Zyklus
Willi Baumeister (1889-1955) , von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt und als entartet verfemt, verließ Stuttgart mit seiner Familie 1943. Er fand einen Zufluchtsort in Urach, wo er in einer Zeit der inneren Emigration die 64 Blätter zu Gilgamesch , der ältesten epischen Dichtung der Menschheit schuf. Um die Wirkung des Archaischen zu verstärken, verwendete Baumeister in ihnen die Technik der Frottage. Die Hintergründe der Darstellungen erschienen wie die von der Zeit verwitterten Mauern von Uruk, auf die der Künstler die Geschichte mit einer geheimnisvollen Schrift schreibt. Daneben zeigen viele der Darstellungen durchaus auch hintergründigen, skurrilen Humor sowie eine ungemein reiche Freude am Fabulieren. In Begleitung zur Landesausstellung Hans Holbein d.Ä.: Die Graue Passion in ihrer Zeit kann auch das Gilgamesch-Epos als eine Art Passion des suchenden Helden aufgefasst werden.
Sommer 2011
Sonderausstellung
Käthe Kollwitz - Zeichnungen und Druckgraphik
Käthe Kollwitz (1867 1945) wurde 1919 als erste Frau Professorin an der Preußischen Akademie der Künste, jedoch 1933 von den Nationalsozialisten zum Austritt gezwungen. Erschütternde Themen wie Tod, Hunger und vor allem der Krieg bestimmten das Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin. In der seit langem nicht mehr gezeigten, international bedeutenden Kollwitz-Sammlung der Staatsgalerie mit rund 100 Zeichnungen und Druckgraphiken finden sich sämtliche Facetten ihres künstlerischen Schaffens. Unter den Werken sind ein frühes Selbstbildnis von 1892 sowie auch ihre letzte Lithographien-Folge Tod (1934/1935).
Gemälde von Zeitgenossen wie Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz und Ludwig Meidner aus der reichen Sammlung der Staatsgalerie ergänzen die Ausstellung. Die wiederkehrenden Motive von der Sinnlosigkeit des Krieges stellen damit das Werk von Käthe Kollwitz in den Kontext ihrer Zeit. Auch selten gezeigte graphische Blätter von Otto Wirsching, Vom Totentanz Anno 1915, oder Otto Hermanns Lithographien Die Verdammten (1945) werden zu sehen sein.
Änderungen vorbehalten
Medienmitteilung
Staatsgalerie Stuttgart
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