Staatsgalerie Stuttgart Ausstellungsprogramm 2010
Edward Burne-Jones: Das Irdische Paradies/The Earthly Paradise
24.10.2009 - 07.02.2010
Mythen, Legenden und Sagen werden lebendig in den Bildern des großen viktorianischen Malers Edward Burne-Jones. Im Fokus der Ausstellung stehen die großen Erzählzyklen des Künstlers so etwa seine großformatigen, auf die Ornamentik des Jugendstiles verweisenden Arbeiten zu Dornröschen oder die Tapisserien zu König Artus und den Rittern der Tafelrunde. Zu den Meisterwerken des Künstlers zählt der Zyklus zu den Taten des Halbgottes Perseus. Diese Werkfolge, die sich seit 1971 in der Staatsgalerie befindet, bildet den Ausgangspunkt für die erste monografische Ausstellung zum Werk Burne-Jones in Deutschland.
Der Titel der Ausstellung verweist auf eine der wichtigsten literarischen Quellen der Zeit, aus der Burne-Jones die Inspiration für seine erzählerischen Zyklen bezog: William Morris Erfolgsbuch “The Earthly Paradise”, dessen erste Auflage 1868 erschien.
Johann Heinrich Schönfeld: Zeichnungen und Druckgraphik
07.11.2009 - 07.03.2010
Zum 400. Geburtstag des aus Biberach stammenden Malers Johann Heinrich Schönfeld (gest. 1684 in Augsburg), der Deutschland während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges verlassen und bis 1651 in Rom und Neapel gelebt hatte, zeigt die Graphische Sammlung ihren Bestand an Zeichnungen und Druckgraphiken des Künstlers und seiner Werkstatt. Darunter befindet sich auch der einzigartige Probedruck des Kupferstichs von der noch unfertigen Platte mit »Saul und die Hexe von Endor«, der von einem Schüler Schönfelds stammt und den der Meister eigenhändig mittels Tuschfeder und Lavierung korrigiert und ergänzt hat.
Dieter Roth - Souvenirs
14.11.2009 - 17.01.2010
Anlässlich der Tagung der Dieter Roth Akademie in Stuttgart im November zeigen die Staatsgalerie und das Kunstmuseum Stuttgart Arbeiten, die der Künstler an seine Freunde verschenkte. Seit 1963 arbeitete Dieter Roth mit Stuttgarter Verlegern, Druckern und Sammlern zusammen; von 1972 bis 1983 hatte er ein Atelier in dieser Stadt, in der er auch mehrfach ausstellte. Umfangreiche Werkkomplexe befinden sich in der Staatsgalerie und im Kunstmuseum Stuttgart. Grund genug, für die in der Dieter Roth Akademie zusammengeschlossenen ehemaligen Weggefährten des Künstlers, ihr diesjähriges Treffen in Stuttgart abzuhalten. Der Multimediakünstler Dieter Roth (1930 1998), der zeitlebens den Austausch mit anderen Künstlern suchte, wollte, die Kunst ins Leben hineinholen. So kultivierte er das freizügige Verschenken seiner Arbeiten an geschätzte Freunde: »Souvenirs« ist die Präsentation solcher bislang unpublizierter Geschenke benannt, die ab 14. November in der Staatsgalerie gezeigt wird und dort jeweils in Dialog mit den eigenen Beständen tritt.
Brücke Bauhaus Blauer Reiter
Schätze der Sammlung Max Fischer
06.03. - 20.06.2010
Seit den 1920er Jahren trug der Stuttgarter Unternehmer Dr. Max Fischer eine Sammlung vorwiegend expressionistischer Meisterwerke von erstaunlichem Umfang und herausragender Qualität zusammen, die im Laufe seines Lebens auf über 250 Arbeiten anwuchs.
Die Staatsgalerie Stuttgart, der diese Sammlung Ende 2008 als Dauerleihgabe anvertraut wurde, stellt eine repräsentative Auswahl der Werke erstmals der Öffentlichkeit vor. Zu bewundern ist ein sensationelles Ensemble von originalen Handzeichnungen und teils überaus seltenen Druckgraphiken von Ernst Ludwig Kirchner, die berühmten Holzschnitte und Lithographien von Edvard Munch sowie kapitale Ölgemälde von Max Beckmann, Kirchner, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, Lyonel Feininger, August Macke, Oskar Kokoschka, Emil Nolde, Karl Hofer und Oskar Schlemmer. Mit einer Vielzahl hochkarätiger Papierarbeiten der genannten und weiterer Künstler sowie Plastiken u.a. von Kirchner und Ernst Barlach entfalten diese Werke ein faszinierendes Panorama der Klassischen Moderne. Das breite Spektrum der Kollektion ist dabei ebenso erstaunlich wie das außerordentliche Auge für Qualität, das der engagierte Sammler bewies.
»… nur Papier, und doch die ganze Welt… «
200 Jahre Graphische Sammlung
17.07. - 02.11.2010
Im Jahre 1806 begründete König Friedrich I. mit einem Einzug ins Neue Schloss Stuttgart das »Königliche Cabinett der Kupferstiche und Handzeichnungen«, zunächst untergebracht in zwei Räumen des Schlosses, dem »roten Kupferstichzimmer« und dem »Zimmer der Handzeichnungen« mit mehr als 20.000 Druckgraphiken, 260 gebundenen Werken sowie rund 2.000 Zeichnungen. 1810 wurde mit dem Maler Eberhard Wächter der erste Inspektor des »Königlichen Cabinetts der Kupferstiche und Handzeichnungen« eingestellt, der auch den ersten Katalog der Zeichnungssammlung schrieb. Dieses Datum nimmt die Graphische Sammlung zum Anlass, ihr zweihundertjähriges Jubiläum gebührend zu feiern. Bedeutende Werke aus allen Jahrhunderten und Sammlungsgebieten werden den mittlerweile auf rund 400.000 Blätter angewachsenen Bestand ausführlich vorstellen.
Hans Holbein d. Ä.: Die Graue Passion in ihrer Zeit
27.11.2010 - 20.03.2011
Die “Graue Passion” gilt als ein Hauptwerk von Hans Holbein d. Ä. und als eine der ungewöhnlichsten Passionsfolgen der altdeutschen Kunst. Schon der Name des um 1495 entstandenen Zyklus, dem innerhalb der europäischen Malerei eine einzigartige Stellung zukommt, weist auf die farbliche Gestaltung der Bildfolge hin. Die künstlerische Herkunft und Wirkung der “Grauen Passion” wird in der Ausstellung durch eine exemplarische Werkauswahl der Vorgänger und Zeitgenossen Holbeins sichtbar. Der 1465 in Augsburg geborene Künstler zählt neben Martin Schongauer und Albrecht Dürer zu den bedeutendsten deutschen Malern seiner Zeit. Mit seiner Kunst steht Hans Holbein d. Ä. zwischen den Schulen und zwischen den Zeiten, am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.
Eine eingehende Dokumentation gibt den Besuchern Einblicke in die aufwändigen Restaurierungsarbeiten, die im Vorfeld der Ausstellung an den zwölf Bildtafeln vorgenommen wurden. Die “Graue Passion” konnte 2003 durch einen spektakulären Ankauf der Freunde der Staatsgalerie für das Museum gewonnen werden.
Staatsgalerie. Die Sammlung
ganzjährig
Die Staatsgalerie Stuttgart beherbergt eine einzigartige Sammlung an Kunstwerken aus 700 Jahren. Neben den traditionellen Sammlungsgebieten der Altdeutschen, Italienischen und Niederländischen Kunst sowie des Schwäbischen Klassizismus bilden die Klassischen Moderne und die Zeitgenössische Malerei und Plastik Sammlungsschwerpunkte des Museums. Zu sehen sind bedeutende Werkgruppen der unterschiedlichen Stilströmungen Fauves , Brücke , Blauer Reiter , Kubismus ) sowie herausragende Werkkomplexe von einzelnen Künstlerpersönlichkeiten (Picasso, Beckmann, Schlemmer, Beuys, Kiefer, Baselitz), die das internationale Ansehen des Hauses begründen.
Nach einer mehrjährigen Bauphase wurden am 12. Dezember 2008 die sanierten Bereiche im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie eröffnet. In völlig neuem Gewand bieten sie nun rund 1.500 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche. Insgesamt stehen dem Museum damit 8.350 Quadratmeter für die Präsentation der Sammlung und für Sonderausstellungen zur Verfügung. Parallel zu dem Ausstellungsprogramm der Staatsgalerie Stuttgart rückt die erneute Begegnung mit der Sammlung den Grundgedanken des Museums als Institution der Bewahrung eines über viele Jahrzehnte gewachsenen und gepflegten Bestandes in ein neues Bewusstsein.
Änderungen vorbehalten
Pressemitteilung
Staatsgalerie Stuttgart
Stichwörter / Tags: Ausstellungsprogramm, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart
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