Thomas Schütte mit Skulptur und Radierungen in Oldenburg
Aktuelle Ausstellung im Horst-Janssen-Museum vom 16. Mai bis 16. August 2009
Oldenburg ist Thomas Schüttes Geburtsstadt. Aktuell zeigt das Horst-Janssen-Museum seine Radierungen mit drei großen Zyklen sowie aktuellen Arbeiten aus dem Jahr 2009. Darüber hinaus wird kommende Woche eine Variante von “Mann in Matsch” eine fünf Meter große, neue bronzene Skulptur in Oldenburg aufgestellt.
Im Kontext von Horst Janssen, der die Radierung als “sein eigentliches” bezeichnete, ist es besonders spannend und zum Teil überraschend, wie Thomas Schütte mit dieser Jahrhunderte alten Tiefdrucktechnik umgeht. Seine Radierungen reichen von unfertig wirkenden Probedrucken bis hin zu virtuos gearbeiteten Grafiken. Die “Wattwanderung” von 2001 besteht beispielsweise aus 139 Radierungen, die Thomas Schütte selber an Leinen quer durch einen Ausstellungsraum im Horst-Janssen-Museum gespannt hat. Als Bildhauer bezieht er sich mit seiner Arbeit vor allem auf den Raum und gliedert ihn mit diesen bildlichen Akzenten.
Die Mappe “Frauen” von 2006 beinhaltet 18 großformatige Radierungen, auf denen sich Schütte sehr überzeugend mit der Darstellung des weiblichen Körpers beschäftigt. Während einige der großen Blätter geradezu klassisch, wie monumentale Torsi, anmuten, verstört Schütte den Betrachter andererseits mit deformierten Körpern und fremden Perspektiven. Diese Mappe steht im Kontext mit Schüttes beeindruckenden großen Stahl- und Bronzefrauen, die seit 1998 entstehen.
“Fleurs pour M. Duchamp” sind 13 Radierungen von 2002, die pflanzliche Gebilde zeigen. Im Unterschied zu den *Frauen*, die Schütte zumeist als großzügige Umrisszeichnungen anlegt, sind die Blumen und Blätter der “Fleurs”-Mappe von Binnenstrukturen geprägt.
Thomas Schütte wurde in 1954 in Oldenburg geboren und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er zählt zu den international gefeierten Künstlern. Bereits drei Mal - 1987, 1992, 1997 - nahm er an der documenta teil. Bei der Biennale in Venedig 2005 erhielt er für seinen Beitrag den Golden Löwen. Schütte gehört zu der Generation von Künstlern, die Anfang der 80er Jahre Concept- und Minimal Art überwanden, indem sie erzählerische Momente in die Kunst einbrachten.
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4 - 8, 26121 Oldenburg
Telefon: 0441 - 235 28 91 Telefax: 0441 - 235 33 50
info@horst-janssen-museum.de
www.horst-janssen-museum.de
Öffnungszeiten: Di - So 10 bis 18 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro / 1,50 Euro ermäßigt
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