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wechselausstellungen.de | 8. März 2010

Vortrag von Dr. Kerstin Thomas im Rahmen der Ausstellung „Georges Seurat. Figur im Raum“

Donnerstag, 11. März 2010, 19 Uhr
Schirn Kunsthalle Frankfurt
Eintritt frei (ohne Ausstellungsbesuch)

Im Rahmen der Ausstellung „Georges Seurat. Figur im Raum“ veranstaltet die Schirn Kunsthalle Frankfurt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Expertenführungen und Workshops. Am Donnerstag, den 11. März 2010, um 19 Uhr hält die Kunsthistorikerin Dr. Kerstin Thomas einen Vortrag zu dem Thema „Die Essenz im Flüchtigen fassen. Stimmung als Bedeutungsträger bei Georges Seurat“.

Seurats Gemälde zeigen Szenen des zeitgenössischen Lebens, wie sie aus der Bildwelt der Impressionisten bekannt sind. Doch suchen seine Arbeiten der vorübergehenden Erscheinung von Menschenansammlungen oder Landschaftseindrücken einen grundlegenden Charakter abzugewinnen. An die Stelle des flüchtigen Eindrucks tritt die Schilderung des Wesens der Erscheinungen. Dazu bedient sich Seurat bildnerischer Mittel, die Atmosphäre und Stimmung hervorrufen. Insbesondere in den Figurenbildern, die der Künstler als „Kampfbilder“ von den Seestücken abhob, zeigt die emotionale Tönung mehr an als die Verfasstheit des Künstlers oder des Betrachters. In der Stimmung erscheinen die Dinge nicht neutral, sondern als Elemente eines gesellschaftlich bestimmten Sinnhorizontes. Die Bildstimmung kann als Möglichkeit erkannt werden, kollektive Vorstellungen von Welt zum Ausdruck zu bringen.

Dr. Kerstin Thomas studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Klassische Archäologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und promovierte im Jahr 2006 bei Prof. Dr. Klaus Herding mit einer Arbeit zur „Stimmung als malerische Weltaneignung. Puvis de Chavannes – Seurat – Gauguin“. Stipendien führten sie unter anderem an das Deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris (2005–2006), wo sie im Anschluss als wissenschaftliche Assistentin tätig war (2007–2009). Die Kunsthistorikerin forscht schwerpunktmäßig zur französischen Kunst des 19. Jahrhunderts und zum Thema der Emotion. Sie veröffentlichte zahlreiche Aufsätze zu Georges Seurat und dem Postimpressionismus sowie zur französischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Anfang 2010 erscheint ihre Dissertation unter dem Titel „Gestimmte Welt. Wahrnehmung und Emotion bei Puvis de Chavannes, Seurat und Gauguin“ im Deutschen Kunstverlag.

DIE AUSSTELLUNG „GEORGES SEURAT. FIGUR IM RAUM“
Der französische Neoimpressionist Georges Seurat (1859–1891) gilt als Ikone der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts und als wichtigster Vertreter des von ihm entwickelten Pointillismus. Mit rund 60 Gemälden, Ölstudien und Zeichnungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus u. a. London, Paris, Zürich, New York und San Francisco bietet die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle einen repräsentativen Überblick und nimmt zugleich einen wichtigen Aspekt von Seurats Œuvre in den Blick: die Figur im Raum. Kein Bildthema vermag ähnlich viel über Seurats Kunst zu erzählen.

Sowohl das malerische als auch das zeichnerische Werk des Künstlers künden von seinem großen Interesse an diesem Sujet, dem er sich während seiner gesamten Schaffenszeit widmete. Der Künstler orientierte sich zunächst an Gruppierungen wie der École de Barbizon, an Epochen wie der Renaissance oder an Künstlerkollegen wie Puvis de Chavannes, setzte die Sujets jedoch in einer neuen Maltechnik und in innovativen Kompositionen um. In der Auseinandersetzung mit den Bildvorstellungen der Impressionisten und den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Physiologie und der Farbtheorie entwickelte Georges Seurat jene Malweise, die als Pointillismus in die Kunstgeschichte einging und späteren Kunstschaffenden zu einer wichtigen Inspirationsquelle wurde.

Die Ausstellung wurde organisiert vom Kunsthaus Zürich in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

WEITERE VORTRÄGE UND FÜHRUNGEN IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG:

Dienstag, 16. März 2010, 19 Uhr
Kuratorenführung mit Katharina Dohm (Kuratorin Schirn Kunsthalle Frankfurt) zu dem Thema „Georges Seurat - Pointillist zwischen Stadt und Land”

Donnerstag, 25. März 2010, 19 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Michael F. Zimmermann (Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) zu dem Thema „Seurat zwischen Optik und Avantgarde”

Mittwoch, 14. April 2010, 20 Uhr
Themenführung: „Farbe als Licht - Licht als Farbe. Gemälde und Ölstudien von Georges Seurat”

Donnerstag, 15. April 2010, 20 Uhr
Themenführung: „Figuren im Gegenlicht. Zeichnungen von Georges Seurat”

ORT: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt. INFORMATION: www.schirn.de, E-Mail: fuehrungen@schirn.de, Telefon: (+49-69) 29 98 82-112, Fax: (+49-69) 29 98 82-240. EINTRITT VORTRAG: frei. EINTRITT AUSSTELLUNG: 8 €, ermäßigt 6 €. ANMELDUNG: erforderlich unter Tel. 069-29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de.

Medienmitteilung
Schirn Kunsthalle Frankfurt

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