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Amar Kanwar
8. September – 18. November 2012
Fotomuseum Winterthur
Amar Kanwars Filme sind komplexe zeitgenössische Erzählungen, in denen eine intime persönliche Ebene mit breiteren sozialen und politischen Entwicklungen verbunden wird. Legenden und rituelle Gegenstände werden mit neuen Symbolen und öffentlichen Anlässen verknüpft, Zusammenhänge erschlossen und die Politik von Gewalt, Macht, Sexualität und Gerechtigkeit erkundet. Meistens entlang von Geschichten und Erfahrungen untersuchen seine poetischen Dokumentarfilme und Videoarbeiten die politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Grundlagen des indischen Subkontinents. Der Hauptteil seines Werks verfolgt die Spuren der Dekolonialisierung und Teilung Indiens, mit der gewaltsamen Trennung von Familien, sektiererischer Gewalt und Grenzkonflikten als wiederkehrenden Themen. Mit alldem verwoben sind Untersuchungen von Globalisierungsprozessen und Familienbeziehungen, Fragen von Geschlecht und Sexualität, philosophische und religiöse Fragen. Amar Kanwar kreiert meditative filmische Essays, in denen es weniger darum geht, Traumata und politische Situationen zu zeigen, sondern vielmehr Wege und Möglichkeiten, sie zu durchqueren. Kanwars Arbeiten durchleuchten Ursachen und Wirkungen und wie diese ins Alltagsleben und seine kulturellen Formen übersetzt werden.
Die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur wird die folgenden Filme präsentieren: Trilogy, 1997- 2003 (A Season Outside, A Night of Prophecy und To Remember); The Torn First Pages, 2004-2008; Henningsvaer, 2006; The Lightning Testimonies, 2007; A Love Story, 2010. Kurator der Ausstellung ist Urs Stahel.
Amar Kanwar, 1964 in Neu-Delhi geboren, hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Edvard Munch Award for Contemporary Art, den Ehrendoktor in Fine Arts des Maine College of Art, den Golden Gate Award des San Francisco International Film Festival und den Golden Conch am Mumbai International Film Festival. Eine Retrospektive seiner Filme fand am Dhaka International Short Film Festival 2005 statt. Seine Filme wurden an internationalen Filmfestivals und in Museen wie zum Beispiel dem Museum of Modern Art in New York und dem Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design in Oslo gezeigt. Amar Kanwar stellte an der documenta 11 (2002) und an der documenta 12 (2007) aus und ist aktuell auch an der documenta 13 zu sehen.
Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit Essays von Marie Muracciole, Sandhini Poddar, Aseem Shrivastava und Urs Stahel.
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