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John Cage und …
14.7. – 7.10.2012
Museum der Moderne Salzburg
Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen
Die Ausstellung aus Anlass des 100. Geburtstags von John Cage legt den Akzent auf das bildkünstlerische Schaffen des für die Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so einflussreichen „Allrounders“. Während in der Musikstadt Salzburg über die Jahre hinweg mehrere Kompositionen und Performances von Cage zur Aufführung gelangt sind (u.a. „Ryoanji“ im Rahmen des „Dialoge“-Festivals, 2008, oder „Musicircus“ zur Eröffnung der Salzburger Sommerfestspiele, 2011) ist sein grafisches und malerisches Schaffen in Österreich nie umfassend vorgestellt worden.
John Cage war als Komponist, Musiker, Philosoph, Literat und Denker so einflussreich und hoch geachtet wie kaum ein anderer Künstler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch seine Werke als bildender Künstler und sein Einfluss auf die Kunst sind weitaus weniger bekannt als seine Musik. Das Museum der Moderne Salzburg widmet dem Avantgardekünstler John Cage auf der gesamten 2.300 m2 großen Fläche des MdM MÖNCHSBERG eine Ausstellung, die Cages visuelles Werk mit der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft, einen neuen Blick auf den Einfluss der europäischen Moderne auf Cage wirft und die gegenseitigen Anregungen skizziert.
Sie vereint Klang-Environments ebenso wie Grafiken und Partituren von John Cage seit den 1930er Jahren mit Arbeiten seiner Anreger und Freunde – von Marcel Duchamp, Richard Buckminster Fuller, Robert Rauschenberg, Nam June Paik, Mark Tobey, Morris Graves u.v.a.m. Mit Arbeiten auf Papier, medien- und klangkünstlerischen Werken, Installationen, Notationen, Foto- und Filmdokumenten werden auf allen drei Ebenen des MdM MÖNCHSBERG wesentliche Einflüsse und Anregungen des bildenden Künstlers John Cage reflektiert. Kulturelle Wechselbeziehungen stehen neu zur Diskussion, wie das Verhältnis zu Asien, Zen und White Writing (Mark Tobey), zur europäischen Kunst und Synästhesie, ebenso wie zu Happening, Fluxus, Zero und zur Conceptual Art.
Ein besonderes Augenmerk liegt erstmals auf der Verbindung zwischen Cages bildkünstlerischer Entwicklung und den Aufbrüchen der klassischen Moderne in Europa: So ist kaum bekannt, dass Cage diese aufmerksam verfolgt hat. Bereits als 22- jähriger erwarb er ein Bild von Alexej Jawlensky – das er mit einem US Dollar anzahlte! – und 1939 organisierte er Ausstellungen von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Jawlensky – drei Künstler der „Blue Four“, die ihm durch die deutschstämmige Kunstvermittlerin Galka Scheyer bekannt geworden sind. Zentrale Werke von Jawlensky, Klee, László Moholy-Nagy sowie Anni und Josef Albers beleuchten die anregenden Impulse, die Cage durch die klassische Moderne und Künstlerkollegen während seiner Lehrtätigkeit an der „Chicago School of Design“ und am „Black Mountain College“ in North Carolina empfing.
Ein zweiter Schwerpunkt wird inhaltlich auf John Cages Untersuchungen zur Stille und den Auswirkungen auf Werke von Zeitgenossen und jüngere KünstlerInnen sowie auf die Bedeutung des Zufalls gelegt. Letztere äußert sich auch in der von Cage ursprünglich für eine Ausstellung in München 1991 konzipierte, vom Zufall „kuratierte“ Installation „Museumscircle“, die unterschiedlichste Werke zahlreicher Salzburger Sammlungen befreit von tradierten Einordnungen und Hierarchien präsentiert.
Die Ausstellung im MdM MÖNCHSBERG gliedert sich in drei Teile: Während im obersten Stockwerk (Ebene 4) sowohl Cages selbst gewählte „Vorbilder“, die grafisch reizvoll gestalteten Partituren, die Zeichnungen und Aquarelle wie auch die zahlreichen Hommagen – mit Werken von Nam June Paik über Yoko Ono und Joe Jones bis hin zu Christian Marclay u.v.a. – zu sehen sind, ist der mittlere Stock (Ebene 3) den Aufzeichnungen von Choreografien seines Partners Merce Cunningham und dessen „Dance Company“ gewidmet, zu welchen Cage Kompositionen beigetragen hat. Das unterste Ausstellungsgeschoß (Ebene 2) wird von teils raumgreifenden Installationen eingenommen, die direkt auf das Schaffen von Cage Bezug nehmen oder ihm gewidmet sind, von Bruce Naumans „Mapping the Studio I (Fat Chance John Cage)“, 2001, über Tyler Adams Multi-Screen Projektion „Performing Silence“, 2009, bis zu Christina Kubischs für Salzburg adaptierte Installation „Silent Exercises“ von 2011.
Die Salzburger Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Programm mit Konzerten, Performances, Screenings, Tanzveranstaltungen, Workshops u.a.m.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Wulf Herzogenrath als Gastkurator konzipiert und war in einer verkürzten Form von 30.3. bis 17.6.2012 in der Akademie der Künste, Berlin, zu sehen. Im MdM SALZBURG wird die wesentlich erweiterte Ausstellung von Toni Stooss und Tina Teufel kuratorisch betreut.
Zur Ausstellung erschien ein von Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk herausgegebenes Begleitbuch in der Reihe der DuMont-Dokumente, das durch die Ernst von Siemens Kunststiftung finanziell unterstützt wurde, dt. mit 320 Seiten um € 24,95 in den MdM-Museumsshops erhältlich.
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