Dienstag, 18. Juni 2013

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Philippe Parreno

10. Juni – 30. September 2012
Fondation Beyeler | Basel

Der französische Künstler Philippe Parreno erlangte in den 1990er Jahren Bekanntheit durch anerkennende Kritiken für sein Werk, das unterschiedlichste Medien wie Film, Skulptur, Performance und Text miteinander verbindet. Für Parreno ist auch die Ausstellung selbst ein Medium. Er definiert die Erfahrung einer Ausstellung neu, indem er ihre Möglichkeiten als kohärentes »Objekt« und nicht als Ansammlung einzelner Werke untersucht. Anlässlich seiner Ausstellung in der Fondation Beyeler präsentiert Parreno zwei neue Filme im Rahmen einer Inszenierung, die den Besucher mittels einer Choreografie aus Bildern und Klängen durch den Ausstellungsbereich führt.

Der erste Film, Continuously Habitable Zones aka C.H.Z. (2011), hat »territorialen« Charakter und zeigt die Ansichten eines in Portugal geschaffenen schwarzen Gartens. Eine Landschaft produzierte einen Film, und ein Film produzierte eine Landschaft. Die Landschaft ist etwas Immerwährendes; und dem widerspricht das Bild.
Der zweite Film, Marilyn (2012), ist das Portrait eines Geistes. Der Film lässt Marilyn Monroe in einer Suite des Waldorf Astoria Hotels in New York, die sie in den 1950er Jahren bewohnte, wieder lebendig werden. Er reproduziert ihre Präsenz mithilfe dreier Algorithmen: Die Kamera wird zu ihren Augen, ein Computer rekonstruiert die Sprechmelodie ihrer Stimme, und ein Roboter reproduziert ihre Handschrift. Die Tote wird in einem Bild verkörpert.
Am Museumseingang erhalten die Besucher eine DVD mit beiden Filmen und den Soundtracks von Arto Lindsay. Diese Versionen klingen anders als die in der Ausstellung gezeigten Filme, so wie eine Erinnerung von der Realität abweichen kann.

Innerhalb der Sammlungspräsentation der Fondation Beyeler werden in einem Ausstellungssaal zwei neuen Serien von Zeichnungen gezeigt. Die eine Serie umfasst etwa dreissig Tuschezeichnungen mit zehn Ansichten der Landschaft aus C.H.Z. Die andere besteht aus Texten, die von Marilyns Roboter auf Briefpapier des Hotel Waldorf Astoria geschrieben wurden.

Im Wintergarten, am Eingang zum Projektionsraum für die Filme, hängen zwei Marquees, die so wirken, als würden sie die Architektur durch Licht erweitern.

Schliesslich gibt es zwei Soundinstallationen, die dem Betrachter den Eindruck vermitteln, dass das Museum ein Eigenleben entfaltet. Die erste Installation verlängert die Filmsoundtracks aus dem Projektionsraum in den Wintergarten hinein. Die zweite Installation bilden »Schallwellen-Seerosen«, die neben den echten Seerosen auf dem Teich am Museumseingang zu sehen sind und den Klang des »Pflanzenungeheuers« aus C.H.Z. in den Garten entweichen lassen.

Philippe Parreno wurde 1964 in Oran, Algerien, geboren. Er lebt und arbeitet in Paris. Orte seiner letzten Einzelausstellungen: Serpentine Gallery, London (2010), CCS, Bard College, New York (2010), Centre Georges Pompidou, Paris (2009), Irish Museum of Modern Art, Dublin (2009) und der Kunsthalle Zürich, Zürich (2009).

Kuratiert wird die Ausstellung von Direktor Sam Keller und Associate Curator Michiko Kono.

Begleitend zum Film C.H.Z. erscheint bei Damiani in Bologna eine neue Publikation mit Abbildungen der Zeichnungen, Standbilder, Landschaftsluftaufnahmen sowie Texten von Philippe Parreno und Nancy Spector, Deputy Director und Chief Curator des Guggenheim Museums. CHF 48, ISBN 978-88-6208-253-2.

Fondation Beyeler

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