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Roger Ballen – Fotografien 1969-2009
22. April – verlängert bis 5. August 2012
Marta Herford
„ If an artist is one who spends his life trying to define his being, I guess I would have to call myself an artist.“
Roger Ballen
Das Werk Roger Ballens ist eines der ungewöhnlichsten in der zeitgenössischen Fotografie. Die Bilder des 1950 in New York geborenen Künstlers irritieren durch ihre uneindeutige Stellung zwischen Dokumentation, Inszenierung und Fiktion. Marta Herford zeigt vom 22. April bis 17. Juni 2012 einen repräsentativen Querschnitt durch das mehr als 40-jährige Schaffen Ballens.
Roger Ballens Arbeiten dokumentieren seine Faszination für das Groteske und Abgründige. Mit seinen beklemmend schockierenden Portraits der heutigen Nachfahren der Buren in Südafrika erregte der Künstler in den neunziger Jahren weltweite Aufmerksamkeit. Das Fremde, die seelische Verstörung dieser Menschen, die zu Akteuren in absurden Rollenspielen werden, bildet ein Leitmotiv in Ballens fotografischer Arbeit.
Sie sind Ausdruck seiner Suche nach dem Ungewöhnlichen, dem Unbewussten, das nicht selten alptraumhaft erscheint. Sie vermitteln eine häufig unterschwellig anwesende Aggressivität und Verletzlichkeit und verstören durch die Zurschaustellung von tabuisierten Sichtweisen. Die Werke Ballens stellen „eine stille, introvertierte, verwundbare und verwundete Welt“ dar (Evelin Weiss). Der Betrachter seiner Fotografien wird zu einer Reise in das Innere der menschlichen Psyche verführt.
Nach einer wohlbehüteten Kindheit im vorstädtisch jüdischen Umfeld und seinem Psychologiestudium geriet Ballen, ausgelöst durch den frühen Verlust seiner Mutter, in eine tiefe lebensverändernde Krise. Er unternahm eine mehrjährige Weltreise auf der Suche nach dem Ursprünglichen, getrieben von einem tiefen Misstrauen gegenüber hochtechnisierten Gesellschaften. Die Absurdität menschlichen Handelns faszinierte ihn von Anbeginn. Das ungetrübte, entdeckende Spielen von Kindern, das nicht selten in hoch grausamen Taten endet, fängt Ballen mit seiner Kamera genauso ein wie absurde Selbstinszenierungen von Erwachsenen, die er, ausgestattet mit merkwürdigen Requisiten, vor surrealen Kulissen inszeniert.
Die repräsentative Zusammenstellung von 138 zum Teil großformatigen Fotografien durch Ballens gesamte Schaffensperioden wurde vom Münchner Stadtmuseum konzipiert und 2010 höchst erfolgreich dort präsentiert.
Ausstellungseröffnung am Sonntag, 22. April 2012, 11.30 Uhr in Anwesenheit des Künstlers
Katalog herausgegeben von Ulrich Pohlmann und Christin Krause, Münchner Stadtmuseum, mit Beiträgen von Ulrich Pohlmann und Angela Stercken, Format: 30 x 30 cm, 148 Seiten, 268 schwarz-weiß-Abbildungen, Hardcover, gebunden, deutsch (Englische Ausgabe verfügbar), Kerber Verlag, 32 Euro an der Museumskasse, 44 Euro im Buchhandel.
BEGLEITPROGRAMM
Sonntag, 22. April, 13 Uhr
Roger Ballen – Bildvortrag
Am Tag der Eröffnung wird Roger Ballen persönlich im Marta Forum auf höchst unterhaltsame und unnachahmliche Weise über seine Arbeit sprechen. Vortrag in englischer Sprache (mit deutscher Moderation).
Sonntag, 17. Juni ab 15 Uhr
Letzte Blicke
Am letzten Ausstellungstag führt der Künstlerische Direktor Roland Nachtigäller persönlich durch die Ausstellung „Roger Ballen – Fotografien 1969-2009″
Ticket 1,50 Euro zzgl. Eintritt, ohne Anmeldung
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