Dienstag, 18. Juni 2013

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TanzKunst – Von der klassischen Ballerina zum Lichtballett

25. März – 28. Mai 2012
Kunsthalle Bremen

Anlässlich des Festivals Tanz Bremen zeigt die Kunsthalle Bremen vom 25. März – 28. Mai 2012 die Ausstellung „TanzKunst – Von der klassischen Ballerina zum Lichtballett“. Dazu widmet sie sich erstmals den vielfältigen Tanzdarstellungen in der Sammlung mit Werken u.a. von Edgar Degas, Auguste Rodin, August Macke, Max Beckmann, Günther Uecker oder Otto Piene. „Mit TanzBremen findet in diesem Frühjahr wieder ein Highlight des zeitgenössischen Tanzes hier in Bremen statt. Wir freuen uns, daran teilhaben zu können und haben dies zum Anlass genommen, zwischen den bekannten und vielleicht auch weniger bekannten Werken aus unserer Sammlung zum Thema Tanz ganz neue Bezüge herzustellen“, sagt Kunsthallen-Direktor Dr. Christoph Grunenberg und ergänzt: „Durch das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung, u.a. ein Tango-Abend und Performances des Tanztheaters Bremen, kommt der Tanz zudem mehrfach auch direkt in die Kunsthalle.“

Klassisches Ballett, Cancan, Tango – der Tanz zum Ende des 19. Jahrhunderts
Der Tanz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein bevorzugtes Thema der bildenden Kunst. Ausgehend von der pulsierenden Metropole Paris erfasste die Tanzbegeisterung ganz Europa: „Als Inbegriff von Modernität faszinierte der Tanz die Künstler und forderte sie heraus, Bewegung sichtbar zu machen“, erklärt Katja Riemer, Kuratorin der Ausstellung. In Paris hatte das kulturelle Leben nach den überwundenen Folgen des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) einen enormen Aufschwung erfahren. Zahlreiche Vergnügungsetablissements eröffneten im Zuge der Weltausstellung von 1889. Im harten Konkurrenzkampf um die Besucher inszenierten sie insbesondere ihre Tanzstars erstmals werbewirksam mit großflächigen Farbplakaten. Das Spektrum der Tänze des Pariser Nachtlebens war breit gefächert: Die Anmut des klassischen Balletts, die subversive Freizügigkeit des Cancan und die erotische Ausstrahlung des Tango inspirierten Künstler wie Edgar Degas, Jules Chéret, Henri de Toulouse-Lautrec und Auguste Rodin. Degas bildete die Balletttänzerinnen in unterschiedlichen Posen fast wie in einer der fotografischen Bewegungssequenzen des Fotopioniers Eadward Muybridge ab. Der Bildhauer Rodin überspitzte die springende Tänzerin hingegen beinahe zu einer Karikatur. Die großformatigen farbenfrohen Plakate von Chéret, dem „Vater des modernen Bildplakats“, und Toulouse-Lautrec stellten hingegen die Tanzstars des Pariser Nachtlebens wie Jane Avril, Loïe Fuller und La Goulue in ihren charakteristischen Tanzposen vor. Aber wie veranschaulichen die Künstler die flüchtige Aktion der Tanzenden im Raum? Wie übersetzen sie Rhythmus und Dynamik? Um 1900 waren es vor allem spannungsvolle Kompositionen, schneller Strich und exaltierte Posen, mit denen sie in statischen Medien Bewegung suggerierten.

Expressionistische Tanzdarstellungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Auch die Künstler des Expressionismus widmeten sich dem Tanz. August Mackes Gemälde Russisches Ballett I und seine Handzeichnungen veranschaulichen eindrucksvoll, wie er sich mit der Darstellung von Bewegung auseinandersetzte. In den 1920er Jahren bezog Max Beckmann die anrüchigen Vergnügungslokale mit ihren wilden Tanzdarbietungen in seine Bilder ein und erweiterte das Thema durch einen kritischen Blick auf die Zuschauer. Der Tanz veranschaulicht hier die Spannung zwischen extremen menschlichen Gefühlen und gesellschaftlichen Normen.

Skulpturen und Medienkunst vom 20. Jahrhundert bis heute
Der Zero-Künstler Günther Uecker bezieht tatsächliche Bewegung in sein Werk mit ein. Für seinen New York Dancer III versetzte er die Skulptur 1965 in heftige Rotation, während Markus Raetz 2009 den Betrachter zur Bewegung um seinen Schlangenmenschen animiert. Bei Otto Pienes Lichtballett tanzen immaterielle Lichter und Schatten im Raum, bevor in der Videokunst von Ulrike Rosenbach und Marikke Heinz-Hoek schließlich die realen Bewegungen der Tänzer aufgenommen und verfremdet werden.

Veranstaltungen zur Ausstellung

Öffentliche Kuratorenführung: 27. März, 18 Uhr und 22. April, 15 Uhr, Katja Riemer
Kunstpausen: 5. April und 19. April, jeweils 13 Uhr
La Noche Del Tango – Tangoabend in der Kunsthalle: 5. Mai, 20.30 Uhr, mit dem Orchester Quinteto Ángel, Berlin und Tanzdarbietung von Libertango (Vvk. ab 25. März an der Museumskasse / in Zusammenarbeit mit Libertango)
Tanz Extra: 8. Mai, 18 Uhr, Performances des Tanztheater Bremen mit einer Einführung in die Ausstellung von Katja Riemer (Vvk. ab 25. März an der Museums- und der Theaterkasse)
Kunstforum*: 9. Mai, 10.15 Uhr
Kunstpause extra: 17. Mai um 13 Uhr, Tomas Bünger / Tanztheater Bremen
Vortrag: 22. Mai, 18 Uhr, Dr. Patricia Stöckemann / Tanztheater Bremen
Osterferienkurs für Kinder ab 8*: 3. bis 5. April, 10 bis 15 Uhr
Atelierkurs für Kinder ab 6*: ab 18. April, 16.30 bis 18 Uhr
Familienworkshop*: 15. April, 15 bis 17 Uhr
Zeichenworkshop für Erwachsene*: 12. Mai, 10 bis 17 Uhr
ANTANZEN – Schüler-Tanzperformance: 17. April, 18 Uhr und 22. April, 15 Uhr, Gymnasium Horn / Janin Dietrich

* Anmeldung erforderlich, telefonisch unter T 0421 329 08-330 oder per E-Mail an bildung@kunsthalle-bremen.de

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