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wechselausstellungen.de | 27. Januar 2009

Berlin im Umbruch

Seit 25. Januar 2008
Berlinische Galerie

1914-1968 Die Neupräsentation der Sammlung setzt ein mit den Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts wie Expressionismus, Dadaismus und Konstruktivismus, die künstlerisch Widerspruch formulierten und Antworten auf die drängenden sozialen und politischen Fragen gaben. Die Diffamierung dieser künstlerischen Richtungen bei gleichzeitiger Indienstnahme ihrer fortschrittlichen Ästhetik durch die totalitären Regime der 1930erund 1940er-Jahre ist ebenso Thema wie die Wiederaufnahme der künstlerischen Vorgaben dieser Bewegungen durch die jungen Künstlerinnen und Künstler nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kunst um 1968. Eine kritische Generation konfrontierte im Westen das Wirtschaftswunderland BRD mit seiner verdrängten jüngsten Geschichte, während im Osten der propagierte Fortschrittsoptimismus durch vielfach im Abseits arbeitende Künstler angezweifelt wurde.

Die 80er-Jahre Das (vermeintlich) plötzliche Auftauchen gegenständlicher und expressiver Malerei und Skulptur und die „Wiederkehr des Körpers“ am Anfang der 1980er Jahre in verschiedenen europäischen Ländern wurden kontrovers diskutiert. Während die einen diesen Künstlern einen Rückfall hinter die Errungenschaften der Moderne vorwarfen, sahen die anderen darin eine Befreiung von der blutleer gewordenen Konzeptkunst. So knüpften die in der Neupräsentation der Sammlung gezeigten Künstler wie wie Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salome und andere im Westen mit ihren geschickten Marktstrategien und dadaistischem Witz und Nonsens an den Protest der vorangegangen Generation eines Georg Baselitz an, die in den 1960er Jahren der vorherrschenden, akademisch gewordenen Abstraktion eine gegenständliche, sozial engagierte Kunst entgegengestellt hatte. Im Osten Deutschlands stand der expressive Stil von Künstlern wie Walter Libuda oder Hans Scheib für ein mehr oder weniger provokantes Ausscheren aus dem Fahrwasser des vorherrschenden, der Politik dienstbaren Realismus. Die Neupräsentation vermittelt mit Gemälden und Skulpturen, Fotografie und Film für die Berliner Szene einen Überblick über das Phänomen der Kunst eines Jahrzehnts, an dessen Ende mit dem Fall der Mauer sich auch auf politischer Ebene gewohnte Denkmuster auflösten.
Ausgestellte Künstler: Gülden Artun, Georg Baselitz, Frank Dornseif, Rainer Fetting, Barbara Heinisch, Peter Herrmann, Thomas Lange, Walter Libuda, Hans Scheib, Gundula Schulze el Dowy, Frank Seidel, Walter Stöhrer, Urban Art, Trak Wendisch, Jörg Weyrich, Thomas Wunsch

The Art Show Im Rahmen der Neupräsentation der Sammlung ist erstmals seit der Wiedereröffnung des neuen Hauses in einem separaten Raum wieder die Installation The Art Show von Edward und Nancy Reddin Kienholz zu sehen. Die Arbeit zeigt die Eröffnung einer privaten Kunstgalerie mit lebensgroßen Figuren, die Edward und Nancy Kienholz von ihren Freunden mit Hilfe von Gipsbinden abgeformt haben, darunter bekannte Künstler, Kritiker, Museumsdirektoren etc. So wird des Bild der Kunstszene der 70er-Jahre vermittelt und zugleich kritisch und ironisch hinterfragt.

Berlinische Galerie



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