Rolf Iseli - Zeitschichten
18.12.2009 – 21.03.2010
Kunstmuseum Bern
Die Leichtigkeit des Ungestümen
Das Kunstmuseum Bern widmet dem Berner Künstler Rolf Iseli eine umfangreiche Ausstellung. Präsentiert werden Gemälde, Objekte, Skulpturen und Graphiken aus seinen 50 Jahren Schaffenszeit. Thematisch gruppiert, zeugen die Werke von einer ungestümen Energie und einem bemerkenswerten künstlerischen Werdegang. Iselis grosses Thema ist der Mensch und dessen natürlicher Lebensraum.
Im Werk von Rolf Iselis (geb. 1934 in Bern) spiegeln sich die prägenden Kunstentwicklungen des 20. Jahrhunderts vom abstrakten Expressionismus, über Action Painting und Pop-Art bis hin zum Nouveau Réalisme und der Arte Povera.
Skandal und internationale Beachtung
Rolf Iselis Malerei fand in der Schweiz früh Beachtung; bereits sein erster öffentlicher Auftritt als Gewinner des eidgenössischen Kunststipendiums wurde 1957 zu einem Schweizer Kunstskandal. Mit seinem prämierten Werk war er der viel diskutierte Vorreiter des Action Paintings in der Schweiz. Zahlreiche darauf folgende Teilnahmen an der documenta in Kassel, an Biennalen, Gruppen- und Einzelausstellungen belegen auch die internationale Bedeutung seines Werks. In Arnold Rüdlingers Berner Kunstlaboratorium entwickelte er in den 50er- Jahren einen der intensivsten und radikalsten Beiträge zum Abstrakten Expressionismus in der Schweiz. Während Stipendien- und Arbeitsaufenthalten u.a. in Paris und New York knüpfte er Kontakte mit grossen Amerikanern wie Sam Francis, Al Held, Barnett Newman oder Mark Rothko.
Hinwendung zur Natur
Angeregt von der Arbeit auf dem Feld seines eigenen Weinbergs in Saint-Romain im Burgund – neben Bern seit 1960 der zweite Wohnsitz des Künstlers – geht Iseli in den 70er Jahren nach langer Auseinandersetzung mit Skulptur und Objekt dazu über, sogenannte Materialbilder herzustellen. Sein grosses Thema ist der Mensch und dessen natürlicher Lebensraum. Es entstehen entrückte Endzeitlandschaften und kraftvolle Gemälde, in denen Figuren wie Urwesen auftauchen. Neben Erde als Malmaterial verwendet Iseli natürliche Materialien wie Federn, Dornen oder Agavenblätter, aber auch abgenutzte Gegenstände wie rostige Nägel, Stacheldraht oder Blech. Malerei und Zeichnung, Collage und Druckgrafik, Skulptur und Objekt, Material und Text gehen eine unauflösliche Verbindung ein. So ist Iselis unverkennbare Kunst zwischen den traditionellen Kunstgattungen angesiedelt und lässt sich nicht einer künstlerischen Gruppe oder Bewegungen zuordnen. Sie ist das Resultat einer unabhängigen Lebensführung in der Abgeschiedenheit der Natur.
Entdeckung von Leitmotiven
Der Ausstellungstitel «Zeitschichten» stammt ursprünglich aus der Geologie und bezeichnet übereinander geschichtete Erdformationen. In der Geschichtsphilosophie steht er aber auch für die Idee mehrerer historischer Zeitebenen, die parallel zueinander existieren. Wie «Zeitschichten» werden in der Ausstellung Werke unterschiedlichen Entstehungsdatums aus Rolf Iselis fünfzig Jahren Schaffenszeit thematisch gruppiert. So wird deutlich, was sich in seinem Werk wiederholt und zu Leitmotiven geworden ist.
Kuratoren
Matthias Frehner und Simon Oberholzer
Der Katalog
Rolf Iseli - Zeitschichten / Les strates du temps
Deutsch / Französisch. Hrsg. von Matthias Frehner und Simon Oberholzer, Kunstmuseum Bern. Textbeiträge von Matthias Frehner, Simon Oberholzer, Maria Becker, Hans-Joachim Müller. 204 Seiten.
Kerber Verlag, Bielefeld. Preis: CHF 49.-
Edition
Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Vorzugsausgabe des Katalogs in einer Auflage von 49 Exemplaren, die je eine von Rolf Iseli überarbeitete Tiefdruckgrafik enthalten. Preis: CHF 850.-.
Agenda
Öffentliche Führungen
Sonntag, 11h: 24. Januar 2010, 7./28. Februar 2010, 7./14. März 2010
Dienstag, 19h: 22. Dezember 2009, 12. Januar 2010, 23. Februar 2010, 2./9./16. März 2010
Anmeldung nicht erforderlich, Ausstellungseintrtitt genügt
Einführungen für Lehrpersonen
Dienstag, 12. Januar 2010, 18h und Mittwoch, 13. Januar 2010, 14h
Rolf Iseli im Gespräch mit Donald Hess und Matthias Frehner
Dienstag, 2. März 2010, 20h
Pressemitteilung
Kunstmuseum Bern
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