LINIE LINE LINEA - Zeichnung der Gegenwart
12. Februar – 16. Mai 2010
Kunstmuseum Bonn

Thomas Müller | Ohne Titel, 2008
Die Zeichnung ist die ursprünglichste Form künstlerischen Ausdrucks. Als globale Bildsprache ermöglicht sie Kommunikation über die Grenzen unterschiedlicher Kulturen hinweg. Von der unmittelbaren, improvisatorischen Bewegung reicht sie bis zum komplexen Bild der Welt, von der Aufzeichnung individueller Erfahrung zur Gebrauchsgrafik in der Alltagskultur, vom Konzept zur Reportage. Dabei ist sie das materiell bescheidenste aller künstlerischen Medien, Stift und Papier genügen. In der Begrenzung des Papiers entfaltet sie ihre Freiheit. Die Zeichnung hat in der Diskussion der Kunst immer eine zentrale Rolle gespielt, doch gerade in den vergangenen Jahren wurde ihre Bedeutung in Ausstellungen international wieder besonders sichtbar. Die Ausstellung Linie Line Linea umfasst mit Werkgruppen von 20 Künstlerinnen und Künstlern, die in Deutschland leben und arbeiten und die Zeichnung als Zentrum ihrer Arbeit verstehen, ein breites Spektrum von Positionen.
Wie alle anderen Gattungen hat die Zeichnung in der Gegenwart grundsätzliche Fragen an sich selbst gestellt und ihre Grenzen erweitert. Sie ist kein Medium mehr, das in den grafischen Sammlungen der Museen ein exklusives Ghettodasein führt, sie muss sich aber auch nicht mit Malerei, Film, Video, Foto, Installation vermischen, um sich innerhalb der Konkurrenz dieser vermeintlich spektakuläreren Bildformen zu behaupten. Die Ausstellung Linie Line Linea konzentriert sich auf den weiten Raum der Möglichkeiten, den die auf eine Fläche gezeichnete Linie eröffnet, zwischen Persönlichem und Öffentlichem, Reflexion und Gefühl, kleinem und großem Format, fragilem Strich und kompakter Struktur, Licht und Dunkel. In den Zeichnungen der Ausstellung denken die Künstler über die Qualität der Linie nach, benutzen sie, um die beobachtete Wirklichkeit festzuhalten oder eine andere Wirklichkeit zu erfinden - Raum, Mensch, Gesellschaft. Dabei ist eine Unterscheidung in gegenständliche und ungegenständliche Zeichnungen weder sinnvoll noch notwendig, stattdessen sind Übergänge und Koexistenzen zu beschreiben. Wichtiger ist die Gemeinsamkeit der Linie, die gleichzeitig sich selbst und die Dinge setzt und wieder verwandelt.
Die Ausstellung, die nach der Premiere in Bonn auf Tournee durch mehrere Kontinente geht, zeigt Werke von Irina Baschlakow, Marc Brandenburg, Monika Brandmeier, Fernando Bryce, Marcel van Eeden, Gerhard Faulhaber, Katharina Hinsberg, Pauline Kraneis, Pia Linz, Christiane Löhr, Theresa Lükenwerk, Nanne Meyer, Thomas Müller, Christian Pilz, Alexander Roob, Malte Spohr, German Stegmaier, Markus Vater, Jorinde Voigt und Ralf Ziervogel.
Es erscheint ein Katalog im DuMont- Verlag mit Essays und Bildern der ausgestellten Werke zum Preis von 26 €.
Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn
Pressekonferenz: 9. Februar 2010, 11 Uhr
Eröffnung: 10. Februar 2010, 20 Uhr
Laufzeit: 12. Februar - 16. Mai 2010
Kurator: Dr. Volker Adolphs, T +49(0)228 77-6225, volker.adolphs@bonn.de
Pressekontakt: Dr. Ute Herborg-Oberhäuser, T +49(0)228 77-6223, ute herborg-oberhaeuser@bonn.de
Begleitprogramm zur Ausstellung
Mittwoch, 3. März 2010, 19 Uhr:
“Querpass”: Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, spricht über die Ausstellung “LINIE LINE LINEA. Zeichnung der Gegenwart”
07.März, 11.00 Uhr:
Führung mit Kurator Dr. Volker Adolphs
21. März, 19.00 Uhr:
Im Dialog: Dr. Markus Heinzelmann, Direktor des Museums Morsbroich, Leverkusen, im Gespräch mit Dr. Volker Adolphs
Mittwoch, 21. April 2010, 19 Uhr:
“Im Dialog”: Dr. Markus Heinzelmann, Direktor des Museums Morsbroich, Leverkusen, im Gespräch mit Kurator Dr. Volker Adolphs
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
Das ifa engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen.
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) ist die älteste Mittlerorganisation für Auswärtige Kulturpolitik Deutschlands. Es wird gefördert durch das Auswärtige Amt, das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart. Als führende deutsche Institution im internationalen Kunstaustausch konzipiert und organisiert es auf allen Kontinenten Ausstellungen deutscher Kunst und initiiert somit die interkulturelle Diskussion und bereichert den Kunstdiskurs. Es fördert Ausstellungsprojekte und vergibt Stipendien; in den ifa-Galerien Stuttgart und Berlin werden Kunst, Architektur und Design aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa präsentiert.
Pressekontakt:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Miriam Kahrmann, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 105, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: kahrmann@ifa.de, www.ifa.de
Pressemitteilung
Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113Bonn
T +49(0)2 28 77-6260 F -6220
kunstmuseum@bonn.de
www.kunstmuseum-bonn.de


