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wechselausstellungen.de | 9. August 2010

Der frühe Vermeer

03.09.2010 - 28.11.2010
Gemäldegalerie Alte Meister | Dresden

Das Oeuvre des berühmten Delfter Malers Johannes Vermeer (1632-1675) ist mit 36 Werken erstaunlich klein. Vom 3. September bis zum 28. November 2010 zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister in ihrer Ausstellung „Der frühe Vermeer“ vier Gemälde des Meisters der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, erweitert um bedeutende Arbeiten anderer Maler seiner Zeit. Im Rahmen einer internationalen Museumskooperation präsentieren die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister, das Mauritshuis in den Den Haag und die National Gallery of Scotland in Edinburgh jeweils die drei Frühwerke Vermeers: „Diana und ihre Gefährtinnen“, um 1653/54; „Christus bei Maria und Martha“; um 1654/55 sowie „Bei der Kupplerin“, 1656.

Die zweite Station Dresden zeichnet sich jedoch durch ein außergewöhnliches erweitertes Konzept aus. So werden in Dresden jedem dieser drei Frühwerke des Meisters Gemälde anderer Künstler gegenübergestellt, die sowohl den Ausgangspunkt für Vermeers Suche nach dem eigenen Stil als auch seine Eigenständigkeit gegenüber den Vorbildern besonders augenfällig machen. Nationale und internationale Leihgaben von bedeutenden Künstlern wie Jacob van Loo, Jan van Bijlert, Matteo Rosselli und Simon Peter Tilmann gewähren einen tiefen Einblick in Vermeers frühe Phase der Bildentwicklung. Darüber hinaus ermöglicht die Dresdner Ausstellung mit Gemälden von Pieter de Hooch, Gerard ter Borch, Hendrick van Vliet, Emanuel de Witte und anderen einen ausführlichen Einblick in die Delfter Malerei, die Vermeers primären künstlerischen Kontext bildete.

Im dritten Teil der Ausstellung wird die Reihe der drei Frühwerke des Künstlers um ein viertes aus dem Bestand der Gemäldegalerie Alte Meister ergänzt. Das „Brieflesende Mädchen am offenen Fenster“, aus der Zeit um 1659, ist den ersten Interieurbildern Vermeers zu zuordnen und steht damit am Beginn einer Serie von Arbeiten, die seit Ende der 1650er Jahre für sein Schaffen charakteristisch sind. Es gelangte 1742 in den Bestand der Gemäldegalerie Alte Meister und wurde fortan in einem vergoldeten Rokokorahmen, also dem sogenannten „Dresdner Galerierahmen“, präsentiert. Nach über 250 Jahren wird das Bild jetzt erstmals wieder in einem typischen holländischen Schmuckrahmen zu sehen sein. Eine Auswahl bedeutender Arbeiten des Kunsthandwerks, wie Möbel, Vasen, Gläser und Teller, begleitet die Präsentation des Gemäldes und verdeutlicht dessen Entstehungsprozess.

Zusätzlich haben Professoren, Lehrkräfte und Studierende der Hochschule für Bildende Künste Dresden das Zimmer des „brieflesenden Mädchens“ originalgetreu und maßstabsgerecht nachgebaut. Von der Ausstattung über die Farben bis zum Kostüm steht der begehbare „Vermeer-Raum“ Künstlern und Besuchern als erlebbare Experimentierfläche zur Verfügung.

Ort: Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger, Theaterplatz 1, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr, montags geschlossen

Pressegespräch am Freitag, dem 3. September 2010, 11:30 Uhr, Gemäldegalerie Alte Meister, Semperbau am Zwinger, Gobelinsaal
Teilnehmer:
Prof. Dr. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Prof. Dr. Bernhard Maaz, Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und des Kupferstich-Kabinetts
Dr. Uta Neidhardt, Oberkonservatorin der Gemäldegalerie Alte Meister
Dr. Edwin Buijsen, Sammlungsdirektor der Königlichen Gemäldegalerie Mauritshuis, Den Haag

Medienmitteilung
Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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