Jan Christensen
14. Dezember 2009 - März 2010
Kubus / München
Jan Christensen befasst sich in seinen Wandmalereien, Installationen, Videos und Fotografien mit dem Wesen der Kunst. Dabei geht der norwegische Künstler häufig von der kreativen Praxis aus. Seine Wandarbeiten der Reihe „Titles for Which I don’t Know What to Make“ bestehen etwa aus gesammelten Bezeichnungen für noch nicht ausgeführte Werke. Notizen legt Christensen in Schichten aus verschiedenen Schrifttypen und Farben übereinander, so dass die Summe potentieller Titel selbst zu einem Bild wird. Bei der Serie „Painting Myself into a Corner“ malt er in einer Ecke stehend nur die drei Flächen mit einem Farbroller an, die er mit seinen Armen erreichen kann. Das Video „No Disc“ zeigt den Menütext eines DVD-Players ohne Datenträger. Der überlange Titel „What Could Possibly be Missing from an Artwork with Complex References, Conceptual Considerations and Universal Poetic Impact?“ schließlich steht im Gegensatz zu dem Objekt, auf das er verweist, einem Knäuel von Wollmäusen. Durch dieses Missverhältnis verleiht Christensen dem Dreckbündel unerwartete, allegorische Qualitäten: Das Kunstwerk ist ähnlich verstrickt in ein Geflecht aus Ikonografie und Referenzen wie Staub und Haare in dem kleinen Fusselballen.
Im KUBUS zeigt der Künstler „Still More Titles for Which I don’t Know What to Make“, eine neue Fassung aus seiner Reihe von Wandmalereien, die auf unvollendeten Ideen aus seinen Skizzenbüchern basieren.
Jan Christensen, geboren 1977 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte am National College auf Art and Design in Oslo und erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, beispielsweise 2005 von der Pollock-Krasner-Foundation. Seine Arbeiten wurden u.a. im Stenersenmuseet, Oslo, im Astrup Fearnley Museet, Oslo, dem Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Ghent, und dem Kunsthaus Baselland, Muttenz/Basel gezeigt.
Die Präsentation von Jan Christensen bildet den Auftakt zur KUBUS-Reihe WRITTEN ON THE WALL, bei der Wandarbeiten im Vordergrund stehen.
Kurator: Sven Beckstette
Eröffnung: Montag, 14. Dezember 2009 um 20 Uhr
Stichwörter / Tags: Jan Christensen, München, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Die Nutzung der Kommentierungsfunktion ist als Gast ohne Registrierung möglich. Nach Eingabe eines Nutzernamens und einer E-Mail-Adresse können Sie einen Kommentar hinterlassen.
Alternativ können Sie sich bei Disqus registrieren oder sich über Ihre Facebook-, Twitter-, Google-, Yahoo- oder OpenID-Accounts anmelden. blog comments powered by Disqus