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wechselausstellungen.de | 22. April 2010

SEVEN SCREENS - HARUN FAROCKI: UMGIESSEN. Variation zu Opus 1 von Tomas Schmit

20. Mai - 21. November 2010
Die Seven Screens befinden sich vor dem OSRAM Gebäude am Mittleren Ring, München. Hellabrunner Str. 1, 81543 München

Für die siebte Neubespielung der SEVEN SCREENS hat der Berliner Filmemacher Harun Farocki eine spezifische Arbeit entwickelt, die nicht zuletzt dem Medium der LED‐Stelen entgegengebrachte Erwartungshaltung des Spektakels unterläuft.
“Umgiessen” nimmt Bezug auf die Performance von Tomas Schmits „Zyklus für Wassereimer (oder Flaschen)“, die dieser am 18. Dezember 1963 in Amsterdam aufführte. Schmit kniete hierbei auf dem Boden in einem Kreis von leeren Milchflaschen und schüttete Wasser von einer Flasche in die nächste bis alle Flüssigkeit vergossen oder verdunstet war. Diese Aktion, so Farocki, „vermied Symbolismus, … sie hatte nichts Vitalistisches. In ihrer Einfachheit und Schlüssigkeit ist sie ein Beckett‐Stück ohne Worte. Trotz der Gleichförmigkeit des Geschehens gab es eine Entwicklung; die Anti‐Handlung fand aus sich heraus ein Ende.” Harun Farocki transformiert die rituelle Handlung in einen zwanzigminütigen, ungeschnittenen Film und übersetzt ihn für die räumliche Anordnung der Stelen. Jeder Stele wird eine Flasche zugeordnet. Das Umgiessen selbst überlässt Farocki einem Roboter, dessen Arm durch den erweiterten Bildraum wandert, um die unspektakuläre Handlung des Umgiessens durchzuführen.

Harun Farocki
1944 in Novy Jicin (Neutitschein) geboren .1966 ‐ 1968 Studium an der Deutschen Film‐ und Fernsehakademie Berlin (West). 1974 ‐ 1984 Autor und Redakteur der Zeitschrift Filmkritik, München. 1998 ‐ 1999 dreht er den Film „Speaking about Godard / Von Godard sprechen“, New York / Berlin (Zusammen mit Kaja Silverman). 1993 ‐ 1999 Gastprofessur an der University of California, Berkeley. Seit 1966 über 100 Produktionen für Fernsehen oder Kino: Kinderfernsehen, Dokumentarfilme, Essayfilme, Storyfilme.
Seit 1996 zahlreiche Gruppen‐ und Einzelausstellungen in Museen und Galerien zuletzt 2009 Jeu de Paume, Paris und Museum Ludwig, Köln. 2007 Teilnahme an der documenta12. Seit 2004 Gastprofessor und seit 2006 ordentlicher Professor an der Akademie für Bildende Künste, Wien.

Eine Installation der Harun Farocki Filmproduktion
Regie: Harun Farocki
Bild: Ingo Kratisch, Matthias Rajmann
Schnitt: Jan Ralske
Assistenz: Anna Bartholdy
Produktionsleitung: Matthias Rajmann

Seit 1966 präsentiert OSRAM zeitgenössische Kunst. Das Engagement wird seit 2001 durch die Förderung junger Kunst durch den Aufbau einer unternehmenseigenen Sammlung ergänzt. Leiter der OSRAM ART PROJECTS ist der Kunstwissenschaftler Dr. Christian Schoen.

Künstler der SEVEN SCREENS: Mader/Stublić/Wiermann (2006), Diana Thater (2007), Haubitz+Zoche (2007), Anouk De Clercq (2008), Art+Com (2008), Bjørn Melhus (2009), Rúrí (2009). www.osram.de/art

Eröffnung
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00 Uhr
Es sprechen Martin Goetzeler, Vorsitzender der Geschäftsführung und Dr. Christian Schoen, Kurator.

HINWEIS: Am Tag vor der Eröffnung, am Dienstag, den 18. Mai findet um 19 Uhr im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus ein Künstlergespräch zwischen Harun Farocki und Dr. Matthias Mühling, dem Sammlungsleiter Kunst nach 1945 zur Ökonomie der Bilder statt. Im Anschluss erfolgt die Vorführung von „Ein Bild“ (1983). Eine Veranstaltung in Kooperation mit OSRAM ART PROJECTS.

ÜBER OSRAM
OSRAM (München) gehört zum Sektor Industry von Siemens und ist einer der beiden führenden Lichthersteller der Welt. Im Geschäftsjahr 2009 wurde ein Umsatz von 4 Milliarden Euro erwirtschaftet, davon 88 Prozent im Ausland. OSRAM ist ein Hightech-Unternehmen der Lichtbranche: Über 66 Prozent des Umsatzes kommen heute von energieeffizienten Produkten. Das stark international orientierte Unternehmen beschäftigt weltweit rund 39 000 Mitarbeiter beliefert Kunden in rund 150 Ländern und produziert in 46 Fertigungsstätten in 17 Ländern (30. September). www.osram.de

Medienmitteilung
OSRAM ART PROJECTS
Hellabrunner Str. 1, 81543 München
U1 Candidplatz
www.osram.de/art

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