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Beobachtungen an Menzels Zeichnungen
Mittwoch, 23. Mai 2012, 19 Uhr
Städel Museum, Metzler-Saal, Schaumainkai 63
Eintritt frei, Anmeldung unter: 069-605098-200 oder info@staedelmuseum.de
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Standpunkte zur Kunst“ des Städel Museums spricht der Kunsthistoriker Dr. Claude Keisch am Mittwoch, den 23. Mai 2012, um 19 Uhr im Städel Museum über den Maler, Zeichner und Illustrator Adolph Menzel (1815–1905). Kein Künstler des 19. Jahrhunderts hat der Nachwelt ein so vielfältiges, in seiner geistigen Struktur so schwer greifbares Werk hinterlassen. Besonders das zeichnerische Werk des deutschen Realisten aktiviert alle Register parallel: von realistischen Zeichnungen über historische bis allegorische Darstellungen. Der Vortrag „Beobachtungen an Menzels Zeichnungen“ findet anlässlich der aktuellen Sonderausstellung „Freiheit des Sehens“ im Metzler-Saal des Städel Museums statt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter 069-605098-200 oder info@staedelmuseum.de wird gebeten.
Während seines langen, nahezu das ganze 19. Jahrhundert umspannenden Lebens, dass Adolph Menzel überwiegend in Berlin verbrachte, entstand ein beachtliches malerisches Œuvre. Die Zeichnung war jedoch Menzels eigentliches Ausdrucksmittel. Es gibt zahllose Anekdoten, die anschaulich überliefern, wie der Künstler in jeder Lebenslage eines seiner stets mitgeführten Skizzenbücher zückte, innehielt – egal ob er sich gerade auf der Straße, in einem Eisenbahnwaggon, im Leichenschauhaus oder beim festlichen Dinner befand – und mit seinem Zimmermannsbleistift zeichnete, um einen interessanten Anblick einzufangen und so eine Gedächtnisnotiz für einen reichen Motivvorrat anzufertigen. Auf diese Weise schuf er ein etwa 8.000 bis 10.000 Zeichnungen umfassendes Werk. Einen Großteil der Zeichnungen bilden beliebig wirkende Motive aus der Alltagswelt: Köpfe, Figuren, Werkzeuge, Bücher und Faltenwürfe übersteigen in ihrer großen Anzahl den eigentlichen Bedarf, auch wenn Menzel sie zwar teils wiederverwendet oder variiert hat. Letztendlich entstanden sie aus purer Lust an der zeichnerischen Wahrnehmung der Umwelt.
Dr. Claude Keisch war bis 2003 an der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin tätig. Seine Ausstellungen und Forschungen gelten der deutschen und französischen Kunst zwischen 1800 und 1900. Gemeinsam mit Marie Ursula Riemann-Reyher hat er bereits drei Menzel-Ausstellungen verantwortet, darunter die große Retrospektive „Menzel – Das Labyrinth der Wirklichkeit“, die 1996/1997 in Paris, Washington und Berlin gezeigt wurde. Zudem bearbeitete er eine kommentierte Edition der Briefe Menzels in vier Bänden und publizierte eine Vielzahl von Forschungsaufsätzen zu dem Künstler.
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