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Holbein-Madonna wird nicht an das Städel Museum verkauft
Trotz intensiver Bemühungen des Städel Museums konnte der dauerhafte Verbleib der Schutzmantelmadonna von Hans Holbein dem Jüngeren, der so genannten Holbein-Madonna, in Frankfurt nicht gesichert werden. Wie bekannt gegeben wurde, haben die Eigentümer des Bildes, die Erbengemeinschaft nach Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein, die Holbein- Madonna an den deutschen Unternehmer Reinhold Würth verkauft. In den langwierigen Kaufverhandlungen hatte das Städel Museum wiederholt sein starkes Interesse am Erwerb der Holbein- Madonna mit der Abgabe mehrfach verbesserter Kaufangebote deutlich gemacht. Zuletzt hatte das Städel insgesamt 40 Millionen Euro in bar für den Erwerb des Gemäldes geboten. Eine mit privater und öffentlicher Unterstützung angestrebte „Hessische Lösung“ für den Erwerb dieses in das Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter aufgenommenen Gemäldes sollte dessen dauerhaften Verbleib in einem Museum in Hessen sichern und damit diesen bedeutenden Kunstschatz dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Holbein-Madonna wird seit 2003 als Dauerleihgabe im Städel ausgestellt.
„Wir haben mit Bedauern zu Kenntnis genommen, dass ein deutlich höheres Gebot letztendlich den Vorzug bekommen hat“, kommentiert Prof. Dr. h. c. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, die Nachricht über den Verkauf des Bildes. „In den letzten Jahren hat das Städel Museum in enger Zusammenarbeit mit dem Land Hessen und weiteren Stellen alles in seiner Macht stehende versucht, um dieses wertvolle Kulturgut auch weiterhin im Frankfurter Bürgermuseum zeigen zu können. Zuletzt gab es Gespräche über einen gemeinsamen Erwerb durch das Städel Museum und die Sammlung Würth. Letztendlich hat sich Reinhold Würth entschlossen, das Gemälde allein zu erwerben“, so Schweickart weiter.
„Das Städel ist mit seinem Angebot von 40 Millionen Euro in bar an seine absoluten Grenzen gegangen. Ein höherer Kaufpreis war für das Museum außerhalb des Machbaren“, betont Städel-Direktor Max Hollein. „Wir freuen uns aber, dass die Sammlung Würth einer künftigen Wiederausleihe der Holbein- Madonna an das Städel Museum grundsätzlich positiv gegenübersteht. Angesichts der besonderen Verbindungen der Holbein-Madonna mit dem Land Hessen und den Städten Frankfurt und Darmstadt würden wir es sehr begrüßen, das Gemälde in Zukunft – zumindest temporär – wieder im Städel zeigen zu können“, fügt Hollein hinzu.
Noch bis zum 24. Juli ist die Holbein-Madonna in der aktuellen Sammlungspräsentation „Die Chronologie der Bilder. Städel-Werke vom 14. bis 21. Jahrhundert“ im Ausstellungshaus des Städel zu bewundern. Danach wird das Gemälde voraussichtlich in der Johanniterhalle der Sammlung Würth in Schwäbisch Hall zu sehen sein. Das 1525/26 von Hans Holbein dem Jüngeren (1497/98-1543) gemalte Bild „Die Madonna mit der Familie des Bürgermeisters Meyer“ ist eine Auftragsarbeit für den früheren Basler Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen, der in dem auf Nadelholz gemalten Ölbild gemeinsam mit seiner Familie zu Füßen der Schutzmantelmadonna dargestellt ist. Die Madonna ist ein Hauptwerk der Renaissance und wird in Anspielung auf Raffaels Madonna in Dresden auch „Sixtina des Nordens“ genannt.
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