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“O Nature’s Darling, Claude!” – Lorrain und der Landschaftsgarten
MITTWOCH, 2. MAI 2012, 19 UHR
Städel Museum, Schaumainkai 63
Metzler-Saal
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Standpunkte zur Kunst“ spricht die Kunsthistorikerin Dr. Iris Lauterbach am 2. Mai 2012, um 19 Uhr in ihrem Vortrag „O Nature’s Darling, Claude!“ über den französischen Barockkünstler Claude Lorrain (um 1600–1682), dessen Werke im 18. Jahrhundert als Inbegriff einer poetischen Landschaftskunst bewundert und nachgeahmt wurden. Der Vortrag findet im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Claude Lorrain. Die verzauberte Landschaft“ statt, die seit Februar 2012 bereits über 60.000 Besucher im Städel Museum begeistern konnte. Der Eintritt zum Vortrag ist frei, um Anmeldung unter 069-605098-200 oder info@staedelmuseum.de wird gebeten.
Seit den Anfängen des englischen Landschaftsgartens im frühen 18. Jahrhundert beriefen sich Gartenkünstler und ihre Auftraggeber auf Gemälde einiger Landschaftsmaler, darunter Nicolas Poussin, Gaspard Dughet, Jakob und Salomon van Ruysdael sowie den hochgeschätzten Claude Lorrain. Ihre Werke dienten als besonders geeignete Vorbilder für bestimmte Gestaltungsprinzipien und Stimmungswerte im Garten. Vor allem Claudes lichtübergossene, den Blick weit in die Raumtiefe hineinführenden Landschaftsgemälde galten als zweidimensionales Modell natürlicher Landschaftskunst im Garten. Vor dem Hintergrund der Sammlungs- und Geschmacksgeschichte wird Dr. Iris Lauterbach in ihrem Vortrag die Kerndebatte der Gartenkunst und -theorie des 18. Jahrhunderts behandeln: die Wahrnehmung der Natur und ihre Nachahmung in der Kunst.
Claude Lorrain zählt zu den wichtigsten Landschaftsmalern des 17. Jahrhunderts. In der aktuellen Ausstellung „Claude Lorrain. Die verzauberte Landschaft“, die noch bis zum 6. Mai 2012 im Städel Museum zu sehen ist, werden rund 130 Werke des Künstlers gezeigt. Auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse stellt die Ausstellung neben einer hochkarätigen Auswahl von Gemälden auch die einzigartigen Zeichnungen und Druckgrafiken Claude Lorrains umfassend vor.
Dr. Iris Lauterbach studierte Kunstgeschichte und romanische Philologie an den Universitäten Mainz, Pavia (Collegio Ghislieri) und Paris (Paris IV) und wurde promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Der französische Garten am Ende des Ancien Régime“. Anschließend war sie als wissenschaftliche Museumsassistentin (1986–1987) bei den Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Freiburg/Breisgau (1987–1989) tätig. Es folgte ein Forschungsstipendium an der Bibliotheca Hertziana in Rom (Max- Planck-Institut, 1989–1991). Seit 1991 ist Dr. Iris Lauterbach Forschungsreferentin am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München. Seit dem Wintersemester 2001/02 hat sie einen Lehrauftrag (“Geschichte der Gartenkunst”) am Institut für Entwerfen, Stadt-, Regional- und Freiraumplanung der Technischen Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte der europäischen Gartenkunst vom 16. bis ins 20. Jahrhundert und in der Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus.
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