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wechselausstellungen.de | 25. Juni 2010

Erwin Wurm. Selbstporträt als Essiggurkerl

24.6. – 10.10.2010
Museum der Moderne Salzburg

Nach der Präsentation der Installation „Adorno was wrong with his ideas about art“ im MdM Mönchsberg im Jahr 2006, freuen wir uns sehr, in diesem Sommer mit „Selbstporträt als Essiggurkerl“ eine weitere skulpturale Installation von Erwin Wurm zeigen zu können. Erwin Wurm, der auch mit seinen grafischen Blättern, Fotografien, Videoarbeiten und Skulpturen seit Beginn der Sammlungstätigkeiten des MdM Salzburg in der Sammlung vertreten ist, setzt auch diesen Sommer einen ironisch- witzigen Akzent in unserem Ausstellungsprogramm.

Erwin Wurm, 1954 in Bruck/Mur geboren, zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern Österreichs. In seiner facettenreichen Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit von Skulptur schafft Wurm neben skulpturalen Objekten auch performative Skulpturen, wie seine One Minute Sculptures, genauso wie er sich der Zeichnung, der Fotografie und des Videos bedient, um den Skulpturenbegriff stetig auszuloten und neu zu erfinden. Alles kann bei Wurm zur Skulptur werden: Handlungen, Anweisungen und sogar Gedanken. Dabei steht der Mensch als Akteur, Bezugs- oder Ausgangspunkt stets im Mittelpunkt des Interesses. Gedanken über Volumen, Form, Deformation, wie auch über Oberflächen, Farben, Innen und Außen spielen hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle. Erwin Wurm ist es wichtig, Kunst auf einer allgemein verständlichen Ebene zu machen. Er greift bewusst auf Alltagsthemen, Alltagsmaterialien und Gegenstände des Alltags zurück, die er für seine Kunstwerke verwendet. Stets schafft er es , dadurch den gängigen Skulpturenbegriff zu verändern.

„Selbstporträt als Essiggurkerl“ aus dem Jahr 2008, wird im MdM Mönchsberg in seiner vollen Größe erstmalig in Europa gezeigt. Die Installation zeigt dem Titel nach ein „Selbstporträt“ des Künstlers, das aus 36 in Acryl gegossenen und naturalistisch bemalten Essig- und Salatgurken besteht. Jede Gurke ist ein Unikat und wird stehend auf einem eigenen Podest präsentiert, wodurch jede Gurke von ihrer ursprünglichen Einfachheit zum Kunstobjekt avanciert. Dabei werden die Individualität jeder einzelnen Gurke, die verschiedenen Formen und Größen, die unterschiedlichen Farben und Oberflächen erkennbar. Die Essiggurke oder um den Titel der Arbeit zu zitieren „das Essiggurkerl“, in der Schreibweise des österreichischen Dialekts, ist nicht nur ein beliebtes landwirtschaftliches Produkt, es steht auch in gewisser Weise für den Österreicher, für den das Essiggurkerl nicht nur zur Leberkässemmel sondern auch zur Brettljause unverzichtbar ist. Dass Erwin Wurm gerade diese kleine, gewöhnliche, nicht gerade schöne, in Essig eingelegte und leicht obszöne Frucht wählt, um sich selbst darzustellen, zeigt einmal mehr seine n Sinn über sich selbst zu lachen sowie seine durchaus zynische Herangehensweise an den Skulpturenbegriff.

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre mit einem Vorwort von Emilie Mayer und einem Text von Kirsten Voigt (12 Seiten, um €2,50 im MdM Museumsshop).

Medienmitteilung
Museum der Moderne Salzburg

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