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wechselausstellungen.de | 15. Mai 2010

PRACHTWARE - Porzellane des Klassizismus aus dem Marton Museum in Zagreb

18. Juni – 9. November 2010
Liechtenstein Museum | Wien

Das LIECHTENSTEIN MUSEUM zeigt in einer neuen Sonderausstellung eine exklusive Auslese von Wiener Porzellanen der Zeit um 1800 aus den Sammlungen des Marton Museum in Samobor bei Zagreb (Kroatien). Tafelporzellane, Schaustücke und Biskuitfiguren zeigen einen Querschnitt durch die ästhetisch und technisch innovative Zeit des Klassizismus. Auch andere Ausstattungsstücke aus der Sammlung des Marton Museum, wie Silber, Glas, Möbel und Gemälde werden in die Präsentation mit einbezogen und setzen assoziative Akzente, die das ästhetische Empfinden ihrer Zeit vor Augen führen.

Bereits während seiner Studienzeit begann der ehemalige kroatische Tennisprofi Veljko Marton mit dem Sammeln von vorwiegend dekorativer Kunst, wie Silber, Glas und Porzellan. Dazu kamen Möbel, Bilder und andere Ausstattungsobjekte, die sich zu Interieurs mit einem Schwerpunkt um 1800 zusammenfügten. Porzellan als eines der kostbarsten und begehrtesten Materialien des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde in den letzten Jahren zu Martons zentralem Interesse. Die grossen europäischen Manufakturen, allen voran Wien, aber auch Sèvres und St. Petersburg eroberten Auge und Herz des Sammlers mit seiner legendären Leidenschaft. Bald wurde der Familienwohnsitz in der pittoresken Sommerfrische Samobor bei Zagreb zu klein, die Familie zog aus, die Sammlung blieb und das Haus aus dem 19. Jahrhundert wurde im Jahr 2003 als Privatmuseum, dem ersten des Landes, umgewidmet. Initiiert wurde dieser Schritt durch den überwältigenden Erfolg einer Ausstellung der Sammlungen im Museum für Kunst und Gewerbe in Zagreb. Eines der wesentlichen Anliegen Martons ist das Vermitteln von Kunst, wie auch die nachfolgenden Ausstellungen verschiedener Aspekte seiner Sammlungen und zahlreiche Publikationen in Zusammenarbeit mit internationalen Experten zeigen. Zuletzt waren Teile der Porzellansammlung aus dem Marton Museum in London und Sèvres zu sehen.

Das LIECHTENSTEIN MUSEUM in Wien widmet sich in seiner Sonderausstellung dem Kernbereich des Marton Museum, den Porzellanen des Wiener Klassizismus. Diese Objekte der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Wien, vornehmlich aus der Zeit unter der Direktion des Aufklärers Conrad von Sorgenthal (1735–1805) zwischen 1784 und 1805, entsprechen den Vorlieben des Sammlers, Museumsdirektors und Geschäftsmannes für ästhetisch gelungene Formen und ausgefallene Dekore.

Antikenverehrung steht im Vordergrund der künstlerischen Produktion dieser Zeit, von der Kopie antiker Keramiken über arkadische Visionen bis zu den von antiken Wandmalereien inspirierten leuchtenden Farben. Tassen, Teller, Tafelaufsätze und Déjeuners, darunter ein Prunkstück der ehemaligen Sammlung Lanna mit feinstem Goldreliefornament, zeigen den nach Vollkommenheit strebenden Stil dieser Epoche. Auch die Kleinskulptur in Porzellan fasziniert den Sammler, gehörte sie doch zu einer eleganten Tafelausstattung um 1790. Der Klassizismus zelebrierte das unglasierte und unbemalte Porzellan mit seiner porösen, matten Oberfläche, die der subtilen Sinnlichkeit antiker Marmorskulpturen nachempfunden ist. Der Modellmeister der Wiener Manufaktur, Anton Grassi (1755–1807), ein Schüler der Wiener Akademie unter Franz Xaver Messerschmidt, sorgte nicht nur für zeitgemässe, schlicht „geläuterte“ Formen im Geist des Klassizismus, sondern auch für die Gestaltung der Figuren, Gruppen und Porträtbüsten. Als Vorbilder dienten einerseits antike Skulpturen, die Grassi auch auf seiner italienischen Studienreise kennen lernte und skizzierte, aber auch das Werk des grossen klassizistischen Bildhauers, Antonio Canova (1757–1822). Die Entführung der Europa (um 1793) des Marton Museum zählt zu den feinsten figürlichen Kompositionen Grassis.

Medienmitteilung
Liechtenstein Museum

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