Andy Warhol – von Marilyn bis Mao
7. Februar – 3. Mai 2009, Horst-Janssen-Museum / Oldenburg
Das Horst-Janssen-Museum zeigt vom 7. Februar bis 3. Mai 2009 fünfundvierzig großformatige Siebdrucke von Andy Warhol (1928 – 1987). Die plakativen, starkfarbigen Motive des Amerikaners gehören wohl zu den bekanntesten Werken der Pop Art.
Der gelernte Werbegrafiker Andy Warhol hat die Kunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht nur in den USA, maßgeblich beeinflusst. Warhol war ein hoch talentierter Zeichner, der als Illustrator bereits in den 50er Jahren mit Preisen überhäuft wurde, mit einem untrüglichen Gespür für den Zeitgeist. Dabei hatte er weder einen ausgeprägten, individuellen Ansatz noch eine Anspruchshaltung, was die Motive und den Kunstcharakter seiner Arbeiten betraf. Neben Filmstars und Politikern, hat er Kühe, Blumen und Pressefotos von Autounfällen und Gewaltszenen zum Gegenstand seiner Werke gemacht. Die meist fotografischen Vorlagen fand er in Magazinen oder anderen Druckerzeugnissen, spürte sie als „film stills“ auf oder fotografierte zunehmend auch selbst.
Der anonymisierte Siebdruck auf Leinwand oder Papier mit teilweise schrillen Farben wurde zu Warhols Erkennungsmerkmal. Zum Druckverfahren erklärt er selbst: „Beim Siebdruck nimmt man eine Fotografie, vergrößert sie, überträgt sie in Leim auf Seide, und rollt dann Farbe darüber, so dass die Farbe durch Seide geht, aber nicht durch den Leim. Auf diese Weise kriegt man immer das gleiche Bild, immer ein klein wenig anders. Es war alles so einfach – schnell und mit Zufallseffekt. Es haute mich einfach um“.
Warhol hat nicht nur den Kunstbegriff, sondern auch das Bild des Künstlers demokratisiert: Der überkommene Begriff des Künstlers, als genialem Schöpfer, wird von der Person und der Arbeitsweise Warhols ausgehebelt. Allein die „factory“, sein Atelier, das Werkstatt und Szenetreffpunkt in einem war, macht deutlich, wie anders das Kunstschaffen bei Warhol funktionierte. Andy Warhols „coloring parties“ in der „factory“ waren legendär. Gemäß der von ihm herausgegebenen Parole „best art is business art“, hat er bereits 1957 die „Andy Warhol Enterprises, Inc.“ gegründet, die im Lauf der Jahre sowohl seine „prints“ verlegte wie auch ab 1969 das von ihm herausgegebene Monatsmagazin „Interview“. Mit Sicherheit hat Andy Warhol eine populäre Kunst in mehrfacher Hinsicht geschaffen. Vor allem seine Porträts sind im besten Sinne des Wortes plakativ zu nennen und haben unzählige Nachahmer gefunden. Um mit Warhol zu sprechen, darf das Kunstwerk schlicht schön, einfach zu rezipieren und dekorativ sein.
Das Horst-Janssen-Museum widmet sich immer wieder unterschiedlichen Drucktechniken, wie zuletzt den Holzschnitten und Lithografien des Expressionismus oder den Radierungen von Rembrandt. Mit der Ausstellung der großen Siebdrucke von Andy Warhol wird ein wichtiges Kapitel der amerikanischen Bilderfindung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeschlagen. Die Arbeiten stammen alle aus einer deutschen Privatsammlung.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 14,00 EUR. Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg.
Exklusive Presse-Preview: Do, 5.2. um 11 Uhr
Eröffnung: Fr, 6.2. um 20 Uhr
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4 - 8, 26121 Oldenburg
Telefon: 0441 - 235 28 91 Telefax: 0441 - 235 33 50
www.horst-janssen-museum.de
Stichwörter / Tags: Andy Warhol, Horst-Janssen-Museum Oldenburg, Oldenburg, Pop Art, Siebdruck
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