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wechselausstellungen.de | 26. Oktober 2009

Arnulf Rainer. Female

22.10.2009 – 7.2.2010
Museum der Moderne (Mönchsberg) / Salzburg

Das Werk von Arnulf Rainer gehört seit der Gründung des Rupertinums zu den Fixpunkten sowohl in der Sammeltätigkeit als auch im Ausstellungsprogramm. Mit der Publikation „Hirndrang“ im Jahr 1980 und der gleichnamigen Ausstellung im Jahr 1984 hat Otto Breicha ein entsprechendes Zeichen gesetzt. Weiters wurden im Jahr 1998 druckgrafische Arbeiten von Arnulf Rainer gezeigt.
Zu seinem 80. Geburtstag wird ein besonderer Aspekt in seinem umfangreichen Schaffen beleuchtet: Die Ausstellung „Female“ widmet sich den Frauenbildern im Oeuvre von Arnulf Rainer. Beginnend mit frühen Fotoüberarbeitungen der 1970er Jahre spannt sich der Bogen bis zu ganz neuen Farbfotografien, die Rainer erstmals selbst von weiblichen Modellen anfertigt. In den etwa 200 Arbeiten der Ausstellung wird das Bild des weiblichen Körpers auf differenzierte Weise interpretiert, werden erotische Fotografien in den unterschiedlichsten Arten zur Bearbeitung und Übermalung eingesetzt.
In der Auseinandersetzung mit dem Thema hat sich Rainer von der Körperbemalung hin zur Überzeichnung und Übermalung von Fotos und Reproduktionen, die weibliche Körper und Gesichter zeigen, entwickelt. Im Zyklus „ Frauensprache“ aus dem Jahr 1977 überarbeitet Rainer unter anderem Aktfotografien professioneller Modelle und Tänzerinnen: Das Ausgangsmaterial war ein Set von erotischen „Cartes Postales“ aus den 1920er Jahren, sowie eine Serie von voyeuristisch anmutenden „Schlüssellochfotografien“ aus den 1960er Jahren, die Rainer auf einem Flohmarkt entdeckt hatte. Die Arten der Bearbeitungen reichen vom vibrierenden Betonen der Körperkonturen, über flächige, weiche Übermalungen bis hin zu aggressivem Akzentuieren. In späteren Werken zeigt sich, dass Rainers Überarbeitungen zunehmend malerischen Charakter annehmen. Zeichnerische Bildgestaltungen zeigen sich weiterhin in einzelnen Werkgruppen, wie zum Beispiel der Serie der „Fehlfotografien“ von 2008/2009. Eigene Fotografien liegen den neuen Farbarbeiten zugrunde, die Rainer vor allem während der ersten Monate dieses Jahres geschaffen hat.

Als „Ausstellung in der Ausstellung“ werden etwa 30 Werke des Jahrhundertwende-Künstlers Franz von Bayros (1866 – 1924) gezeigt, die aus Arnulf Rainers Privatsammlung stammen. In den erotischen Skizzen und galanten Boudoir-Szenen wendet Bayros einen schönlinigen, fließenden Stil an. Das erotische Sujet, die Ambivalenz im freizügigen Posieren und verhaltenen Nicht- Ausformulieren sowie der skizzenhafte Duktus können als Analogien und Anregung zum erotisch definierten Werk, zu den Arbeiten der Ausstellung „Female“, von Arnulf Rainer gesehen werden.

Kuratorin: Margit Zuckriegl

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Bibliothek der Provinz, mit 80 Seiten und 60 Abbildungen (Euro 24,-) und Texten von Sabine Schnakenberg, Margit Zuckriegl, Robert Schindel sowie einem Vorwort von Toni Stooss.

Museum der Moderne



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