Claus Bury. Maßstabssprünge
9. März - 13. Juni 2010
Neues Museum Nürnberg
Eine Kooperation des Neuen Museums in Nürnberg und der Neuen Sammlung - The International Design Museum Munich.
Der Frankfurter Künstler Claus Bury (*1946) hat seine Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg mit dem Begriff Maßstabssprünge betitelt. Damit spielt er auf verschiedene Wechsel von räumlichen Beziehungen innerhalb seines künstlerischen Oeuvres an, so vom Innenraum zum Außenraum, von der Fläche zum Körper oder schließlich vom kleinen Objekt zur Großskulptur.
Claus Bury, der durch seine monumentalen Skulpturen in Landschaften und städtischen Räumen bekannt geworden ist, wird im Neuen Museum in Nürnberg zum ersten Mal in allen Facetten seines künstlerischen Schaffens vorgestellt. Bury absolvierte eine Ausbildung zum Goldschmied und wurde mit seinen Schmuckobjekten der 60er und frühen 70er Jahre zu einem einflussreichen Protagonisten der sich gerade formierenden internationalen Autorenschmuck-Szene. Seine Schmuckarbeiten zeichnen sich durch damals ungewohnte Materialien wie farbiges Acrylglas oder farbige Metall-Legierungen aus. Eine Dekade lang entwarf Bury vor allem Ringe, Broschen und Halsschmuck; Objekte, die als gemeinsames Charakteristikum eine Gestalt besitzen, die Fläche und Volumen gleichermaßen thematisiert. Die später so entscheidende Auseinandersetzung Burys mit der Interaktion zwischen Körper und Raum lässt sich bereits hier erkennen. Ebenso wird in den frühen Arbeiten wie dann auch in den mittelformatigen Metallreliefs sein Interesse für strukturelle Systeme evident.
Seit Ende der 70er Jahre entwickelt der Künstler architektonischen Skulpturen, die er immer auf die besondere Situation der Umgebung bezieht und die auch häufig begehbar sind. Diese Skulpturen fügen sich wie selbstverständlich in ihre Umgebung ein, um sie gleichzeitig zu charakterisieren und zu markieren. Sie basieren auf geometrischen Formen wie Rechteck, Kreis oder Trapez und besitzen in ihrem natürlichen Alterungsprozess und ihrer Begehbarkeit immer ein performatives Element. In Form und Anmutung changieren sie zwischen Bühne, Aussichtsplatz und Rückzugsort. Ein berühmtes Beispiel ist Claus Burys Bitterfelder Bogen, der mit seinen eindrucksvollen Ausmaßen (80 Meter Länge, 30 Meter Höhe) als größte Außenraumskulptur in Deutschland gilt und zu einem Wahrzeichen der Region geworden ist.
Die Ausstellung im Neuen Museum präsentiert erstmalig in großem Umfang die Schmuckstücke und Schmuckentwürfe des Künstlers sowie seine fotografische Serie gefundener „Bauernarchitekturen“, die als work in progress entstehen. Darüber hinaus präsentiert Claus Bury Architekturmodelle sowie die raumgreifende begehbare Skulptur Gewächshaus für Gedanken, durch die die Besucher andere Positionen und Perspektiven im Ausstellungssaal einnehmen können.
Für den Vorplatz des Neuen Museums hat Claus Bury eine kapitale, ebenfalls begehbare Außenarbeit mit dem Titel Raststätte Nürnberg entworfen. Sie bezieht sich mit ihrer Verortung und ihren Maßen auf die den Platz bestimmenden Architekturen – das Neue Museum und die Stadtmauer – und bietet eine neue Gebrauchsfunktion. Sie bedeutet für den Künstler eine wichtige Fortsetzung seines künstlerischen Schaffens. Für das Neue Museum komplettiert diese Arbeit nicht allein die Ausstellung Maßstabssprünge auf eine besondere Weise, sondern trägt auch einer neuen konzeptuellen Entscheidung Rechnung, den Klarissenplatz als erweiterten Ausstellungsraum zu nutzen und noch weiter im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.
Publikationen
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Hrsg. Florian Hufnagl und Angelika Nollert, 28,- Euro im Buchhandel, 20,- Euro an der Museumskasse während der Laufzeit der Ausstellung).
Für den Rundgang durch die Ausstellung steht außerdem ein kostenloses Begleitheft zur Verfügung.
Begleitprogramm
Direktorenführung
mit Dr. Angelika Nollert, Direktorin Neues Museum
Mittwoch, 24. März 2010, 18:00 Uhr
Kosten: 2,- Euro zusätzlich zum Eintrittspreis
Rundgang mit Claus Bury
und Prof. Dr. Florian Hufnagl, Direktor Die Neue Sammlung
Dienstag, 4. Mai 2010, 19 Uhr
Kosten: 3,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Workshop mit Claus Bury
für Kinder ab 8 Jahren
Dienstag, 27. April 2010, 14 bis 17.30 Uhr
Kosten: 8,- Euro. Anmeldung unter Tel. 0911 / 240 20 36
Rundgang mit Claus Bury
für Studierende
Dienstag, 18. Mai 2010, 15 bis 17 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos.
Musikalische Intervention
Ensemble BlackBlazer der Hochschule für Musik Nürnberg
Mittwoch, 28. April 2010, 19 Uhr
Leitung des Ensembles: Harald Bschorr.
Eintritt frei.
Führungen durch die Ausstellung
Samstags 15 Uhr
Sonntags 11 Uhr
Kosten: 2,- Euro zusätzlich zum Eintrittspreis
Öffnungszeiten Neues Museum
Dienstag bis Freitag 10 - 20 Uhr
Samstag und Sonntag 10 - 18 Uhr
Medienmitteilung
Neues Museum Nürnberg
Stichwörter / Tags: Claus Bury, Nürnberg, Neues Museum Nürnberg, Schmuck, Skulptur
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