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wechselausstellungen.de | 19. November 2009

Einzug der Künste in Böhmen. Malerei und Skulptur am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag

20. November 2009 – 12. Januar 2010
Liechtenstein Museum / Wien

Der Einzug der Künste in Böhmen ist der Titel eines Reliefs, das Kaiser Rudolf II. (1552/1576–1612) bei seinem Hofbildhauer Adrian de Fries (1556?–1626) 1609 in Auftrag gegeben hatte. Thematisch spiegelt das Werk, das den Kaiser als Mäzen der Kunst und Wissenschaft, der über die Ignoranz triumphiert, glorifiziert, die politische Situation in Prag um 1600 wider. Zu dieser Zeit war die Stadt an der Moldau offen für Ideen und Menschen aller Herren Länder und galt als Metropole für Intellektuelle, Wissenschaftler sowie Künstler aus ganz Europa.

Der Kaiser versuchte auf seiner Prager Residenz nicht nur Vorhandenes zusammenzutragen, sondern berief auch zeitgenössische Künstler diverser Sparten an seinen Hof. So befanden sich dort neben Steinschneidewerkstätten Künstler wie Bartholomäus Spranger (1546–1611), Hans von Aachen (1552–1615), Joseph Heintz der Ältere (1564–1609) oder Adrian de Fries (1556?–1626). Letzterer schuf im Auftrag Karls I. von Liechtenstein monumentale Bronzen, die zum ältesten Kern der Kunstsammlungen des Fürstenhauses gehören.

Zum jüngsten Bestand der Fürstlichen Sammlungen zählen hingegen die Neuankäufe zweier bedeutender Gemälde der Maler des Manierismus am Prager Hof: Hans von Aachens Diana und ihre Nymphen bei der Rast nach der Jagd (um 1602) sowie das monumentale Altarbild der Krönung der Jungfrau Maria (1602) von Joseph Heintz dem Älteren, die nun nach eingehender Restaurierung zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Präsentation zeigt diese und andere ausgewählte Werke des Manierismus aus eigenen Beständen – darunter Gemälde, Skulpturen und Pietra-Dura-Arbeiten –, die durch hochkarätige internationale Leihgaben bereichert werden.

Die Ausstellung wurde vom Direktor des LIECHTENSTEIN MUSEUM, Dr. Johann Kräftner, in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Dr. Eliška Fučíková und Dr. Manfred Leithe-Jasper konzipiert und wird von einem 152 Seiten umfassenden Katalog in deutscher Sprache sowie einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm (Spezial- und Themenführungen sowie ein Vortrag) begleitet.

Liechtenstein Museum

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