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wechselausstellungen.de | 25. Juni 2009

EROS & THANATOS – Triebe, Bilder, Deutungen

11. Juni – 13. Oktober 2009
Sigmund Freud Museum und LIECHTENSTEIN MUSEUM / Wien

Eine Ausstellung im Sigmund Freud Museum und im LIECHTENSTEIN MUSEUM in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien.

Die Ausstellung „Eros & Thanatos – Triebe, Bilder, Deutungen“ im Sigmund Freud Museum und in der Historischen Bibliothek des LIECHTENSTEIN MUSEUM thematisiert erstmals Freuds Triebtheorie mittels ausgewählter Beispiele bildender Kunst. Anhand von Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken, Emaillearbeiten und Skulpturen u. a. von Dürer, Rubens, Bellucci, Klimt wie Schiele, wird die Wechselwirkung zwischen Lebens- und Todestrieb veranschaulicht.

In seinem Spätwerk stellte Freud in der Trieblehre den Todes- (Thanatos) dem Lebenstrieb (Eros) gegenüber. Mit dem Zusammen- und Gegeneinanderwirken dieser beiden Triebe versuchte er die Vielfältigkeit des psychischen Lebens zu erklären. „Eros & Thanatos“ ist die erste gemeinsame Präsentation der beiden Häuser und zugleich eine Fortführung der Kooperation des Sigmund Freud Museums mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien.

Inge Scholz-Strasser, Direktorin des Sigmund Freud Museums, erklärt: „Wir verknüpfen eine umstrittene Theorie aus dem psychoanalytischen Themenkomplex in dieser Ausstellung mit zwei international renommierten und kunsthistorisch wertvollen Sammlungen. Darüber hinaus ist diese häuserübergreifende Präsentation unsere erste Kooperation mit dem benachbarten LIECHTENSTEIN MUSEUM, das seinerseits für das Sigmund Freud Museum Leihgaben beisteuert.“

Johann Kräftner, Direktor des LIECHTENSTEIN MUSEUM, führt zu dieser Kooperation aus: „Wir wollen mit dieser gemeinsamen Ausstellung Kräfte bündeln und in einem Bezirk, der immer wieder die Geburtszelle grosser kultureller Momente in Wien war, einen neuen Impuls setzen. Durch die Zusammenarbeit der beiden heutigen grossen Antipoden, der Lebenszelle Sigmund Freuds in der Berggasse und einem der ersten Orte der öffentlichen Diskussion von bildender Kunst in Wien, dem Gartenpalais in der Rossau, zusammen mit dem Bestand des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste eröffnen sich unter dem diziplinenübergreifenden Blickwinkel neue Erkenntnisse zu bereits längst bekannt geglaubten Themen.“

Die Ausstellung illustriert Freuds vielfältige Theorie des Lebens- und Todestriebs mit Bildern und Grafiken aus der Antike, der Renaissance und dem Fin de Siècle. Zu Freuds Lebzeiten beschäftigten sich Künstler wie Schiele, Klimt und Kokoschka intensiv mit dem Thema der Sexualität und des Todes, ohne Freuds Theorien dazu gelesen zu haben. Freud wiederum suchte selbst, obwohl er sich von seinen Anhängern in der Frage von Eros und Thanatos missverstanden fühlte, keine Verbindung zu den zeitgenössischen Künstlern, sondern fand für seine revolutionäre Theorie nur Anklang in den Schriften des vor-sokratischen Philosophen Empedokles.

Mit „Eros & Thanatos“ nutzen das Sigmund Freud Museum und das LIECHTENSTEIN MUSEUM Freuds Texte, um die Spannung zwischen Leben und Tod, zwischen Gewalt und Leidenschaft in Arbeiten von Künstlern aus unterschiedlichsten Epochen – von Dürer über Giordano bis zur Secession – darzustellen.

Eros und Thanatos bei Sigmund Freud

In Jenseits des Lustprinzips (1920) stellt Freud zum ersten Mal den Lebens- und Todestrieb vor und erklärt seine bis dahin vertretene Idee einer Dualität zwischen Selbsterhaltungstrieb und Sexualtrieb für nicht mehr ausreichend. Obwohl einige Psychoanalytiker seine neue Theorie anzweifelten, setzte sich Freud bis ans Ende seines Lebens energisch für sein Konzept ein. Seinem Ansatz zufolge strebt der Lebenstrieb – Eros – die Verlängerung des Lebens an und verbindet sich mit Objekten, wohingegen der Todestrieb – Thanatos – sich nach einem früheren Stadium im Leben sehnt, einem spannungslosen, fast leblosen Zustand, der nach keinen Beziehungen zu Objekten strebt. In den letzten Jahren haben Freuds Theorien über Eros und Thanatos verstärktes Echo hervorgerufen vor dem Hintergrund der gewaltsamen und selbstzerstörerischen Akte, die das politische und soziale Geschehen weltweit bewegen. In seinem Brief an Albert Einstein aus dem Jahre 1932 verbindet Freud Eros mit Liebe und Thanatos mit Hass, warnt jedoch sogleich: „(…) lassen Sie uns nicht zu rasch mit den Wertungen von Gut und Böse einsetzen. Der eine dieser Triebe ist ebenso unerlässlich wie der andere, aus dem Zusammen- und Gegeneinanderwirken der Beiden gehen die Erscheinungen des Lebens hervor.“ „Eros & Thanatos“ zeigt, wie aktuell das Thema des Kampfes zwischen äußerem Sturm und innerem Drang für die Menschheit über Jahrhunderte hinweg geblieben ist.

Kuratoren bzw. wissenschaftliche Berater der Ausstellung sind Monika Knofler, Direktorin des Kupferstichkabinetts, Johann Kräftner, Direktor des LIECHTENSTEIN MUSEUM, Hannes Etzlstorfer und Jeanne Wolff Bernstein, Psychoanalytikerin und ehemalige Präsidentin des Psychoanalytic Institute of Northern California in San Francisco.

Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien
Öffnungszeiten: täglich 9.00-17.00 Uhr, 1. Juli - 30. September täglich 9.00-18.00 Uhr
Eintritt: 7 EUR
Tel.: +43 (1) 319 15 96
Fax: +43 (1) 317 02 79
E-Mail: office@freud-museum.at
www.freud-museum.at

LIECHTENSTEIN MUSEUM. Die Fürstlichen Sammlungen
Fürstengasse 1, 1090 Wien
Öffnungszeiten: Freitag bis Dienstag 10.00-17.00 Uhr, Mittwoch und Donnerstag geschlossen
Eintritt: 4 EUR
Tel.: +43 (1) 319 57 67-252
Fax: +43 (1) 319 57 67-255
E-Mail: info@liechtensteinmuseum.at
www.liechtensteinmuseum.at

Sonderpreis für den Besuch der Ausstellung EROS & THANATOS in beiden Häusern:
9 EUR gesamt

Sonderführungen durch die Ausstellungen in beiden Häusern nach Vereinbarung:
Anmeldung: Sigmund Freud Museum, +43 (1) 319 15 96, fuehrungen@freud-museum.at
Kosten: 120 EUR, bis zu 25 Personen (exkl. Eintritte)
Dauer: ca. 2 Stunden



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1 Kommentar »

  1. [...] In seinem Spätwerk stellte Freud in der Trieblehre den Todes- (Thanatos) dem Lebenstrieb (Eros) gegenüber. Mit dem Zusammen- und Gegeneinanderwirken dieser beiden Triebe versuchte er die Vielfältigkeit des psychischen Lebens zu erklären. „Eros & Thanatos“ ist die erste gemeinsame Präsentation der beiden Häuser und zugleich eine Fortführung der Kooperation des Sigmund Freud Museums mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien. Mehr finden Sie unter wechselausstellungen.de [...]

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