Wechselausstellungen.de

Kunstausstellungen und Pressenews aus Kunstmuseen, Kunsthallen und Galerien
Anzeige
Anzeige
wechselausstellungen.de | 8. September 2009

Hamburger Ansichten - Maler sehen die Stadt

9. Oktober 2009 - 14. Februar 2010
Hamburger Kunsthalle (Hubertus-Wald-Forum)

Hamburg war seit Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ziel für zahlreiche Künstler. Besonders in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war die Stadt von großem Interesse – führende Maler aus ganz Deutschland und Europa kamen in die Hansestadt, um sich hier inspirieren zu lassen: von der einzigartigen Kulisse einer Innenstadt, die um die zwei Wasserflächen der Alster entworfen und gewachsen war, vom Hafen und von der Elbe. Auch Alfred Lichtwark (1852–1914), seit 1886 erster Direktor der Hamburger Kunsthalle, hatte frühzeitig erkannt, dass die Stadt Hamburg für junge, zu seiner Zeit moderne Künstler als Bildmotiv von großem Interesse sein konnte. Sein Wunsch war es, dem Kunstpublikum zeitgenössische Kunst zu vermitteln. Der vorherrschenden zögerlichen bis ablehnenden Haltung gegenüber Kunst und der damaligen Moderne hoffte er, durch die Wiedererkennbarkeit der Motive, entgegen wirken zu können. Bereits 1889 gründete Lichtwark die Sammlung von Bildern aus Hamburg und erteilte zunächst jüngeren Malern aus Hamburg und später aus ganz Deutschland Aufträge, Bilder mit Themen aus der Stadt zu malen. Vor allem die Maler, die sich 1897 im Hamburger Künstlerclub zusammengeschlossen hatten, versuchte er in seine Bemühungen um die moderne Malerei einzubeziehen. Auftragswerke für die Kunsthalle bestellte Lichtwark u. a. bei den Hamburger Künstlern Ernst Eitner, Julius von Ehren, Thomas Herbst, Arthur Illies und Paul Kayser. Unter den führenden deutschen Künstlern waren es Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt, die der Einladung nach Hamburg folgten und eine Reihe ungewöhnlicher Ansichten der Stadt schufen.

Auch die erfolgreichen Bemühungen um Besuche von skandinavischen Künstlern wie Frits Thaulow aus Kristiania (Oslo), Anders Zorn aus Stockholm oder Laurits Tuxen aus Kopenhagen sowie die französischen Postimpressionisten Pierre Bonnard und Edouard Vuillard führten zu einer Vielzahl von Werken. Waren die Künstler erst einmal in der Stadt, fanden sie vielfach noch reichlich andere Bildmotive, als jene, die Lichtwark ihnen zugedacht hatte. Ihre eigenen Ansichten der Stadt waren häufig malerisch noch freier und moderner. Neben Lichtwarks Bemühungen um Künstlerbesuche in Hamburg trieben auch die persönlichen Kontakte von Hamburger Sammlern und Künstlern untereinander die künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadt weiter an. So kamen aus Paris die Maler Auguste Herbin und Albert Marquet – der Erste auf Einladung des Sammlers Henry B. Simms und der Zweite durch die Vermittlung von Henri Matisse. Zahlreich waren auch die Besuche verschiedener Brücke-Künstler. Sie kamen auf Anregung des Sammlerpaares Paul und Martha Rauert, das die Werke u. a. von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff oder Emil Nolde sammelte und propagierte.

Die Ausstellung Hamburger Ansichten. Maler sehen die Stadt präsentiert sowohl romantisch künstlerische Reflektionen als auch realistisch dokumentarische Darstellungen. Der Hauptteil der Ausstellung gliedert sich in sechs Abteilungen, die motivisch geordnet sind:

I. Leben in der Stadt
Veranschaulicht wird die Stadt als architektonisches Gebilde mit den baulichen Erneuerungen, z. B. durch die Erweiterung der Stadt in die Randgebiete und durch die fortschreitende Industrialisierung.

II. Die Binnenalster
Das urbane Leben der Innenstadt entwickelte sich um das künstlich aufgestaute Bassin der Binnenalster. Diese einmalige Situation - eine Wasserfläche mitten in der Stadt - wird zum zentralen Thema.

III. Die Außenalster
Um ein vielfaches größer als die Binnenalster zeigt sich die Außenalster als Ort der Freizeit. Zentrales Motiv ist hierbei das Uhlenhorster Fährhaus und dessen nächtliche Illumination.

IV. Der Hafen
Als eine der wichtigsten Attraktionen der Stadt spiegelt der Hafen den Übergang von innerstädtischer Architektur zu Arbeit und Industrie am und auf dem Wasser wider.

V. Die Elbe
Einerseits Fluss und andererseits Fahrweg herrschte auf der Elbe ein Nebeneinander von Natur und Industrie bzw. Handel, das sich durch den fortschreitenden Ausbau des Hafens rasant veränderte. Beispielhaft ist hier die Hafenerweiterung am Köhlbrand und die naturbelassene Elblandschaft im Westen.

VI. Die Umgebung
Beliebte Motive sind die vielfältig landwirtschaftlich genutzten Gegenden in den Vier- und Marschlanden auf den Elbinseln im Südosten der Stadt und im Alten Land sowie der romantische, unberührte Oberlauf der Alster bis zu den ersten Schleusen in Mellenburg.

In der Ausstellung werden sowohl Werke aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle als auch Leihgaben aus privaten wie öffentlichen Sammlungen des In- und Auslandes zu sehen sein. Unter den Exponaten befinden sich ca. 100 Gemälde und Arbeiten auf Papier sowie Photographien von Andreas Feininger, Herbert List, E. O. Hoppé und Albert Renger-Patzsch.

Zu der Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog. Er ist im Museumsshop oder unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich.

Kuratoren der Ausstellung: Dr. Ulrich Luckhardt, Marcus A. Hurttig, Katharina Heise

Pressetermin: Donnerstag, 8. Oktober 2009, 11 Uhr
Eröffnung: 8. Oktober 2009, 19 Uhr

Hamburger Kunsthalle

Anzeige

Die Nutzung der Kommentierungsfunktion ist als Gast ohne Registrierung möglich. Nach Eingabe eines Nutzernamens und einer E-Mail-Adresse können Sie einen Kommentar hinterlassen.
Alternativ können Sie sich bei Disqus registrieren oder sich über Ihre Facebook-, Twitter-, Google-, Yahoo- oder OpenID-Accounts anmelden.
blog comments powered by Disqus