„Hofiert und verfemt“. Der Maler Werner Peiner und seine Zeitgenossen in den 1930er Jahren
15. Mai – 25. Juli 2010
Kulturelles Forum | Langenfeld
Im Nationalsozialismus hofiert – nach dem Zweiten Weltkrieg kaum noch beachtet: Das KULTURELLE FORUM zeigt Werke des Malers Werner Peiner (1897 – 1984), dessen künstlerische Laufbahn an der Kunstakademie Düsseldorf begann. Während des Studiums zwischen 1919 und 1923 waren die Professoren Wilhelm Döringer, Max Clarenbach und August Deusser seine Lehrer.
Peiners Vorbilder in der Renaissance, in der holländischen Malerei und in der Düsseldorfer Malerschule prägten damals schon den Stil. Der Einfluss der realistischen Bewegung „Neue Sachlichkeit“ offenbarte sich in seiner gegenständlichen Malweise. So machte er sich bereits in den 1920er Jahren einen Namen als Porträtmaler und avancierte zum begehrten Gesellschaftsmaler. Er bekam Aufträge von Sammlern und einflussreichen Industriellen, die auch große Arbeiten für private und öffentliche Repräsentationsbauten, Industrie- und Verwaltungsgebäude sowie Kirchen beinhalteten.
Sowohl die von ihm gewählten Themen als auch die gegenständliche Malweise ließen ihn für die Nationalsozialisten interessant erscheinen. In der Zeit da diese die Gleichschaltung vorantrieben, wurde Werner Peiner zu einem der höchstdotierten Maler befördert. Er avancierte damit neben Albert Speer und Arno Breker zu den wichtigsten Künstlern des Nationalsozialismus. Eine Verurteilung als „Blut- und Boden“- Maler ist jedoch nicht angebracht, da er sich in der Malweise und mit den Themen den Anforderungen der Nazis nicht unterwarf.
Parallel zu den Gemälden Peiners werden in der Ausstellung im KULTURELLEN FORUM die Lebenswege der Zeitgenossen beleuchtet. In dieser Gegenüberstellung werden einige der „entarteten“ Künstler anhand von Informationstafeln exemplarisch vorgestellt.
Die Ausstellung möchte vor allem jungen Menschen zeigen, wie verschieden Künstler auf ein Gewaltregime reagieren. Am Beispiel von Werner Peiner soll die Versuchung der Macht auf einen bildnerisch Schaffenden aufgezeigt werden.
Begleitend zur Ausstellung „Hofiert und verfemt” findet ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops statt.
Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Unterstützung des Fördervereins Stadtmuseum Langenfeld.
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr ~ Der Eintritt ist frei!
Medienmitteilung
Kulturelles Forum Langenfeld
Stichwörter / Tags: Kulturelles Forum Langenfeld, Langenfeld, Werner Peiner
Die Nutzung der Kommentierungsfunktion ist als Gast ohne Registrierung möglich. Nach Eingabe eines Nutzernamens und einer E-Mail-Adresse können Sie einen Kommentar hinterlassen.
Alternativ können Sie sich bei Disqus registrieren oder sich über Ihre Facebook-, Twitter-, Google-, Yahoo- oder OpenID-Accounts anmelden. blog comments powered by Disqus