Joan Rabascall. Produktion 1964 - 1982
31. Oktober 2009 - 14. Februar 2010
Weserburg / Bremen
Massenmedien, die Rolle der Frau, Militarisierung, Gewalt, der „american way of life“, Freizeitkultur und Computerisierung – dieses sind die Hauptthemen von Joan Rabascall. Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen zeigt in seiner Ausstellung über 150 bisher eher unbekannte Produktionen des spanischen Künstlers aus den 1960er bis 1980er Jahren, die als Schlüssel-Periode in seinem Werk angesehen werden können. In einer Zeit, in der sich die meisten amerikanischen Künstler/innen von der industriellen Produktion faszinieren ließen, entschloss sich Rabascall wie viele andere europäische Künstler/innen auch, Kritik an der modernen Konsumkultur auszuüben. Für ihn steht vor allem die zunehmende Mediatisierung der Gesellschaft im Zentrum des Interesses. Dementsprechend gestaltet sich die Ausstellung „Joan Rabascall. Produktion 1964-1982“ rund um die Auseinandersetzung des Künstlers mit den Thema des Bildes und der Bilderübertragung.
Nachdem er 1961 vor dem Regime Francos nach Paris geflohen war, traf Rabascall dort auf die Hauptakteure des französischen Nouveau Réalisme. Später kam er in London mit der englischen Avantgarde in Kontakt. Diese Begegnungen haben ihn geprägt und inspiriert, und seitdem macht er sich die Sprache der Massenmedien zunutze, um deren Mechanismen zu kritisieren. Durch die gezielte Manipulation – z.B. von Fernsehbildern oder Zeitungstexten – versucht Rabascall, kritisch auf verschiedene Aspekte, wie etwa den Einfluss des Massentourismus und der Globalisierung auf Landschaft und Sprache, hinzuweisen.
Die Ausstellung umfasst neben Collagen, Assemblagen, Installationen, Künstlerbüchern, Fotografien, Filmen, Grafiken und Texten auch Ephemera, Multiples, Postkarten und Plakaten. Dabei wird in den präsentierten Werken das früh geprägte Credo von Rabascalls Kunst deutlich: Stets soll hier mit Hilfe der Kunst einer Trivialisierung der Kultur entgegengewirkt werden. Die Arbeiten und Themen von Joan Rabascall stellen nicht nur einen Spiegel der Kunst und Gesellschaft ihrer Zeit dar, sondern haben auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren.
Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen entsteht in Kooperation mit dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) und mit Unterstützung des Instituto Cervantes. Gefördert von SEACEX, dem Institut Ramon Llull und AECID (Ministerio de Asuntos Exteriores).
Eröffnung: Freitag, den 30. Oktober 2009 um 19:00 Uhr
Pressevorbesichtigung: Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 11:30 Uhr
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