Jürgen Partenheimer. Xenia
19.11.2009 - 31.01.2010
Kunsthalle zu Kiel
„Was immer wir in Partenheimers Werken sehen, wir suchen darin nicht nach einem Abbild, sondern nach einer bildnerischen Entsprechung, in der das Leben selbst ästhetisch in Erscheinung tritt, denn erst durch das Ästhetische, durch eine auf sinnliche Wahrnehmung und sinnliches Verstehen zielende Formgebung, wird das, was erscheint, zur Kunst.“
(Uwe Wieczoreck)
Konzept und Idee – Jürgen Partenheimer
Das Konzept der Ausstellung „Xenia“ von Jürgen Partenheimer in der Reihe „Zeitgenössische Kunst in der Antikensammlung“ der Kunsthalle zu Kiel thematisiert den Begriff der „Mimesis“ als Bild künstlerischer Identität und Haltung. „Das Thema behandelt die Sichtbarwerdung von Imaginiertem oder Empfundenen in der Vergegenwärtigung durch Erinnerung und bewusste Reflexion. Geschichte und Gegenwart, die Erschließung der Welt als Stoff der Kunst im antiken Weltbild sowie im zeitgenössischen Denken und Handeln stehen als gemeinsame Formulierung von Vorstellung und Wirklichkeit in zeitlosem Dialog.“, so der Künstler über sein Konzept.
Die Ausstellung in der Antikensammlung schafft Korrespondenzen auf ganz unterschiedlichen Ebenen: auf der Ebene abstrakter Geometrien und Raumlinien, auf der Ebene gattungsübergreifender Wahrnehmung und der Ebene von Original und Abbild. Dabei zeigt sich, dass Korrespondenzen epochenübergreifend funktionieren. „Die Originale und Kopien der Antikensammlung diskutieren eine Form der Anschauung, der die zeitgenössische Kunst antwortet, indem sie die Begriffe bei sich selbst überprüft“, sagt Jürgen Partenheimer: „Das Zeitgenössische setzt sich in Beziehung zur Sammlung und bewahrt gleichzeitig seine Unabhängigkeit.“ In Annäherung an die Ausstellung bedeutet das: Die Markierung der Räume in der Antikensammlung, das Nebeneinander des Fremden im Ähnlichen – des Historischen neben dem Zeitgenössischen - schärft das Bewusstsein für unterschiedliche Ausdrucksformen verwandter Inhalte, erzeugt Energien vergleichender Wahrnehmung und erörtert die erlebbaren Räume und das Raumwissen der Kunst.
Der Besucher der Kieler Ausstellung findet sich dabei an das Konzept des Kieler SEE HISTORY erinnert, das, die herkömmlichen Methoden der Kunstgeschichte hinterfragend in eine besondere Sehgewohnheit einübt, die eher assoziativ ist und Raum für Grenzgänge zwischen den Künsten und Epochen lässt.
Der griechische Begriff „Xenia“ als Titel der Ausstellung eröffnet im Sinne der „Gastfreundschaft“ der zeitgenössischen Kunst einen neuen Raum in der Antikensammlung und ermöglicht ein imaginäres Gespräch über Formen und Inhalte der Bilder und Skulpturen. Die Kunsthalle zu Kiel freut sich, dieses besondere Projekt, das eine Kooperation zwischen Muthesius Kunsthochschule, „Chiffren. Netzwerk Neue Musik“ und „cultur ireland“ sowie dem irischen Komponisten Kevin Volans schafft, in Partnerschaft mit der Antikensammlung Kunsthalle zu Kiel realisieren zu können. Gedanklich eingebettet ist dieses interdisziplinäre Projekt in das Symposion „Erlebbare Räume“, das von der Muthesius Kunsthochschule (in personam Prof. Dr. Petra Maria Meyer, Professorin für Kultur- und Medienwissenschaften und Prof. Dr. Ludwig Fromm, Professor für Raumstrategien) vom 19. bis 21. November veranstaltet wird. Eintritt frei, Beginn: Donnerstag, 19. November 16 Uhr, 20. und 21. November jeweils ab 10 Uhr.
Stichwörter / Tags: Jürgen Partenheimer, Kiel, Kunsthalle zu Kiel
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