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wechselausstellungen.de | 23. Mai 2009

Luis Jacob - 7 PICTURES OF NOTHING REPEATED FOUR TIMES, IN GRATITUDE

21. Juni – 23. August
Museum Abteiberg / Mönchengladbach

Ursprünglich für den Winter 2008/2009 vorgesehen, doch aufgrund der großen Installation von Gregor Schneiders E N D im vergangenen November auf einen späteren Termin mit eigener Strahlkraft verlegt: Das eigens für das Museum Abteiberg entworfene Ausstellungsprojekt des Künstlers Luis Jacob (*1970 in Peru, lebt und arbeitet in Toronto).

„7 Bilder von Nichts vier Mal wiederholt, in Dankbarkeit“ lautet der Titel seiner ersten Museumsausstellung in Deutschland, die – nach den aufsehenerregenden Fotocollagen („Album“) auf der Documenta 12 – nun überraschenderweise Gemälde zeigen wird (siehe beiliegend erste Aufnahmen in einem speziell für diese Werkserie geschriebenen Text des Künstlers).
Im großen Wechselausstellungsraum des Museums inszeniert Luis Jacob eine atmosphärische Nachbildung des Werks von Mark Rothko, einem der berühmtesten abstrakten Expressionisten, dessen gegenstandslose Malerei bis heute unverminderte Faszination auslöst. Hierbei sind die sieben ausgewählten Gemälde exakt jene der Sammlung Panza, die Mitte der 1970er Jahre, im Vorlauf der Eröffnung des Museums Abteiberg, als Leihgabe versprochen waren. Jacobs Adaptionen erscheinen in einer Abfolge von vier Kabinetten, vier unterschiedlichen Größen und Versionen, deren Verfremdungseffekte eine fast surreale Steigerung erzeugen. Der erste Raum – absolut trügerisch, weil nur scheinbar mit direkten Kopien, de facto mit starker Verkleinerung und schrumpfartiger Enkaustik manipuliert – trägt den Titel: „ 7 Pictures of Nothing. In Gratitude“, „7 Bilder von Nichts. In Dankbarkeit“. Im zweiten Raum vergrößern sich die Formate, während die Farben auf den ungrundierten Leinwänden verwässern und zerfließen: „They Retreat to the Home of Their Waiting“, zu deutsch „ Sie ziehen sich zurück und warten“. Im dritten und größten Raum vergrößern sich die Formate abermals (nunmehr auf Originalgröße der Werke Mark Rothkos), die Farben verändern sich stärker als zuvor und brechen aus: sie verwandeln sich in glühende Felder: „They sleep with one eye open“, zu deutsch „ Sie schlafen mit einem offenen Auge“. Im vierten, kleinen Kabinett, wird die Größe komplett zurückgenommen, es erscheinen sieben gerahmte Schwarz-Weiß-Zeichnungen, deren schematische Darstellung aus digitalen ASCI-Codes besteht: „They speak in tongues to the dead“, zu deutsch „Sie sprechen in Zungen zu den Toten“.

Jacob operiert mit jener dunklen Magie der gegenstandslosen Malerei, für deren verführerische Kraft das Werk Mark Rothkos steht. Seine Inszenierung erinnert an Rothkos berühmt gewordene Kapelle in Houston, gleichermaßen an die Funktion des Museums als einen Ort der Transzendenz, allerdings mit der Betonung einer umgekehrten Blickrichtung, nämlich vom Objekt zum Betrachter: „Das Bild sieht dich an“. Als systematisch aufgebaute Rezeptionsstudie und bildnerische Untersuchung widmet sich das Unternehmen von Luis Jacob der Vergegenwärtigung. In einer ernsthaft aufklärerischen Haltung verfolgt Jacob die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur, demonstriert hierbei einmal mehr das Charakteristikum seiner gesamten interdisziplinären Arbeit als Künstler, Kurator, Lehrer und gesellschaftlicher Aktivist; und nochmals eindrücklicher betont er die utopisch-spirituelle Bedeutung des abstrakten „Nothing“ in der Moderne.

Der zweite und zugleich einleitende Teil der Ausstellung ist im Foyer des Museums Abteiberg zu sehen: Ein neues „Album“ von Luis Jacob, erzeugt mit originalen Kunstwerken, die Jacob aus dem Magazin der Sammlung des Museums Abteiberg wählte: Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Man Ray, Niki de Saint Phalle, Franz Wilhelm Seiwert, Nikolaj Michallowitsch Suetin, Günther Uecker u.a.m..
Das Ausstellungsprojekt wird begleitet von einem Künstlerbuch, das als Einleitung ein erweitertes Album von rund 30 Sammlungswerken enthält und anschließend „7 Pictures of Nothing Repeated Four Times, in Gratitude“ mit umfassenden Einzel- und Installationsaufnahmen sowie einem Text von Luis Jacob präsentiert. Das Buch erscheint zweisprachig deutsch und englisch, herausgegeben vom Museum Abteiberg und dem Verlag der Buchhandlung Walther König.

Weitere Informationen und Abbildungsvorlagen können gerne zur Verfügung gestellt werden. Luis Jacob ist während der Installationszeit am Abteiberg bzw. bereits im Vorfeld der Ausstellung zu Interviews bereit; Terminabsprachen können ab sofort getroffen werden.

Die Pressevorbesichtigung der Ausstellung ist geplant für Donnerstag, den 18. Juni um 15 Uhr.
Eröffnung:
Sonntag, 21. Juni, 12 Uhr

Museum Abteiberg

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