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wechselausstellungen.de | 22. Februar 2009

MAK mit CAT (Contemporay Art Tower) bei Ausstellung in Mailand vertreten

17. Februar – 13. März 2009, Spazio Guicciardini via Guicciardini 6, Milan

Das Projekt CAT wird im Zuge der Ausstellung „Hitlers unvollendete Tempel - Wiener Kriegsarchäologie”, ab 17. März 2009 in der Spazio Guicciardini in Mailand, präsentiert. Neben Fotos und Bildmaterial ist auch ein maßstabgetreues Model zu sehen.

Das MAK präsentiert im Zuge dieser Ausstellung erstmals in Italien das Projekt CAT - Contemporary Art Tower. Mit diesem Projekt haben Peter Noever, Sepp Müller und Michael Embacher eine programmatische Strategie entwickelt, die den komplexen Anforderungen von zeitgenössischen künstlerischen Produktionen entspricht. Ziel ist der Aufbau einer Sammlung des 21. Jahrhunderts und damit die Adaptierung des Gefechtsturms Arenbergpark – Mahnmal des „Niemals Vergessen“ – in ein offenes Zentrum für zeitgenössische Kunst.

Das international unvergleichliche Projekt ermöglicht in Österreich vor dem Hintergrund einer drohenden Sammlungslücke bei überschaubarem finanziellem Aufwand eine unverrückbare Sammlung zeitgenössischer Kunst. Das Projekt wurde mit Ausstellungen in New York, Los Angeles, Moskau, Berlin und Wien unter großem öffentlichem Interesse präsentiert.

Der Verzicht auf das Sammeln zeitgenössischer Kunst ist heute wie auch langfristig betrachtet eine nicht rückgängig zu machende Unterlassung. Peter Noever, Direktor MAK: „Bereits mehrfach wurde bewiesen, mit welch fatalen Folgen zu rechnen ist, wenn die Kunst der Zeit nicht in der Zeit gesammelt wird und Jahrzehnte später erhebliche Mittel aufgebracht werden müssen, um Lücken in Sammlungen zu schließen. Mittel, die wiederum fehlen, um Zeitgenössisches adäquat zu finanzieren“.

Das Projekt CAT – Contemporary Art Tower ist die Antwort auf dieses sich wiederholende Dilemma. Es ermöglicht darüber hinaus ein Verständnis des Heute zu schaffen. Künstlern bietet sich hier ein bis dato einzigartiges Forum, in dem Kunst nicht als Erbe, sondern als lebendige Gegenwart ihren Platz erhält.

Die Grundidee des Projekts besteht darin, Künstler einzuladen, Kunstwerke in situ zu realisieren und auf die Gegebenheiten des Ortes zu reagieren. Geplant ist kein neues Museum, keine Wiederholung der Wiederholung, sondern ein Ort, der zeitgemäße Kunstproduktion respektiert und ermöglicht. Über die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre entsteht eine unverrückbare internationale Sammlung zeitgenössischer Kunst mit identitätsstiftendem Potenzial.

Der Gefechtsturm Arenbergpark ist als historisches Relikt eine Irritation im Stadtbild, nur die Kunst kann ihn öffnen. Künstlerische Interventionen treffen und reagieren auf die historisch aufgeladene Struktur und transformieren das fremdartige Gebäude in ein lebendiges Zentrum zeitgenössischer Kunst. Die dominierende Architektur des Gefechtsturms und ihr bestimmendes Moment wird durch die am Ort entstehende Kunst unterwandert. Die Öffentlichkeit nimmt Teil am Entstehungsprozess der Kunst und begibt sich auf eine Entdeckungsreise zu neuen Dimensionen, die nur durch Kunst erfahrbar gemacht werden können. Die Kosten für die in Form eines Artist-in- Residence-Programms in Auftrag gegebenen Installationen der Künstler liegen deutlich unter jenen von auf dem Kunstmarkt erworbenen Arbeiten. Die Wertsteigerung der vor Ort entstehenden und wachsenden Sammlung ist enorm: Bereits mit der Fertigstellung eines Kunstwerks beträgt dessen Wert ein Vielfaches der Investitionskosten für Material und Künstlerhonorar. Die Sammlung des 21. Jahrhunderts ist finanzierbar. Und das ist vor dem Hintergrund einer prekären kulturpolitischen Situation mit engem finanziellem Korsett für Kunstinstitutionen wohl eines der schlagkräftigsten Argumente für die Realisierung des Projekts.

Auf einer Gesamtfläche von 1.400 m2 werden im MAK-Gegenwartskunstdepot im Gefechtsturm Arenbergpart seit 1995 wesentliche Teile der Gegenwartskunstsammlung präsentiert.

Mit dem Projekt CAT – Contemporary Art Tower positioniert sich das MAK mit seiner einzigartigen Sammlung angewandter und zeitgenössischer Kunst einmal mehr als Ort der Produktion, Vermittlung, Erhaltung und Neuorientierung von Kunst sowie der Diskussion um den öffentlichen Raum.

Die historische Fotoausstellung, kuratiert von Flavia Foradini (Journalistin und Autorin) und Edoardo Conte (Architekt, Designer und Fotograf), mit kommentierten Bildern, Modellen, realisierten und nicht realisierten Projekten, verschafft dem Besucher ein Panorama über einen historischen, sozialen und architektonischen Aspekt Wiens. Dieser war bisher in Italien weitgehend unbeachtet und bietet einen ungewohnten Blickwinkel auf Wien, das gewöhnlich vor allem wegen seiner Sehenswürdigkeiten aus der Zeit des Barocks und des Jugendstils bekannt ist.
Auf Sonderbefehl Hitlers wurden während des Zweiten Weltkriegs in Berlin, Hamburg und Wien Bunker gebaut, die als Türme für die Luftabwehr, Schutzräume für die Bevölkerung, Krankenstationen und Depots dienten. Nur die sechs „Flak-Türme“ in Wien blieben nach dem Krieg praktisch unverändert in ihrem Aussehen und sind nach wie vor Teil der städtischen Struktur der österreichischen Hauptstadt, auch im Bereich des historischen Zentrums. Als dominante Fremdkörper wurden sie stillschweigend aufgenommen und waren nie Gegenstand offener gesellschaftlicher Ablehnung. In regelmäßigen Abständen entfachen die Türme im Land eine Debatte über ihr Fortbestehen, ihre Nutzung und ihre Zukunft, in die Künstler wie Christo oder Architekten wie Hans Hollein und Coop Himmelb(l)au involviert waren.

MAK

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