Martin Walde - Unken
30. Januar - 18. April 2010
Marta Herford
Unter der Schirmherrschaft von Dr. Ralph Scheide, dem Österreichischen Botschafter in Berlin, und in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus der internationalen Kunstwelt eröffnet im Marta Herford die bislang größte Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Martin Walde. Arbeiten aus drei Jahrzehnten seines Schaffens sind zu sehen.
Das Oeuvre Martin Waldes (*1957 in Innsbruck, Tirol) nimmt mit seiner Materialität, seinen vielfältigen Erscheinungs- und Ausdrucksformen eine sehr eigenständige Position ein. Waldes Arbeitsweise ist mit denen anderer zeitgenössischer Künstler kaum vergleichbar. In seinen Ausstellungen bezieht er stets die Mitwirkung und Reaktion der Besucher mit ein. Für seine Installationen und Anordnungen wählt er sonst eher unübliche Materialien wie Styropor, Reis, Zellstoff, Basketbälle, Wetterballons. Eine umfangreiche Zusammenstellung an Zeichnungen, Storyboards und zeichnerisch bearbeiteten Fotografien mit narrativen Elementen bilden einen wichtigen Teil der Ausstellung.
Martin Walde tritt nicht im klassischen Sinne als Bildhauer, Fotograf oder Zeichner auf. Vielmehr hat er sich seine künstlerische Identität als Erfinder, Poet oder Geschichtenerzähler in unterschiedlichen Medien geschaffen. Manche seiner installativen Arbeiten wirken wie ein Filmset, Versuchslabor oder eine Werksatt. Im Ausstellungsparcours etwa betritt der Besucher zuerst einen völlig in grell-blaues Licht getauchten Raum mit einen Teeservice, das der Künstler zum Tausch anbietet und dafür Gebote einholt. Walde verarbeitet Eindrücke aus seiner Umwelt, von Reisen, zwischenmenschliche Begegnungen, Beobachtungen physikalischer Phänomene, Naturgesetze und interpretiert diese in seinen Umsetzungen immer aufs Neue.
Martin Walde nahm an zahlreichen bedeutenden internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teil, u.a. Chambres D’Amis in Gent (1986), Istanbul Biennale (1989), Kunst Europa – Junge Kunst aus Österreich in den Deichtorhallen, Hamburg und Wiener Sezession (1996), documenta X, CaCa-PooPoo im Kölnischen Kunstverein (1997) Biennale Montreal (1998), Tokyo Opera City Art Gallery (1999), Fuchu Art Museum, Tokio und NADiff, Tokio (2001), Biennale die Venezia (1986 und 2001), Villa Arson, Nizza (2003), Kunsthaus Baselland (2006), Neue Galerie, Graz (2007), Biennale Sevilla (2008), ZKM, Karlsruhe (2009).
Medienmitteilung
Marta Herford