Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre
7. März – 10. Mai 2009
Deutsche Guggenheim / Berlin
Ende der 60er Jahre begannen mehrere junge Künstler in den USA damit, nach Fotografien realistische Bilder zu malen. Sorgfältig bis ins Detail porträtierten sie Dinge, Menschen und Orte, die das städtische wie auch vorstädtische, zeitgenössische amerikanische Leben bestimmten. Es wurden verschiedene Begriffe zur Definition dieser Kunst benutzt, vornehmlich Hyperrealismus und Fotorealismus.
Im Unterschied zu ihren Zeitgenossen, den Popkünstlern, präsentierten die Fotorealisten ihre in vielen Fällen alltäglichen Themen nicht auf ironische Weise. Sie hielten sich stattdessen mehr oder weniger detailgetreu an die mechanischen Reproduktionen, die ihnen als Ausgangspunkt dienten. Mittels vielfältiger Methoden, fotografische Informationen auf die Leinwand zu übertragen, produzierten sie lebendige Bilder von Motiven wie etwa reflektierende Schaufenster, glänzend polierte Autos, Süßigkeiten oder Familienferien, oft in einem weitaus größeren Maßstab als das Ausgangsmaterial.
Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre, die erste große Fotorealismus-Ausstellung in Deutschland seit fast dreißig Jahren, präsentiert 31 Bilder, viele ikonische Werke jener Periode, von 14 Künstlern: Robert Bechtle, Charles Bell, Tom Blackwell, Chuck Close, Robert Cottingham, Don Eddy, Richard Estes, Audrey Flack, Ralph Goings, Ron Kleeman, Richard McLean, Malcolm Morley, John Salt und Ben Schonzeit. Zugleich tief nostalgisch und unglaublich frisch, bieten die Werke der Ausstellung eine Momentaufnahme dieses wichtigen Kapitels in der Geschichte der Kunst und eines besonderen Augenblicks in der Geschichte Amerikas. Die Ausstellung würdigt das hohe Ansehen, das der amerikanische Fotorealismus im Deutschland der 70er Jahre genoss, indem zahlreiche Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig gezeigt werden, sowie ein Portfolio mit zehn Lithografien, die in Zusammenhang mit der documenta V entstanden sind – dort war eine große Präsentation dieser Kunstbewegung gewidmet.
Aus Anlass der Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einer kunsthistorischen Übersicht von Linda Chase, der führenden Expertin des Fotorealismus, einer Untersuchung der soziokulturellen Landschaft im Amerika der 70er Jahre von David Lubin, Charlotte C. Weber Professor of Art an der Wake Forest University, und einem Essay über die Historiographie des Fotorealismus in Deutschland von der Kuratorin der Guggenheim- Ausstellung, Valerie Hillings.
Pressevorbesichtung:
6. März, 11 Uhr
Deutsche Guggenheim
Unter den Linden 13/15, Eingang Charlottenstrasse
Stichwörter / Tags: 70er Jahre, Berlin, Deutsche Guggenheim, Fotorealismus
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