Punktum. Plakatgestaltung von Uwe Loesch
17. 4. – 13. 6. 2010
Deutsches Plakat Museum im Museum Folkwang | Essen
Mit Punktum., einem Großflächenplakat wird Uwe Loesch zu Beginn der 80er Jahre international bekannt. Punktum. erhält 1983 den Grand Prix der Internationalen Plakatbiennale in Lahti und wird im Anschluss gemeinsam mit weiteren seiner Arbeiten über Jahre im Museum of Modern Art New York ausgestellt. Punktum. setzt, wörtlich genommen, Zeichen! Loesch, stets dem Minimalismus verpflichtet, macht Schule. Viele Ausdrucksformen der nachfolgenden Computer gestützten Generation nimmt er vorweg. Seine Arbeiten versteht er als “Angriffe auf die viereckige Fläche im Kopf des Betrachters”. Mit einfachsten grafischen und typografischen Mitteln inszeniert oder verneint er demonstrativ die Wechselbeziehung zwischen Bild und Sprache. Vorzeitig verwendet er das Phänomen der Unschärfe und entdeckt das “Prinzip der optischen Enttäuschung”. Loesch arbeitet stets medienreflexiv und stellt das Plakat in seiner herkömmlichen Erscheinungsform in Frage. Er erfindet das “Buchplakat”, die auf Buchformat geschnittene und gebundene Großfläche, das begehbare “Fußbodenplakat”, das beidseitig bedruckte “Window-Poster”. Er macht das Plakat zur Guillotine, zur Anzettelung, zur Tapete, zur interaktiven Klagemauer.
Die Mehrzahl seiner Plakate sind Teil von umfangreichen Kampagnen für kulturelle Institutionen, Ministerien, Messen und Ausstellungen namhafter Museen und Unternehmen. Darüber hinaus veröffentlicht er “Zeitzeichen-Plakate”, die er als politische Einmischungen bezeichnet.
Die Ausstellung “Punktum. Plakatgestaltung von Uwe Loesch” zeigt erstmals auch mehrere Großflächenplakate. Sie referiert über 40 Jahre Plakatgestaltung. Das erste Plakat von Uwe Loesch, das öffentlich angeschlagen wird, stammt aus dem Jahre 1968. Loesch entwickelt im engeren Sinne keinen formalen Stil, sondern eher ein Gestaltungsprinzip, das die Kommunikation in den Mittelpunkt stellt. Dabei greift er modische Gestaltungsneurosen auf, persifliert typografische Trends und zitiert mit ironischer Distanz den Zeitgeist in Kunst und Kommerz. So gesehen bietet die Ausstellung auch einen sehenswerten Überblick über die Entwicklung der grafischen und typografischen Gestaltung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des ersten Jahrzehnts nach der Jahrtausendwende.
Die Ergebnisse dieser vielseitigen Arbeit werden mit zahlreichen Ersten Preisen und Medaillen der Internationalen Plakat Biennalen sowie der Jahreswettbewerbe des Art Directors Club (ADC) und des Type Directors Club (TDC) N.Y. bedacht. 1995 wird sein Plakat “Little boy”, 50 Jahre nach der Zerstörung Hiroshimas, mit dem Grand Prix des internationalen Wettbewerbs Deutscher Preis für Kommunikationsdesign (reddot award) ausgezeichnet, 2001 erhält er für das Großflächenplakat www.scheisse.de (gegen die Propaganda von Neonazis im Internet) erneut den Grand Prix in Lahti, 2006 den 1. Preis des „Five Star Designers’ Banquet“ International Invitational Poster Biennial, Osaka für die besten Plakate nach der Jahrtausendwende sowie die Goldmedaille der Internationalen Plakat Biennale Warschau für das Plakat “Die Gegenwart der Dinge” des Ruhrlandmuseums Essen und zuletzt 2008 zum zweiten mal den 1. Preis der International Invitational Poster Exhibition in Fort Collins Colorado, USA für das Endzeit-Plakat “Requiem”. 2008 wird ihm außerdem der renommierte Gutenbergpreis der Stadt Leipzig für seine “bahnbrechende Weise in der Buch- wie in der Plakattypographie Schrift bildhaft und interpretierend einzusetzen” verliehen.
In über 30 Einzelausstellungen sind seine Plakate weltweit zu sehen: im Museu de Artes Brasileira São Paulo, im Israel Museum Jerusalem, in der Galerie Anatome Paris, in der ggg Ginza Graphic Gallery Tokyo und zuletzt in der China Academy of Fine Arts, Hangzhou, China u.a.
Uwe Loesch ist seit 2002 Präsident der deutschen Mitglieder der AGI Alliance Graphique Internationale. Er ist berufenes Mitglied des TDC N.Y., des ADC für Deutschland und der Deutschen Fotografischen Akademie, Leinfelden.
Uwe Loesch, geboren 1943 in Dresden, aufgewachsen in Jena, lebt seit 1958 in Düsseldorf. Von 1964 bis 1968 studiert er an der Peter-Behrens-Werkkunstschule Grafik-Design. 1985 wird er zum Professor für medienübergreifende Gestaltung an die Fachhochschule Düsseldorf berufen. 1990 folgt die Berufung an die Bergische Universität Wuppertal auf den Lehrstuhl für Kommunikationsdesign in Nachfolge von Willy Fleckhaus, wo er bis zum Frühjahr 2008 tätig ist.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Bestandsverzeichnis in der Edition Folkwang / Steidl, 132 S., 24 Euro im Museum.
Kurator: René Grohnert
Öffentliche Führungen
So 2. 5., 23 .5., 13. 6. jeweils um 12 Uhr
Kostenfrei in Verbindung mit Eintrittskarte und Teilnahmesticker, der ab einer Stunde vor Führungsbeginn an der Besucherinformation erhältlich ist. Begrenzte Teilnehmerzahl.
Kuratoren führen - mit René Grohnert, Leiter Deutsches Plakat Museum
Mi 19. 5. um 16 Uhr
NO POSTER - Uwe Loesch führt durch die Ausstellung
Einführung durch René Grohnert, Leiter Deutsches Plakat Museum.
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch das Deutsche Plakatforum e. V. und den Kunstring Folkwang.
Fr 30. 4. um 19 Uhr
Öffnungszeiten
Di bis So 10 bis 18 Uhr
Fr 10 bis 22.30 Uhr
Mo geschlossen
www.museum-folkwang.de
Besucherbüro
Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
T +49 201 8845 444
info@museum-folkwang.essen.de
Medienmitteilung
Museum Folkwang
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