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wechselausstellungen.de | 25. November 2008

Runa Islam - Restless Subject

29.11.2008 – 25.1.2009, Museum Folkwang / Essen

Das Museum Folkwang, Essen, zeigt unter dem Titel Restless Subject die erste deutsche Einzelausstellung der 1970 in Dhaka/Bangladesh geborenen und zur Zeit in London lebenden Künstlerin Runa Islam. Das Medium Film steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Für die Ausstellung im Museum Folkwang, die zeitgleich mit einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich stattfindet, dem Kooperationspartner des Museum Folkwang bei diesem Projekt, produziert Runa Islam einen neuen Film. In Essen werden zudem drei weitere Filme aus den letzten Jahren gezeigt. Für eine dieser Arbeiten entwickelt der slowenische Künstler Tobias Putrih (*1972) eine spezifische Installation.
Runa Islam ist für den renommierten Turner-Prize 2008 nominiert und war in diesem Jahr an wichtigen internationalen Ausstellungen wie der Manifesta 7 in Trento beteiligt.

Runa Islam dekonstruiert lineare Erzählmuster und Zeitabläufe und rückt den Akt des Sehens – sowohl im Sinne des Schauens wie auch des Erkennens – in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Es geht ihr um das Hinterfragen von filmischer Illusion und um das Offenlegen von Strukturen, die unserer Gesellschaft zu Grunde liegen, auf den ersten Blick jedoch nicht erkennbar sind. Runa Islams Filme ziehen den Zuschauer durch ihre scharfe Analytik und durch ihre Poesie in den Bann. Gezeigt werden in Essen neben der neuen Produktion First Day of Spring (2005) ein eindrucksvolles filmisches Gruppenporträt von Rikscha-Fahrern in Dhaka, Assault (2008), The House belongs to those who inhabit it (2008) sowie die Doppelprojektion Scale (1/16 inch = 1 foot) (2003).

Scale (1/16 inch = 1 foot) geht von zwei wichtigen Referenzen aus: von einem modernistischen Parkhaus, das 1965 von Owen Luder in Gateshead (GB) gebaut, aber aus politischen Gründen nie gänzlich vollendet und nie eingeweiht wurde, und von dem Film Get Carter (Mike Hodges, 1972), einem britischen Gangstermelodram, das in wichtigen Szenen in demselben Parkhaus spielt. Seit den Dreharbeiten blieb das 13-stöckige Gebäude, eine nie genutzte modernistische Ruine, weitgehend unberührt. Islam schuf eine ungewöhnliche Filmstory als Architekturportrait.

Für ihre letzten Filme hat Runa Islam aufwendige Präsentationsformen und Installationen geschaffen, in denen sie die Unterschiede und Möglichkeiten von Film, Skulptur, Kunst und Kino auffächert. Von einem spezifischen Interesse am Format des Dokumentarischen geleitet, sprengen die 16-mm Filme von Islam immer wieder die Konventionen dieses Genres. In The house belongs to those who inhabit it arbeitet sie mit einer Motion-Control-Kamera, die sie nach dem Vorbild des Schreibens bewegt.

Zur Ausstellung erscheint im Kehrer Verlag eine in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich entstandene Monographie mit einem Interview von Mirjam Varadinis mit Runa Islam und einem Text von Sabine Maria Schmidt. 168 Seiten, dt., zahlreiche farbige Abbildungen. Preis: 28 Euro. Eine englische Fassung ist ebenfalls erhältlich.

Kuratorin: Sabine Maria Schmidt

Öffentliche Führungen: Aktuelle Termine im Internet
Matinee zur Ausstellung: 7.12.08, 12 Uhr, Kunst und Kino

Pressekonferenz: Freitag, 28. November 2008, 11 Uhr Die Künstlerin wird am Freitag zwischen 15 und 18 Uhr und zur Eröffnung anwesend sein. Bitte um individuelle Terminvereinbarung im Voraus.
Eröffnung: Freitag, 28. November 2008, 19 Uhr

Museum Folkwang

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