Schenkungen und Neuerwerbungen der Kunstsammlungen Chemnitz
11. Oktober 2009 – 01. November 2009
Kunstsammlungen Chemnitz
Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen einen Teil ihrer Schenkungen und Neuerwerbungen. Es werden Ausstellungen mit den Künstlern Olaf Rauh, Jörg Immendorff, Carlfriedrich Claus und Guillermo Deisler präsentiert.
OLAF RAUH. PLAYGROUNDS
Olaf Rauh (*1968) zeigt in den Kunstsammlungen Chemnitz seine komplette Serie „playgrounds“, die aus 12 großformatigen Lambda-Prints besteht. Eine dieser Arbeiten schenkte der Künstler 2008 den Kunstsammlungen Chemnitz. Entstanden ist „playgrounds” im Herbst 2001 in der Lower East Side in New York City.
Olaf Rauh untersucht in diesem Fotozyklus Orte des Spiels. Er umkreist sie mit Medien des digitalen Zeitalters und zeigt sie als Schnittstelle von gesellschaftlicher und virtueller Realität. Inhaltliche Informationen reduzieren und formieren sich dabei zu simplen Architekturmodellen. Olaf Rauh möchte dieses radikal Künstliche, das Artifizielle in der vermeintlich objektiven Widerspiegelung der Wirklichkeit offen legen. Deshalb arbeitet er mit einem speziellen Lamda-Hochglanz-Film, der die Bildoberfläche wie unter einer Plastikschicht erstarren lässt. Zudem zeigt Olaf Rauh seine Fotos in ihrer medialen Gebundenheit - wie auf einem Computerbildschirm mit all den feinen Netz- und Gitterstrukturen, die den Monitor überziehen. (Kuratorin: Kerstin Drechsel)
Olaf Rauh:
*1968 in Leipzig, lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig
Einzelausstellungen (Auswahl)
2008 Paninsula, Galerie Jean-Luc & Takako Richard, Paris
2006 Fotografien, Kunstverein, Heidenheim
2005 Pro Arte, Kunststiftung, Ulm
1994 Wasser, Kunstsammlungen Chemnitz, Chemnitz
1991 Galerie Oben, Chemnitz
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2005 Fotografien, Arte Contemporá de Dresde y Leipzig, Museo Municipal, Malaga
2000 Sachsen heute, Art-Consult, Essen, Düsseldorf, Duisburg, Brüssel
1999 Artists Exchange, Greater Columbus Arts Council, Columbus (Ohio, USA)
1992 Jahresausstellung, Deutscher Künstlerbund, Ludwig Forum, Aachen
1991 Junge Kunst aus Sachsen, Jürgen-Ponto-Stiftung, Frankfurt, München, Köln, Ulm
Auszeichnungen (Auswahl)
2002 Aufenthaltsstipendium, Cité Internationale des Arts, Paris
1992 Förderkoje Art Cologne
Blick in Sammlung: JÖRG IMMENDORFF. Alter Ego
Jörg Immendorff (1945 – 2007) gehört zu den bekanntesten Malern in Deutschland. Insbesondere mit dem Bilderzyklus Café Deutschland aus den späten siebziger Jahren eroberte er sich einen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte. Als seltsame Gestalten bevölkern ab 1985 die Maleraffen seine Leinwände, später auch in der Skulptur. Für Jörg Immendorff ist der Affe die zentrale Symbolfigur, der man in seinen Werken immer wieder begegnet. Der Maleraffe dient ihm dabei als Alter Ego seines künstlerischen Seins. Ebenso ist die Malerbiene, die Immendorff ab 1991 in seinen Werken darstellt, eine weitere Facette seines Alter Egos, auch sie repräsentiert den Künstler und agiert in den Bildern an seiner Stelle. Die Biene steht dabei als metaphorisches Selbstporträt (Imme). Gezeigt werden Arbeiten aus unterschiedlichen Serien des Künstlers. (Kuratorin: Beate Ritter)
Carlfriedrich Claus und Guillermo Deisler
Seit den frühen 1950er Jahren hat Carlfriedrich Claus (1930 – 1998) ein visuelles Werk entwickelt, das grafische und bildhafte Assoziationen gleichermaßen weckt. Der Künstler gilt als einer der Mitbegründer der visuellen Poesie. Die Kunstsammlungen Chemnitz bewahren in der Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv seinen Gesamtnachlass; aus diesem reichen Fundus werden Hauptwerke in einer Kabinettausstellung präsentiert. Korrespondierend dazu werden zwei Mischtechniken von Guillermo Deisler (1940 – 1995) gezeigt, die erst in diesem Jahr mit Hilfe der Stadtwerke Chemnitz AG erworben werden konnten. Der chilenische Künstler, der nach dem Militärputsch 1974 ins Exil gehen musste und seit 1986 in Halle lebte und arbeitete, war international aktiv im Netzwerk von Fluxus und Mail Art. Vernetzt mit den Exponenten der konkreten und experimentellen Poesie, stand er auch mit Carlfriedrich Claus in einem jahrzehntelangen Briefwechsel. (Kuratorin: Brigitta Milde)
Öffentliche Führungen:
Sa, So und Feiertag 15.30 Uhr