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wechselausstellungen.de | 13. Juli 2010

Sonia Leimer - Neither in motion nor at rest

15. Juli – 25. August 2010
BAWAG Contemporary | Wien

A lost film is a feature film or short film that is no longer known to exist in studio archives, private collections or public archives . . . The phrase “lost film” is also used in a literal sense for instance where footage of deleted scenes, unedited and alternative versions of feature films are known to have been created but can no longer be accounted for.
(Wikipedia)

Der kinematographische Begriff „Lost Film“ bezeichnet verschollenes bzw. verlorenes Filmmaterial. Zelluloid ist ein empfindlicher und gefährlicher Stoff, der sich bei ungünstigen Lagerbedingungen selbst zerstört und darüber hinaus leicht brennbar ist. Man vermutet, dass 80 Prozent aller Stummfilme unauffindbar, verschwunden und wohl für alle Zeit verloren sind.

Aber auch Spielfilme aus der Nachkriegszeit sind nur aus Erzählungen, aus mündlicher Überlieferung bekannt. Rainer Werner Fassbinders This Night von 1966 etwa ist so ein Lost Film. Über den Inhalt ist nichts bekannt. Überliefert ist, dass er von dem Schauspieler Christoph Roser finanziert und auf 8 mm gedreht wurde. Regie und Kamera führte Fassbinder selbst, von dem auch das Drehbuch stammte. Vor der Kamera soll der Regisseur bei seinem Erstling ebenfalls gestanden haben.

Sonia Leimer beschäftigt sich in ihrer Ausstellung „Neither in motion nor at rest“ mit instabilem Material. Mit dem Brüchigen und dem Labilen, das sich zwischen das scheinbar Festgefügte, Robuste und Haltbare schiebt. Mit dem konkreten, physischen Raum und seinem Verhältnis zur künstlerischen Inszenierung. Mit den Relationen zwischen der heutigen Gesellschaft, individuellen Erzählungen und dem klassischen Bilderkanon. Ihre Arbeit lässt ein klares Bewusstsein für Kernfragen der Gegenwart erkennen und bündelt in den Genres Film, Architektur und Raum grundsätzliche Aussagen zu Material, Medium und Display.

Die neuen Räume der BAWAG Contemporary kommen in ihrer Differenziertheit von Hell und Dunkel, den Niveausprüngen und dem großzügigen Galeriedurchblick dem Vorhaben der Künstlerin entgegen, kein geschlossenes Ganzes, sondern vielmehr brüchige Konstruktionen entlang von Raumgrenzen aufzuspüren. Es geht um simulierte Räume, um Räume aus Materialien, die vorgeben, etwas anderes zu sein. Um Architekturen, die sich transparent geben, um imaginierte, erzählte, erinnerte Räume.
Mit fünf Arbeiten aus dem Jahr 2010 nimmt sich Sonia Leimer den filmischen Raum als eigenständigen Raum vor, fragt nach den Konstruktionen von Raum und Zeit, nach den Mustern und Hierarchien, die hinter diesen Konstruktionen liegen, und nach der Rolle, die das Imaginäre dabei spielt.

Brigitte Huck, Auszug aus dem Katalogtext Lost Film.

Eröffnung Mittwoch, 14. Juli, 19 Uhr
Pressegespräch Mittwoch, 14. Juli, 10.30 Uhr

Begleitveranstaltungen

21. Juli 2010, 21.00 Uhr
Videoscreening / Performance
mit Catrin Bolt, Kerstin Cmelka, Christian Mayer

11. August 2010, 22.00 Uhr
Konzert Ernesty International

21. August 2010, 21.00 Uhr
BC Book Club: Martin Guttmann

Medienmitteilung
BAWAG Contemporary

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