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wechselausstellungen.de | 16. September 2008

Thomas Bayrle: Looping

24. Oktober 2008 - 18. Januar 2009, Museum Ludwig / Köln

Thomas Bayrle (*1937) wird im großen Saal des Museum Ludwig eine Zusammenschau von Werken installieren, die auf eine über 40 Jahre erprobte künstlerische Strategie zurückgehen: Auf den Loop oder das Looping. Ein Loop ist eine Schlaufe oder Schleife. Zugleich bezeichnet die Tätigkeit, etwas loopen, aber auch das ständige Wiederholen ein und desselben Motivs, etwa in der Rap-Musik, oder das mehrfache Durchlaufen der gleichen Programmteile in der Computerprogrammierung.

Ein solches Spiel von Differenz und Wiederholung entfaltet das grafische Werk Thomas Bayrles. Neben etwa 60 Serigrafien auf Papier (1969-72) werden auch mehrere der frühen großformatigen Siebdrucke auf Plastik in der Ausstellung zu sehen sein. Der Künstler druckte sie 1967/68 selbst in Nutzen und setzte sie dann zusammen. Durch die mehrfache Verwendung der gleichen Siebe, die lediglich durch Papierschablonen modifiziert wurden, vollführte Bayrle einen Loop im Herstellungsprozess, der auf der formalen Ebene durch die Akkumulation sich wiederholender Bildelemente eingeholt wurde. – Aus den immer gleichen Teilformen entstehen so Bildraster, die als Bauelemente von „Superformen“ funktionieren. So können beispielsweise viele kleine Biergläser ein großes Bierglas formen, oder hunderte winziger Telefone das Portrait einer Frau bilden.

Seit den 80er Jahren beschäftigt sich Thomas Bayrle mit dem Motiv der Autobahn. In seinen skulpturalen Arbeiten legen sich Schleifen und Schlaufen der modellhaft aufgefassten Straßenformen aneinander, übereinander und gegeneinander. An ihnen lässt sich einerseits eine in sich selbst gekehrte Bewegung ablesen; andererseits evozieren sie eine still gestellte Bildwirkung, in der die Straßenabschnitte Buchstaben oder Zeichen formen, teilweise sogar zum Träger aufgedruckter Bilder werden.

Dieser Werkkomplex bildet zugleich den entstehungsgeschichtlichen Hintergrund der neuen Skulptur „Conveyor Belt“, die im Zentrum der Ausstellung steht. Eines der während der letzten Jahre entstandenen Modelle versetzt Bayrle hier in eine architektonische Dimension, die direkt Anschluss an die reale Architektur des Ortes hat. Die mehr als vier Meter hohen Schlaufen, scheinen die Betrachter, die über die für die Ausstellung temporär geschaffene, Zugangssituation auf die Skulptur zugehen, geradezu zu umschlingen; – eine weitere Bedeutung, die sich aus dem Wortstamm des englischen „to loop“ ableiten lässt.

Museum Ludwig Köln

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