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wechselausstellungen.de | 9. Mai 2009

Von Picasso bis Warhol. Künstlerschmuck der Avantgarde

10. Mai - 19. Juli 2009
Museum für Angewandte Kunst / Köln

Neben ihren großen, weltbekannten Werken schufen viele berühmte Künstler der europäischen und amerikanischen Avantgarde auch sehr kleine Reliefs, Skulpturen und Bilder in Form von Schmuck und schmuckhaften Miniaturen. Ob Hans Arp oder Arman, Alexander Calder oder César, Max Ernst oder Lucio Fontana, Pablo Picasso oder Roy Lichtenstein, Niki de Saint Phalle oder Arnaldo Pomodoro, Robert Rauschenberg oder Andy Warhol: Ihre Schmuckstücke sind eigenständige Kunstwerke, ins Gesamtwerk eingebettet und wiedererkennbar, aber keine Reduktionen größerer Entwürfe. Auch zeitgenössische Künstler wie Heinz Mack, Günther Uecker, Louise Bourgeois oder Anish Kapoor haben Schmuck entworfen.

Die Ausflüge in ein Gebiet, in dem die Kunstwerke nicht auf dem Sockel stehen, sondern an oder mit lebendigen Menschen auftreten, haben die Phantasie und Kreativität vieler Künstler beflügelt. Schmuck für Menschen zu machen - und nicht Werke für Wände oder Räume - ist für bildende Künstler eine Herausforderung besonderer Art. Das für Schmuckstücke erforderliche kleine Format fordert eine Konzentration des künstlerischen Ausdrucks, eine Fokussierung auf das Wesentliche der künstlerischen Idee, eine Reduktion, ja sogar Kondensation der künstlerischen Ausdrucksmittel. Im Schmuck verdichtet sich darüber hinaus manche formale Äußerung zum Ornamentalen.

Künstlerschmuck steht deshalb in einem vielschichtigen Spannungsfeld zwischen autonomer künstlerischer Aussage und zweckgebunden Schmuckhaftem. Traditionell hat Schmuck nur wenige Funktionserfordernisse: Fingerzier und Armreif, Collier, Brosche und Ohrschmuck. Darüber hinaus ist er vorwiegend frei gestaltete bildnerische Form, völlig offen für die künstlerische Erfindung und Definition.

Die Ausstellung „Von Picasso bis Warhol - Künstlerschmuck der Avantgarde“ vom 10. Mai bis 19. Juli 2009 im Museum für Angewandte Kunst zeigt die oft überraschende Reaktion bekannter, ja berühmter Künstler auf den Appell, Werke für die Intimität des Menschen zu schaffen, die sich an seiner Kleidung, besonders aber an seinem Körper bewähren müssen. Nicht selten ist daher der ursprüngliche Impuls für den Künstler, Schmuck für eine geliebte Person zu schaffen. Dieser Impuls führt zu faszinierenden künstlerischen Reaktionen. Das Spektrum reicht vom archaischen, manchmal kindhaft unbeschwerten Spiel bei Pablo Picasso über adaptive und minimalisierende Anleihen beim größeren Werk etwa bei Arman, César oder Niki de Saint Phalle bis hin zu ganz freier künstlerischer Äußerung bei Alexander Calder oder Louise Bourgeois. Grundsätzlich, das zeigen die kleinen Kunstwerke, bleiben die Künstler ihren Prinzipien, ihrem gestalterischen Grundansatz treu – so greift etwa Marcel Duchamp auch für seinen Schmuck auf das Prinzip des ready-made zurück, seinen bedeutendsten Beitrag zur Kunstgeschichte.

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Sammlerin Diana Küppers entstanden ist, zeigt rund 150 Werke von mehr als vierzig Künstlern aus Westeuropa und den USA; manche von ihnen haben Entwürfe eigens für die Ausstellung beigesteuert. Einigen ausgesuchten kleinen Werken werden beispielhaft größere Arbeiten derselben Künstler gegenübergestellt. Die Schmuckstücke, Kleinauflagen und Unikate, stammen aus einer bedeutenden deutschen Privatsammlung, ergänzt durch wichtige Leihgaben aus dem In- und Ausland.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ansprechpartner: Dr. Gerhard Dietrich, Museum für Angewandte Kunst, Tel. 0221/ 221-248 58. Nähere Auskünfte über das Museumsreferat, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0221/221-22334, museen@stadt-koeln.de

Pressekonferenz am Donnerstag, 7. Mai 2009, um 11 Uhr
Eröffnung am Sonntag, 10. Mai um 12 Uhr

Museum für Angewandte Kunst

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